Wifo-Bilanz 2009

Kurzarbeit sicherte 2009 rund 8.400 Jobs

28. Dezember 2009 11:58

Die Bildungskarenz entlastete den Arbeitsmarkt um 4.900 Personen, die Arbeitslosenquote stieg auf über sieben Prozent

Wien - Durch die 2009 erstmals breit eingesetzte reformierte Kurzarbeit dürften im abgelaufenen Jahr rund 8.400 Beschäftigungsverhältnisse gesichert worden sein, berichtet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im aktuellen Monatsbericht 12/2009. Die Bildungskarenz habe im Jahresdurchschnitt mit 4.900 Fällen ebenfalls stark zur vorübergehenden Reduktion des Arbeitskräfteangebotes bei Aufrechterhaltung der Beschäftigungsverhältnisse beigetragen. Einschränkungen bei den betrieblichen Lehrstellen seien durch den Ausbau der überbetrieblichen Lehrausbildungsplätze aufgefangen worden.

Der österreichische Arbeitsmarkt habe auf den durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufenen stärksten weltweiten Einbruch der Realwirtschaft seit 50 Jahren mit einem Beschäftigungsrückgang und einer markanten Zunahme der Arbeitslosigkeit reagiert, die voraussichtlich auch im Jahr 2010 anhalten werden, zieht das Wifo Bilanz.

Nach einer Phase deutlicher Beschäftigungsexpansion in den Jahren 2006 bis 2008, in der die Zahl der aktiven Beschäftigungsverhältnisse um durchschnittlich mehr als zwei Prozent pro Jahr gewachsen sei, folgten ein Einbruch von minus 1,3 Prozent und ein drastischer Anstieg der Arbeitslosenquote um 1,3 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent, einschließlich Schulungsteilnahmen 1,6 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent.

Jugendliche besonders betroffen

Besonders betroffen von den Folgen des Konjunktureinbruchs waren laut Wifo Jugendliche und die vorwiegend männlichen Beschäftigten in den exportorientierten Bereichen der Sachgütererzeugung, einschließlich der schwerpunktmäßig dort beschäftigten Leiharbeitskräfte. Im weiteren Verlauf der Krise verbreiterte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit und betraf zunehmend auch Frauen und Dienstleistungsbranchen. Die Arbeitsmarktpolitik habe bereits in den ersten Monaten der Krise, als in den Betrieben noch große Unsicherheit über deren Ausmaß und die weiteren Produktionsperspektiven bestand, "deutliche" Initiativen gesetzt.

Die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass mit Fortdauer der Krise Maßnahmen zur intensiveren Qualifizierung und zur Unterstützung der Reorientierung der Arbeitskräfte an Bedeutung gewinnen werden. Damit sollte der durch die Krise beschleunigte Strukturwandel und die veränderten Anforderungen an die Arbeitskräfte begleitet werden. Für bestimmte Zielgruppen wie zum Beispiel Jugendliche oder Langzeitarbeitslose könnte die öffentliche Hand auch die direkte Schaffung von - temporären - Beschäftigungsmöglichkeiten, etwa in sozialökonomischen Betrieben, fördern oder direkt ihre Arbeitgeberfunktion zur gezielten Verbesserung der Beschäftigungssituation nutzen. Kurzarbeitsphasen sollten hingegen zunehmend auslaufen oder, sollte eine mittelfristige Verringerung des Arbeitskräftebedarfs absehbar sein, in betriebliche Arbeitszeitmodelle übergeführt werden, so das Wifo. (APA)

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22 Postings
Kapitalismus Luege
29.12.2009 10:46
Rubrik: Propaganda des Tages

BBSS
28.12.2009 16:20
2010 wird noch deutlich schlimmer

Auch wenn unser Governeur von Parteibuchs Gnaden schon wieder sein Schönfärber-Geplapper vom Stapel läßt; 2010 wird im Bezug auf die Arbeitslosenquorte deutlich schlimmer werden, als 2009.
Ich empfehle ihm und den übrigen ÖNB-Clowns auf Steuerzahlerkosten folgenden LInk

http://www.welt.de/die-welt/... bevor.html

Was das für die österreichischen Zulieferer bedeuten wird, kann man sich auch ohne überzogenes Gehalt und Pensionsanspruch ausmalen.

hanslblasta
29.12.2009 06:51

wozu die aggressive Sprache?

reini820
28.12.2009 15:07
Warum alle so pessimistisch?

Es gibt doch eh geniale neue Konzepte. Man muss sie nur endlich umsetzen.
IV-Chef Sorger: Neue Ideen gegen die Krise – Mit Arbeitslosengeld den Arbeitsplatz bezahlen!
http://tinyurl.com/ygtkas2

per verser
28.12.2009 16:19

ned einen bösartigen menschen auf noch bösartigere ideen bringen, bitte!

Peter_23
28.12.2009 15:36
Leute wie IV-Chef Sorger predigen Wasser und trinken selbst Wein

Auch wenn Ihre Nachricht spöttisch gemeint ist: Solche Leute wie V. Sorger sind leider nicht besonders ernst zu nehmen. Denn diese Personen haben keine Lösung ausser dem Motto des "niederknechten".

per verser
28.12.2009 16:20

naja, solange die bevölkerung untätig dasteht und ihm zuschaut, wie er und seinesgleichen sich auf unsere kosten die bäuche füllen, ist ihm aber kein vorwurf zu machen.

Franzi Sobotka
28.12.2009 14:29
Neusprech in Reinkultur!

Anstieg der Arbeitslosigkeit wird verharmlost dass es eine Freude ist.

insgesamt 2,9 Prozentpunkte von 5,9 auf 8,8, das ist eine Zunahme von über 40% !!

Der Jobmarkt ist katastrophal, gegen die zigtausenden zusaetzlichen arbeitslosen sind die 8400 Kurzarbeiter ein Lercherl eh scho wissen.

Naechstes Jahr wird man sich dringend überlgegen müssen, was man mit den zigtausenden Übertretern in den Notstand tut, verheiratete Personen, die sich nichts mehr leisten können und auch die letzten Reserven aufgebraucht haben - ich weisz wovon ich rede, ich bin so jemand!

Mitte 30, Akademiker, arbeitslos seit April 09, NICHTS in Sicht.

aceFruchtsaft
28.12.2009 16:52

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

".. stärksten weltweiten Einbruch der Realwirtschaft seit 50 Jahren mit einem Beschäftigungsrückgang und einer markanten Zunahme der Arbeitslosigkeit reagiert..."

So klingt also Verharmlosung? Wo ist der Neusprech?

Übrigens wird Kurzarbeit primär in der in der Industrie/Sachgütererzeugung in Anspruch genommen, ist also wenig verwunderlich, dass es Akademikern kaum was bringt.

Franzi Sobotka
28.12.2009 17:14
Ihre Ratschlaege koennen Sie sich sparen und sonstwohin stecken wenn Sie offenbar die Taktik hinter dieser Propagandameldung nicht verstehen

Hier wird mit Prozentpunkterl hantiert, hier 1, 3 - dort 1,6. Alles ganz harmlos, net wahr? Und dank Kurzarbeit und Bildungskarenz haben wir eh das schlimmste schon überstanden, es geht ja eh schon wieder aufwaerts!

Irrtum, mein Lieber, es kommt erst so richtig dick 2010, bin gespannt obs noch einmal 40% mehr Arbeitslose geben wird wie von 2008 auf 2009 - liest sich ja gleich anders, na sowas!

Ich richt' mir schon ein Zimmerl bei meinen Eltern ein, sodass wir zur Not wieder hin ziehen koennen wenns ganz eng kommt, wir haben zum Glueck diese Moeglichkeit, viele andere nicht, fuer die wirds aber richtig beschixxen naechstes Jahr!

Der Fall ist gewaltig, von 40.000 p.a. auf 14.400 ALG danach Notstandhilfe auf Grund Ehe fast nix mehr.

Ivan Bukov
28.12.2009 23:09

Erklären sie bitte nicht warum es Scheixxe ist, es gibt ungefaehr eine Million Gründe warum es nächstes Jahr nicht besser werden wird. Ich bevorzuge mich auf Dinge zu konzentrieren welche die Dinge besser machen könnten. Bin selbst auf Jobsuche momentan und nur wer schläft merkt nicht dass sich langsam was zu bewegen beginnt...

myschkin
29.12.2009 09:48

es beginnt sich etwas zu bewegen, das stimmt, und nicht nur langsam, sondern sehr rasant (langsam wirkt es, weil das Gesellschaftsgebäude groß und komplex ist), aber über das wie und wohin teilen sich die Ansichten. Wird auch daran liegen, ob die Menschen aufstehen, sich wehren, oder alles so weitergeht wie die letzten ungefähr zwanzig Jahre. Dann Gute Nacht.

Ivan Bukov
30.12.2009 11:07

Aufstehen und wehren?

Peter_23
28.12.2009 15:41
Das Arbeitslosenproblem wird auch jenes Problem

sein, an welchen das System am ehesten kippt. Wenn es kippt.

Denn bis jetzt, diese ganze "Finanzkrise", da sind halt irgendwelche Zahlen auf ihrgendwelche Konten mal runter gerutscht. Das tut niemanden direkt weh. Ausserdem kann man bei diesen ganzen Wirtschafts-Zahlen so herrlich schön schummeln.

Wenn aber eine bestimmte kritische Masse bei den Arbeitslosen überschritten wird, dann tut das weh.

kauf nix
28.12.2009 15:24
grundsätzlich schon richtig...

...aber wieso sollte sich österreich einer globalen krise entziehen können. denke wir sind bis dato (mal sehen wie es 2010 wird) mit einem blauen auge davon gekommen. ach ja - mitte 30, nicht akademiker, job gewechselt in 2009 und absolut nicht verschlechtert, nicht auf Suche aber genügend angebote.....

arbeiter_xii
28.12.2009 15:19

komplett ihrer meinung! mir geht es leider nicht anders. seit mitte mai arbeitslos, und nichts in sicht! würde schon jeden job nehmen, den man mir anbietet, jedoch bekam ich vom ams seit august keine briefe für bewerbungen, und aus den zeitungen findet man auch nichts! bin täglich 2-4 stunden auf job suche, und es findet sich einfach nichts. entweder zu viel bildung, oder zu wenig bildung. es ist ein graus! vor 9 jahren konnte ich mich vor lauter angeboten kaum entscheiden, in welche firma ich gehe. jedoch nun? ein trauerspiel!

Keyser
28.12.2009 15:59
Na viel Glück euch zwei beiden bei der Jobsuche

So wie ich das sehe, werdet ihr viel Geduld und Glück brauchen, bis sich eine neue Stelle auftut. Solang ihr Euch nicht auf das AMS verlasst, oder von denen Abhängig gemacht werdet, seid ihr auf der sicheren Seite. Vom AMS werdet ihr nämlich, wenns ganz blöd läuft, in den nächsten Monaten nichts hören, und danach noch oft genug gepiesakt und gequält werden. Aber lasst euch davon bloß nicht unterkriegen!

Falls ihr mal Probleme mit denen haben solltet, besucht die Seite http://www.soned.at Dort könnt ihr euch aber auch jetzt schon ansehen, wie es Betroffenen ergeht, die auf diesen Verein angewiesen sind. Ich hoffe für euch, das ihr das nie selbst erleben müsst, und das ihr bald einen neuen guten Job findet. *däumchendrück* :-)

myschkin
29.12.2009 09:49

Den Rotstrichlern meine Verachtung.

hanslblasta
29.12.2009 07:06

wär interessant, gäbe es auch eine "andere" Seite bei den auf soned präsentierten Geschichten;
so beschreiben die dortigen Begebenheiten subjektiv Erlebtes, aber Lesende können oft nicht nachvollziehen, was vielleicht sonst noch dahinter stehen könnte;
wobei schon klar ist, dass arbeitslose Menschen eine Vertretung ihrer Interessen brauchen und da auch selbst aktiv werden; ich würde aber Leuten eher den Kontakt zu AK oder Gewerkschaft empfehlen, dort gibt's gratis und INHO objektive Rechtsberatung in genau diesen Dingen;

Keyser
30.12.2009 17:06

Da stimme ich zu, es wäre interessant, mehr Details zu erfahren. Im wesentlichen ist es aber so, dass egal was dort beschrieben wird, es immer auf ein und dasselbe hinausläuft. Das AMS macht Probleme, aus denen sich die Leute irgendwann nicht mehr raussehen, was zu weiteren Problemen führt, mit unterschiedlichen Konsequenzen für den/die betroffenen.

Meine Meinung ist, alle die längere Zeit Probleme mit dem AMS haben, sollten mal damit anfangen Blogs zu schreiben. Da ist wenigstens zu erwarten, das die Geschichten für Aussenstehende vllt. ein bißchen besser nachvollziehbar sind.

AK als unabhängige Rechtsberatung für Arbeitslose? Da bin ich mir nicht ganz schlüssig. Die AK sitzt neben der IV und anderen im Kontrollgrämium des AMS. ;)

turn of a friendly card
29.12.2009 08:10

So wie ein Klosterbruder (=Beschäftigter im geschützten Bereich) nicht nachvollziehen kann, wie es einem Tagelöhner (=unselbständig Beschäftigter in der Privatwirtschaft) geht, kann sich hanslblasta nicht vorstellen, wie es Arbeitslosen geht. Macht ja grundsätzlich nichts, aber es ist wie im Klischeebild. Der geschützte Mensch ist arrogant und selbstgerecht gegenüber dem anderen.
Wäre es mal andenkenswert, sich soweit ins "Unbekannte" hinein zu versetzen, ohne persönliche Erfahrung, sondern einfach mit Einfühlungsvermögen, Vertrauen auf die Eigenständigkeit und Rechtsschaffenheit des anderen akzeptierend. Wir benötigen alle das ANDERSARTIGE Umfeld um persönlich zu profitieren. Also hat jeder etwas GLEICHWERTIGES beizutragen.

hanslblasta
10.01.2010 17:10

und worin besteht jetzt der inhaltliche Zusammenhang zu meinem obigen Posting, in dem ich die Einträge auf soned hinterfrage?
und welcher Film rennt bei Ihnen ab, wenn jemand etwas hinterfragt, auch wenn es Ihnen nicht paßt?
was soll mir unbekannt sein? wie wollen Sie das wissen? guter Mann, ich hab über Jahre prekär geschöpft, dass manch Jammerlappen heute noch Hören und Sehen verginge; und ich kann nach wie vor arbeitslos werden, falls Sie diese Info haben wollen; nur ich tu' tagtäglich was dafür, dass ich meinen Arbeitsplatz behalte und ich schau, dass ich "employabel" bleibe - und ich weiß, dass ich mit dieser Haltung nicht der einzige bin!

wobei: den philosophischen Satz zum Ende Ihres Postings kann ich durchaus unterstreichen;

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