Bundesheer & Zivildienst

Zivildienst-Träger widersprechen Fekter

29. Dezember 2009, 10:36

Fekter will bei Krankenstand Zivildienst verlängern - Um Missbrauch beim Zivildienst zu sanktionieren, sollen längere Fehlzeiten eingearbeitet werden

Wien - Beim Zivildienst soll Missbrauch abgestellt werden. Innenministerin Maria Fekter plant für 2010 eine entsprechende Novelle des Zivildienstgesetzes. Konkret geht es um Zivildiener, die ihre Zeit mehr oder weniger im Krankenstand absitzen. Sie sollen die Fehlzeit einarbeiten, heißt es.

Fekter betonte, dass es hier entsprechende Klagen der Trägerorganisationen gebe, die mit dem Missbrauch ihre liebe Not hätten. Denn wenn sich ein Zivildiener ständig krank melde, hätten die Hilfsorganisationen kein Personal und könnten auch kein zusätzliches rekrutieren. Daher soll nun der Krankenstand eingearbeitet werden. Dauert er über drei Tage hinaus, dann soll sich der Zivildienst um die Fehlzeit verlängern. derStandard.at erfuhr, dass Klagen der Trägerorganisationen vor allem im Krankentransport-Bereich stattgefunden haben sollen.

SPÖ gesprächsbereit

Der Koalitionspartner reagierte schnell und zeigte sich "gesprächsbereit" über Fekters Vorschlag. Aber man werde sich "den Entwurf im Detail ansehen" und mit der Zivildienstserviceagentur sowie den größeren Trägerorganisationen diskutieren müssen, meinte SPÖ-Sicherheitssprecher Otto Pendl am Montag im Parteipressedienst.

"Natürlich muss das missbräuchliche Beantragen von Krankenstand während des Zivildienstes geahndet werden, immerhin sind die Zivildienst-Trägerorganisationen auf jeden Mitarbeiter angewiesen", um ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen zu können, meinte Pendl. Er lehnte aber einen "Pauschalverdacht" ab - und verwies darauf, dass der Zivildienstserviceagentur schon jetzt Sanktionen gegen Missbräuche offen stehen. Diese sollten voll ausgeschöpft werden.

Bisherige Regelungen

Gemäß Gesetz haben Zivildienstleistende neben der Grundvergütung auch Anspruch auf kostenlose Kranken- und Unfallversicherung. Laut Zivildienstagentur muss ein Zivildiener - analog einem Arbeitnehmer - eine Erkrankung umgehend der Trägerorganisation melden und eine ärztliche Krankschreibung vorweisen.

Bei einem ununterbrochenen Krankenstand von 24 Kalendertagen oder mehr ist der Zivildienstleistende durch die Zivildienstserviceagentur bereits jetzt vorzeitig zu entlassen. Wenn die Voraussetzungen, die zu der vorzeitigen Entlassung geführt haben, wegfallen, muss der Zivieldiener das melden - er wird dann einer Trägereinrichtung zugewiesen, um die verbleibende Restdienstzeit ableisten zu können. Diese 24-Tage-Frist will Fekter also auf 3 Tage verkürzen.

Zahlen über den Krankenstand im Zivildienst gibt es nicht. Die - dem Innenministerium angegliederte - Zivildienstserviceagentur führt keine Statistiken, wurde am Montag mitgeteilt. 

Krankenstand kein Problem bei ÖRK, Volkshilfe, Neustart

Probleme mit Krankenständen gebe es nicht, im Gegenteil, man sei mit dem Einsatz der Zivildiener sehr zufrieden. Das war der Tenor bei den Trägerorganisationen Rotes Kreuz, Volkshilfe, Neustart und Hilfswerk. Eine gesetzliche Regelung, um Krankenstands-Missbrauch abzustellen, wird als nicht nötig erachtet. Scharfe Kritik an diesem Vorhaben von Innenministerin Maria Fekter von der ÖVP kam von der Sozialistischen Jugend (SJÖ) und der Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

Die größte Trägerorganisation, das Rote Kreuz, hat "kein gröberes Problem mit Dauerkrankenständen", berichtete der stv. Generalsekretär Werner Kerschbaum nach einer Rückfrage bei den großen Landesorganisationen. Allenfalls Sinn machen würde aus seiner Sicht eine Verkürzung der 24-Tages-Frist beim Krankenstand - nach der der Zivildienst unterbrochen werden kann - auf 18 Tage, analog zur Verkürzung Dienstes von zwölf auf neun Monate. Das Rote Kreuz beschäftigt mit 4.000 rund ein Drittel aller Zivildiener. Sie werden hauptsächlich im Krankentransport eingesetzt und decken rund 25 Prozent der Dienstzeiten ab.

Auch die Volkshilfe konnte "absolut nicht bestätigen", dass es Probleme mit Krankenständen gibt. Die Zivildiener würden größtenteils sehr engagiert und fleißig arbeiten, "wir sind sehr zufrieden". Den Bedarf, Missbrauch zu bekämpfen, sehe man nicht, erklärte der Pressesprecher der Volkshilfe Oberösterreich, Walter Deil.

Das Hilfswerk klagt ebenfalls nicht über zu viele Krankenstände. "Wir sind mit der Arbeit unserer Zivildiener sehr zufrieden. Probleme mit Krankenständen gibt es nur in Einzelfällen", sagte Präsident Othmar Karas.

Zivildiener im Allgemeinen sehr gut motiviert

Beim Bewährungshilfe-Verein "Neustart" gibt es "äußerst selten" Probleme mit Krankenständen. Hier gehe es freilich auch um die Frage der Motivation, merkte Neustart-Sprecherin Dorit Bruckdorfer an: Man bemühe sich, dass Zivildiener nicht nur ihren Dienst einfach ableisten, sondern auch den Sinn ihrer Tätigkeit erkennen - und im Allgemeinen seien die Zivildiener sehr gut motiviert. Dies merkte auch Kerschbaum an: Jeder zweite Zivildiener bleibe als Freiwilliger beim Roten Kreuz, womit diese Gruppe mehr als die Hälfte der Freiwilligen ausmache.

SJ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi und ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr warnten vor den möglichen Folgen von Fekters Plänen: Zivildiener Krankenstände "einarbeiten" zu lassen könne dazu führen, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren - oder dass sie trotz ernster Erkrankung den Zivildienst leisten. Beide lehnten eine weitere Schlechterstellung des Zivildienstes gegenüber dem Wehrdienst entschieden ab. Und sie warfen Fekter vor, Zivildienern pauschal Missbrauch zu unterstellen. Das sei ein "nicht hinzunehmender Vorworf" nicht nur an Zivildiener, sondern auch an die Ärzte, bei denen sie sich krankschreiben lassen müssen, kritisierte Michlmayr.

Die Zivildienstserviceagentur hat keine Statistiken über die Krankenstände. In der dem Innenministerium angegliederten Verwaltungsstelle müssen Krankenstände über 24 Tage (ab denen "nachzudienen" ist) gemeldet werden. Der überwiegende Teil der Zivildienstleistenden gehe über diese Grenze nicht hinaus, war alles, was auf Nachfrage der APA über Krankenstände zu erfahren war. Aber man berichtete von einem "Rekord" - nämlich bei den Zuweisungen: 2009 hätten die Zuweisungen erstmals die 13.000er-Grenze überschritten. (red, derStandard.at, 28.11.2009)

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Posting 1 bis 25 von 1281
Rre
00
20.1.2011, 08:31
Beim Roten Kreuz

werden die Zivildiener im Rahmen des Schulungsmonats dazu überredet, Blut zu spenden. Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, allerdings wird dabei mit zusätzlichen Urlaubstagen gelockt.

Diese Urlaubstage werden in der Regel von den Dienststellen dann aber nicht anerkannt - und das ist nur ein Teilaspekt der Verars*** durch diese Organisationen.

zionic
01
26.1.2010, 11:16
Sind Sie noch nicht unbeliebt genug Mme Fekter?

hat dieses Innenministerium sag mal nichts besseres zu tun als fragwürdige Ideen in die Welt zu setzen??

Reicht nicht schon die vorgelebte Asylpolitik?
Nein, jetzt wird auch noch da eingemischt wo's funktioniert anstatt im Innenministerium die Hälfte der überbezahlten Wichtigtuer zu verabschieden! ... oder gleich das ganze Ministerium

Raubkopierer
02
19.1.2010, 17:16

wenn wirs schon wie in der privatwirtschaft halten wollen und längeren krankenstand als "entlassungsgrund" einführen wollen, dann bitte auch ein gehalt wie in der privatwirtschaft.

doppel U
01
Sowas..

kann nur von jemandem behauptet werden der selber kein Jahr seines Lebens gezwungener Maßen für einen Winzigstlohn hart arbeiten musste. Hätte gerne gewusst wieviel Frau Fekter im Monat arbeiten würde für 278 €+ evtl. Essensgeld!
Dann hast mal eine Grippe, eine Woche Krankenstand und das musst dann auch noch nacharbeiten?

wirds schon noch sehen wenns selber im altersheim sitzt und keinen dialysetransport kriegt ;)


opelkadett
02
31.12.2009, 19:03
das ist menschenrechtlich

sehr bedenklich, strafen für krankheitsstand auszuteilen. andere lösungen wären da vielleicht intelligenter (z.b. dass die träger aushilfen holen dürfen). und mißbrauch muß man halt erst mal beweisen, im zweifel FÜR den angeklagten!

Caligulas Gaul
02
31.12.2009, 15:18
Vorschlag:

Wenn sich Frau Fekter schon unbedingt dem Zivildienergesetz widmen will, so soll sie bitte zuerst den monatlichen Grundlohn in einen Stundenlohn umwandeln.
Im Moment macht es nämlich lohn- oder urlaubstechnisch keinen Unterschied ob man eine 38- oder eine 45-Stunden-Woche hat.

Fernchen
07
30.12.2009, 12:38
Haha :D

Fekter: "Die Zivildiensttraeger beschweren sich dauernd dass die Zivildiener schwaenzen mit Krankenstand, darum sollen die zu noch laengerem Zivildienst gezwungen werden!!!"

Zivildiensttraeger: "Wer hat sich denn beschwert? Wovon redet die Frau? Ist sie im Delirium?"

living reef
05
30.12.2009, 09:27
fekter ortet mißbrauch allerortens

darum schaut sie auch möglicherweise imnmer so grießgrämig drein. sie sollte einmal in sich gehen und überlegen, ob sie mit ihrer person nicht das amt mißbraucht.....

Martin Major
 
00

vielleicht glaubt sie ja, dass das amt sie missbraucht

Sandra Blümel
31
29.12.2009, 21:54
alle acht monate zum heer, dann alle vier monate als zivis.

Zermalmt die Niederträchtige!
00
20.1.2011, 07:50

Das wäre menschenrechtswidrig, da es sich dann beim Zivildienst um keinen Wehrdienst-Ersatz handeln würde.

auf Leben und Brot
03
30.12.2009, 06:31
krank

Kaluster
00
29.12.2009, 22:18

das freiwillige jahr kannst machen wen du willst.
http://www.fsj.at/index.php?pid=1

Raubkopierer
00
19.1.2010, 17:18

danke für den link. nach den neun monaten zwangs-schülerlotsen suche ich schon nach einer tätigkeit mit sinn...könnte man in einer studienpause machen.

gert käfer
 
35
29.12.2009, 21:42
wann treten eigentlich endlich die Frauen

den Dienst an. Nur viel Essen und Schminken ist zu wenig in der heutigen Zeit

friedrich wilhelm voigt
00
31.12.2009, 14:39

es sollte nicht die frage sein, wann die frauen auch endlich zur gleichen ungerechtigkeit gezwungen werden, sondern wann sich die ungerechtigkeit überhaupt aufhört.

springflower
51
30.12.2009, 08:09
Kannst ja mal ein, zwei Kinder gebären,

nebenbei Vollzeit arbeiten, den Haushalt schupfen,
deine Liebste bei Laune halten (als Partnerin und sexuell) und auch sonst noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ist dir sicher zu wenig.

Le'Mac
00

sie sind ja ganz eine arme!
warum das leben nur so ungerecht zu ihnen ist...

Ausgeflippter Lodenfreak
11
30.12.2009, 14:02

Ja genau, denn so schaut ja das Leben der modernen Frau aus. Ich kenne einige Frauen, die gute Jobs haben, die früher Männern vorbehalten waren, die haben alle keine Kinder aber eine Putzfrau.

rorschach
10
na und? und deshalb sind sie neidig

und wollen das frauen jetzt auch verpflichtend zwangsdienste leisten?

Fernchen
03
30.12.2009, 12:36

Zeigen Sie mir jede 18-23jaehrige (das Standardalter fuer Praesenz- bzw. Zivildiener) die Ihrer Auflistung entsprechen.
Ich bin sicher, viele werden Sie nicht finden.

rorschach
10
stimmt ja ... also die frauen mit 18 zum heer oder zivildienst

danach dürfens dann noch immer viel weniger verdienen und wenns ja kind bekommen sich um den nachwuchs kümmern - oh wie konnte ich nur vergessen 3% der Männer gehen ja in Karenz bei diesen Zahlen eigentlich unverständlich warum sich frauen nicht um weitere dienste an der gesellschaft schlagen ....

immer dieses wehleidige herumgeraunze ...

Little Willy
00
Und warum lernen die nicht besser bezahlte Berufe?


Weil sie ihr http://tinyurl.com/statusdenken anwenden und vom Manne leben.

rorschach
10
das meinen sie jetzt tatsächlich ernst oder?

frauen verdienen in gleichen positionen im gleichen berufsbild weniger als männer - ist es jetzt angekommen?

den link habe ich nicht verfolgt aber wenn sie klassische familienstrukturen mit hausfrau und so ansprechen dann ist das natürlich schon auf eine patriarchale gesellschaft zurückzuführen .... alles weitere zum thema bitte nachlesen - ja es gibt dazu literatur!

Little Willy
00
Ja? Bei welchen Firmen?

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