Ergo will in Österreich unter die Top Vier

28. Dezember 2009, 09:12
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Munich-Re-Tochter expandiert über Wien nach Osteuropa

Wien - Die deutsche ERGO Versicherung will in Österreich kräftig wachsen und über ihre Wiener Tochter auch in Osteuropa expandieren. Derzeit ist die Tochtergesellschaft der Munich Re (Münchener Rück) in Österreich mit den Marken Bank Austria Versicherung, Victoria-Volksbanken, Quelle Versicherung und D.A.S. die fünftgrößte Versicherungsgruppe. Ziel ist, zu den großen vier Versicherungen in Österreich aufzuschließen und im Laufe der Jahre Nummer drei oder Nummer vier in Österreich zu werden, sagte Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende der ERGO Austria International AG. Der Auslandsanteil an den Prämien soll innerhalb der nächsten fünf Jahre von derzeit zehn auf 30 Prozent steigen.

Heuer kann die vorwiegend in der Lebensversicherung tätige ERGO-Gruppe in Österreich bereits auf ein beachtliches Wachstum verweisen. Die Prämieneinnahmen steigen um 25 Prozent auf mehr als eine Mrd. Euro. Man liege damit deutlich über dem Markt. Das kommende Jahr werde allerdings für die Versicherungswirtschaft noch sehr schwierig werden, Wachstumsraten in der Größenordnung des heurigen Jahres würden sich für die ERGO wohl nicht mehr ausgehen. In den kommenden fünf Jahren soll das Prämienvolumen aber dennoch um insgesamt 50 Prozent wachsen.

Bankenvertrieb über Bank Austria

Rund 70 Prozent des Geschäfts kommen aus dem Bankenvertrieb über die Bank Austria und die Volksbanken-Gruppe. ERGO ist seit 2008 mit 90 Prozent Mehrheitseigentümerin der Bank Austria Versicherung, 10 Prozent hält die Bank Austria. An der Victoria-Volksbanken Versicherung (VV) ist ERGO Austria mit knapp unter 75 Prozent beteiligt, knapp über 25 Prozent gehören der ÖVAG. Beide Versicherungen werden heuer deutlich positiv sein, die Bank Austria Versicherung hat für 2008 einen Jahresfehlbetrag von 40 Mio. Euro ausgewiesen.

Gut gelaufen ist bei der ERGO, der drittgrößten Lebensversicherungs-Gruppe in Österreich, vor allem das Geschäft mit den Einmalerlägen sowie bei den Verträgen gegen laufende Prämie die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise gebe es - wie bei allen anderen Versicherungen - erhöhte Rückkaufsraten und mehr Prämienstilllegungen, allerdings in "verträglichem Ausmaß". Das Einmalerlagsgeschäft soll weiter forciert werden, denn der Markt entwickle sich derzeit stark vom Ansparen zum Entsparen. Viele ältere Kunden wollten weiter veranlagen oder Geld in eine Rentenversicherung transferieren, so Stadler.

2010 mit Sachversicherungen

Starten will man 2010 mit Sachversicherungen über die Bankpartner. Eine Entscheidung über die Quelle Lebensversicherung AG wird es in Österreich im Februar geben, in Deutschland wird sie in "ERGO Direktversicherung" umbenannt. Darüber hinaus nimmt die ERGO-Gruppe, die Erstversicherungstochter von Munich Re, dort auch ihre traditionsreichen Marken Victoria und Hamburg-Mannheimer vom Markt.

Wien ist für den ERGO-Konzern das internationale Kompetenz-Center der Bancassurance, sagte Stadler, die seit Mitte November Chefin von ERGO Austria ist und zuvor im Vorstand der UNIQA war. In Wien sind derzeit 650 Mitarbeiter beschäftigt und in ganz Österreich rund 1.000, davon 300 im angestellten Außendienst. Im Zuge der Expansion werde man auch entsprechend Mitarbeiter aufnehmen und den Personalstand aufstocken.

Im Osten ist die ERGO Austria derzeit in Slowenien, der Slowakei, Kroatien, Tschechien und Ungarn vertreten. Im kommenden Jahr wird man in Rumänien starten. In einem zweiten Schritt ist die Expansion nach Serbien, Bosnien und die Ukraine geplant. Das Geschäft wird in enger Kooperation mit den Bankpartnern UniCredit und Volksbanken gemacht.

Ab 2011 werde es in Osteuropa wieder aufwärts gehen, erwartet Stadler. Die Wachstumsraten im Versicherungsgeschäft werden aufgrund des enormen Nachholbedarfs über jenen in Westeuropa liegen. Begonnen wurde in den Ländern mit Neugründungen, es gebe daher in einigen Tochtergesellschaften noch Anfangsverluste. Neben organischem Wachstum sind aber auch Zukäufe möglich, "wenn sich die Gelegenheit bietet". Dass es für die Expansion nach Osteuropa zu spät ist, glaubt Stadler nicht. Der Zeitpunkt zum Einstieg sei derzeit "durchaus günstig" und der Versicherungs-Markt noch wenig erschlossen. (APA)

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