2009 war überdurchschnittlich warm

28. Dezember 2009, 10:55
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In Wien regnete es um 52 Prozent mehr als im Durchschnitt, in St. Pölten um 60 Prozent mehr

Wien - Das Jahr 2009 fällt in weiten Teilen Österreichs überdurchschnittlich warm aus, so der Wetterdienst Ubimet in einer ersten Bilanz. "Das Jahresmittel der Lufttemperatur liegt dabei verbreitet um 0,8 bis 1,6 Grad über dem langjährigen Mittelwert", erklärt Meteorologe Roland Reiter. Noch größere Abweichungen gab es auf den Bergen, hier war es um bis zu 2 Grad zu warm. Der einzige Monat, der überall zu kalt ausfiel war der Januar mit negativen Temperaturabweichungen von bis zu 2,5 Grad. Deutlich zu mild war es hingegen im April, hier lagen die Höchstwerte um bis zu 5 Grad über den Normalwerten.

Die höchsten Temperaturen des Jahres wurden am 23. Juli gemessen. In Waidhofen an der Ybbs (Niederösterreich) kletterte das Quecksilber auf 37,9 Grad, in Bad Goisern (Oberösterreich) wurden 37,3 Grad gemessen, Weyer (Oberösterreich) folgt auf Platz 3 mit 36,9 Grad. Die extreme Hitze des Tages entlud sich spätnachmittags und abends entlang und nördlich der Alpen in einem der schwersten Gewitterereignisse der letzten Jahrzehnte. Orkanböen und golfballgroßer Hagel sorgten für erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft sowie an der Infrastruktur.

Die tiefste Temperatur wurde am 18. Februar in Seefeld (Tirol) mit -25,2 Grad gemessen. Ähnlich kalt war es am 20.12. in St. Jakob im Defereggental (Osttirol) mit -24,4 Grad, am selben Tag wurde in Weitensfeld ein Tiefstwert von -23,3 Grad erreicht. Noch kälter war es nur im Hochgebirge, am Sonnblick wurde am 20.12. eine Tiefsttemperatur von -28,1 Grad registriert.

Die Niederschlagsmengen zeigten sich uneinheitlich verteilt. Von Vorarlberg bis in die westliche Obersteiermark wurden etwa normale Niederschlagsmengen gemessen, sonst liegen die Summen um 10 bis 60% über dem Durchschnitt.  Besonders feucht war es dabei im Osten und Südosten, hier kam es in den Sommermonaten wiederholt zu Starkregenereignissen und teils unwetterartigen Gewittern.

Die Sonne konnte ihr Soll in weiten Teilen des Landes erfüllen, zum Teil übertraf sie den Normalwert um bis zu 15%. Am häufigsten schien die Sonne im Osten und Süden. In Villach durfte man sich über 2182 Stunden freuen, Platz 2 belegt Hollenthon in der Buckligen Welt (Niederösterreich) mit 2138 Stunden Sonnenschein knapp vor Andau (Burgenland) mit 2126 Stunden.

Die größten Windgeschwindigkeiten traten im Flachland am 23. Juli mit dem Durchzug unwetterartiger Gewitter auf. In Langenlebarn (Niederösterreich) erreichte der Wind mit 137 km/h in Böen volle Orkanstärke, auch in Zwerndorf sorgten Windspitzen von 130 km/h für beträchtliche Sachschäden. Die größte Windgeschwindigkeit auf den Bergen wurde am Innsbrucker Hausberg, dem Patscherkofel am 21.12. mit 176 km/h gemessen. (red)

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