Deripaska sichert sich Strabag-Option

28. Dezember 2009, 13:24
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Russischer Oligarch bezahlt zweite Gebührenhälfte

Wien - Der russische Oligarch und Strabag-Aktionär Oleg Deripaska hat den zweiten Teil der Prämie (rund 23 Mio. Euro) für die Call-Option für den Aktienanteil 25 Prozent plus eine Aktie bezahlt, bestätigte Strabag-Sprecher Christian Ebner auf APA-Anfrage. Ursprünglich hatte Deripaska bis zum 18. Dezember 2009 die Möglichkeit, sich die Fristverlängerung mit der Optionsgebühr von rund 46 Mio. Euro zu erkaufen. Damals bezahlte er nur die Hälfte, für den Rest wurde ihm eine Nachfrist bis heute, Montag, eingeräumt.

Durch die Fristverlängerung kann Deripaska nun am 15. Oktober 2010 darüber entscheiden, ob er die 28,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 19,25 Euro pro Stück kauft, sagte Ebner. Damit muss Deripaska für den Strabag-Anteil rund 548,6 Mio. Euro auf den Tisch legen. Im Falle der Optionsausübung im Dezember 2009 hätte der Russe 18 Euro je Aktien oder insgesamt 513 Mio. Euro bezahlen müssen. Die Strabag-Aktie notierte heute gegen 13 Uhr bei 20,30 Euro.

Deripaska ist am börsenotierten Baukonzern Strabag nach wie vor mit einer Namensaktie beteiligt und hat zwei Sitze im Aufsichtsrat, so Ebner weiter. Aus derzeitiger Sicht ist "eine neuerliche Verlängerung der Option kein Thema" und im derzeitigen Vertrag auch ausgeschlossen, so der Strabag-Sprecher.

Einstieg 2007

Deripaska war im April 2007 beim österreichischen Bauriesen eingestiegen - damals noch um fast 1,2 Mrd. Euro (42 Euro je Aktie). Nach Kursverlusten konnte er den für die Finanzierung des Strabag-Anteils aufgenommenen Kredites in der Höhe von 460 Mio. Euro, der mit den Aktien des Baukonzerns besichert war, nicht bedienen. Daraufhin hat Deripaskas Rasperia Trading heuer im Frühjahr ihren Anteil von 25 Prozent plus eine Aktie an die anderen Strabag-Eigentümer übertragen - die Haselsteiner-Gruppe und Raiffeisen. Im Gegenzug erhielt Deripaska eine Option auf diesen Anteil, die im April 2009 und nun im Dezember verlängert wurde.

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hält gemeinsam mit der UNIQA-Gruppe 25 Prozent plus 1 Aktie an der Strabag. Der Haselsteiner-Gruppe gehören 25,15 Prozent. Rasperia Trading hat ihren Anteil von 25 Prozent plus 1 Aktie an Haselsteiner und Raiffeisen/Uniqa übertragen. Der Streubesitz an der Wiener Börse beträgt 24,85 Prozent. (APA)

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