Urteil gegen Adamovich

Ungebührlich aus Ungeduld

27. Dezember 2009 20:56

Adamovich hatte in einem Krone-Interview spekuliert, das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für Natascha Kampusch "allemal besser gewesen sein als das, was sie davor erlebt hat"

Ist Ludwig Adamovich ein Mann mit zu schneller Zunge? Mitnichten. Der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofs ist Berater des Bundespräsidenten, laut Falter ein "Schöngeist, der mit feiner Klinge und leisem Humor" agiere. Kann man so einen, der zudem Vorsitzender der Kampusch-Evaluierungskommission ist, wegen übler Nachrede verurteilen? Man kann - mit einiger Berechtigung.

Adamovich hatte in einem Krone-Interview spekuliert, das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für Natascha Kampusch "allemal besser gewesen sein als das, was sie davor erlebt hat". Er hat diese Aussage in unterschiedlicher Nuancierung wiederholt, vor Gericht den Wahrheitsbeweis angeboten - und am Ende Kampuschs Mutter doch eine Ehrenerklärung angeboten. Abgesehen davon, dass solches Verhalten einigermaßen verwirrend ist: Kampuschs persönlicher Horror eignet sich nicht für Vergleiche dieser Art.

Adamovichs Aussagen haben trotz ihrer Ungebührlichkeit aber einen ernst zu nehmenden Kern: Ihm war der Kragen geplatzt, weil die Justiz nur sehr zögerlich bereit war, die eigenen Vorgänge von damals zu hinterfragen. Dieser Mangel an Selbstreflexion hat auch schon den Spitzenpolizisten Herwig Haidinger zur Verzweiflung und an die Öffentlichkeit getrieben. Innenministerin Maria Fekter tut gut daran, Adamovich trotz des Urteils den Rücken zu stärken - und der wäre gut beraten, seine Gekränktheit über den verlorenen Prozess zu überwinden und das zu tun, was er am besten kann: gründlich weiter nach der Wahrheit suchen. (Petra Stuiber/DER STANDARD, Printausgabe, 28. Dezember 2009)

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Tschuri Cazzino
 
04.01.2010 14:56
Wenn man Adamovichs "Ermittlungs"ergebnisse ernst nimmt,

so ist der Verdacht der Mittäterschaft gegen Priklopil-Freund H. endgültig ausgeräumt. Mittäterschaft wobei? Bei einer liebevollen Beziehung?

Wenn man den Worten Adamovichs aber die angemessene Bedeutung zumisst, wie das eine Bezirksrichterin in ihrem Urteil ebenso tut, wie der ermittelnde Staatsanwalt im Fall Kampusch, so bleibt nur, dass Adamovich ein unverbesserlicher Rufmörder ist, der bewusst Unwahres von sich gibt um Opfer und Familie anzuschwärzen und zudem den Ansehen seines Standes und der Republik schadet und damit eines der schlimmsten Verbrechen der 2. Republik verharmlost sowie den Täter exkulpiert.

Ann Ecker
02.01.2010 16:47
Der A. wollte die Stimmung "evaluieren", der hofft immer noch ..

dass er sich vor dem Rücktritt drücken kann.
Aber so dumm, ihm "den Rücken zu stärken", ist mittlerweile nur noch das Profil.
Alle andern schnallen spätestens jetzt, welcher Story sie da aufgesessen sind - ist ja auch verständlich - jeder denkt, da muss doch was dran sein, wenn sich so ein dekorierter Mann so weit aus dem Fenster lehnt.
Muss - wie man sieht - eben nicht unbedingt: Dem alten Herrn hat seine Eitelkeit einen Streich gespielt. Dass er selber an seine Theorie glaubt, oder irgendwann geglaubt hat, nehm ich ihm sogar ab.
Das entschuldigt ihn freilich nicht, vor allem enthebt es ihn nicht davon, dass er sich entschuldigt, und zurücktritt.

Bhai Sahib
 
02.01.2010 21:20
Unkorrigierbare Fehlauffassungen sind

einerseits pathologische Störungen und andererseits -- bei weiterer Bedrohung von Sicherheit und Ordnung -- Grund für eine bleibende Sicherheitsverwahrung in einer geschlossenen Anstalt.

graeslein
 
02.01.2010 15:17



Es gab auch im Standard vor einer Stunde rund nocht einen Hinweis auf das Profil Interview mit Adamovich.

Der ORF hat seinen Eintrag im www. gelöscht, der Standard offensichtlich auch, jedenfalls ist er nicht mehr zu finden. Dennoch erblödete sich der ORF im heutigen Mittagsjournal darüber zu berichten. Und zwar unkommentiert ...

Wie schon gesagt, Adamovich lenkt den Fokus seiner Ermittlungen nur mehr auf ev. Rechtfertigungsmomente seiner infamen Äußerungen. Er ist daher absolut UNTRAGBAR für diese Kommission.

Ann Ecker
02.01.2010 12:43
Neue Meldung im ORF: Ad. stellt sich angeblich im kommenden Profil als wehrloses Opfer der österr. Kellerflüchtlingsgewerkschaft dar

und wiederholt (laut Orf von heute http://www.orf.at/?href=htt... 3064.html)
...und wiederholt seine Verdächtigungen in extrem vernebelter Form, so , das man ihn nicht gleich wieder anzeigen kann. Von Entschuldigung jedenfalls keine Rede.
Er will nur die Optik seiner Blamage retten.
Und das Profil will da mitziehen?
Und der ORF gibt seine Sicht unkommentiert wider!
Wo sind wir eigentlich?

suboptimal
 
02.01.2010 14:45
BLAMAGE für PROFIL und Adamovich

Die beiden Kampusch-Fluchtversuche sind seit 2006 (!) in den Medien - Die Fluchtversuche sind gar nicht neu, und Adamovich deckt etwas als "neu" auf, was bereits im Jahr 2006 in der Kronenzeitung stand.
Über ihre Fluchtversuche hat SIE selber berichtet, die standen europaweit in den verschiedensten Zeitungen. Aufdecker Adamovich hat wie schon so oft gar nichts Neues "aufgedeckt". Auch der Polizei ist das alles seit damals bekannt.

"Einmal bin ich schon beim Tor hinausgerannt" - 09.09.2006
http://www.rp-online.de/panorama/... 61493.html

Kronenzeitung
http://www.krone.at/krone/S32... index.html

ORF hat die peinliche Falschmeldung schon entfernt.

graeslein
 
01.01.2010 08:46
seine Gekränktheit über den verlorenen Prozess zu überwinden und das zu tun, was er am besten kann: gründlich weiter nach der Wahrheit suchen



Ob dieser senile Greis gekränkt ist, oder nicht, interessiert in diesem Kontext nicht. Er ist befangen, denn er richtet zwangsläufig den Fokus seiner "Ermittlungen" (soweit man überhaupt von Ermittlung sprechen kann, wenn der Ermittler coram publico bekannt gibt, dass es für das Opfer ohnehin einem happening gleichgekommen wäre, bei Priklopil ausharren zu dürfen) auf die Beweiskraft seiner unglaublich abscheulichen Aussagen.


Der "Spitzenjurist" (der er ohnehin nie war), hat nun auch einer breiten Öffentlichkeit klarmachen können, dass er diesen Ruf zu Unrecht trägt. Vielleicht, Frau Stuiber, wird Ihnen das irgendwann auch klar.

Strudelteig
31.12.2009 02:56



Nach § 282 Abs 2 StGB ist mit bis zu 2 Jahren zu bestrafen, wer öffentlich

eine Handlung,

die mit mehr als einjähriger Freiheitsstrafe bedroht ist,

in einem Druckwerk, im Rundfunk oder innerhalb einer breiten Öffentlichkeit

in einer Art gutheißt, die geeignet ist, das allgemeine Rechtsempfinden zu empören.

Es wird daher zu prüfen sein, ob mit der Behauptung, es wäre Kampusch "möglicherweise" in der Priklopilschen Gefangenschaft besser ergangen, als vor dieser Gefangenschaft, die Tat des Priklopil ausdrücklich gebilligt wird. (vgl:
Foregger - Fabrizy, RN 3 zu § 282 StGB).

Jedenfalls ist das ein eines "Spitzenjuristen" unwürdiges sich am Rande des Strafgesetzes Dahinlavieren.
d

Ann Ecker
31.12.2009 12:02
noble (oder feige?) Zurückhaltung der Medien!

... jedenfalls bemerkenswert:
Kein einziger Journalist traut sich anscheinend jetzt den ja sonst so auskunftsfreudigen Herrn Adamovich zu interviewen. Seit Tagen auffälliges Schweigen im Blätterwald - keine einzige Meldung seit vier Tagen!, nach diesem (freilich logisch zu erwartenden) Sensationsurteil.
Habt ihr Angst vor dem mit allen Wassern gewaschenen Spitzenjuristen? Der so gern das Foto herumzeigt, wo ihm Putin die Hand schüttelt?

Schön wäre es, würdet ihr Euch nur eben so zurückhaltend verhalten (haben), ihr Damen und Herrn Jounalisten, wenn die Mißbrauchsopfer in die Öffentlichkeit gezerrt wurden und werden!

Strudelteig
01.01.2010 16:31


Sie müssen bissi Nachsicht mit den Medien haben... Die haben doch alle von einem Knalleffekt gesprochen, den Adamovich in kryptischer Weise angedeutet hat. Und sie prophezeihten mehr oder minder aus dem Kaffeesud, beeindruckt von der Dummheit, Rechtsunkenntnis Überheblichkeit und vor allem Gemeinheit dieses senilen Trolls einen strahlenden Siegfried mit weißer Weste.

Jetzt strafte sie eine Bezirksrichterin Lügen. Was sollen sie jetzt schreiben? Man könnte dieses Schweigen peinliche Betretenheit nennen, und damit wäre ja der Rechtsfriede wiederhergestellt. Diese Zurückhaltung war und ist dem Standard fremd, er trommelt nach wie vor dumpfe Geister zusammen, um den Mob seiner Leserschaft zu befriedigen.



graeslein
 
31.12.2009 11:57



Welcher "Spitzenjurist" hat denn da ein rotes spendiert?

*rofl

Strudelteig
31.12.2009 01:06
Gemäß § 282 Abs 2 StGB macht sich strafbar (Strafrahmen 2 Jahre)



Wer in einem Druckwerk, im Rundfunk,oder sonst auf eine Weise, dass es einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird,

eine vorsätzlich begangene Straftat, die mit mehr als 1-jähriger Strafe bedroht ist,

in einer Art gutheißt,
die geeignet ist, das allgemeine Rechtsempfinden zu empören,

ist mit Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren zu bestrafen.

Also eigentlich ist der senile Greis ja ein wirklicher Rechtsbrecher und eigentlich wäre es Aufgabe der Staatsanwaltschaft diesbezüglich einzuschreiten und schleunigst mit Vorerhebungen zu beginnen!

Es geht also bei diesem EX- Höchstrichter nicht nur um ein Privatanklagedelikt, sondern eben auch um ein offizioses Delikt.

Kuldip K.
 
01.01.2010 00:23
Juuuuuunger Mann ---

--- hier mauert doch die Dombauhütte,


V O L L K A S K O.

graeslein
 
31.12.2009 11:12



:-)) Da hat jemand den "Foromat" arg herausgefordert ... *lach

Strudelteig
31.12.2009 15:25


Es gibt eine dritte ( eigentlich 1.) Version, die war vermutlich unverdaulich für die Stuiber, weshalb sie in die Untiefen des Foromaten verschwunden ist.

Ich kann das sogar nachvollziehen.

graeslein
 
31.12.2009 11:59



Da hat jemand nicht verstanden, weshalb Strudelteig ein beinahe gleichlautendes Posting doppelt hereingestellt hat.

Ein Blitzer einfach!

graeslein
 
30.12.2009 19:55
Ich halte es aus rechtsstaatlichen Erwägungen für gefährlich, einem Verurteilten in aller Öffentlichkeit - gar in einem angeblichen Qualitätsmedium - den Rücken zu stärken, seine Taten zu bagatellisieren und mit irgendeinem Geschwafel


zu rechtfertigen.


Eine demokratische Gesellschaft lebt von der Rechtsstaatlichkeit, es muss der Bürger auf dessen Funktionieren und damit auf die Rechtsrichtigkeit gerichtlicher Urteile vertrauen können.


Im konkreten Fall ist nicht nachvollziehbar, weshalb Ungeduld dazu legitimieren soll, eine ohnehin durch den Täter schwer be- und geschädigte Familie durch den Dreck zu ziehen. Das ist ja schon aus dem Mund des Täters ein Affront auf den Intellekt der Österreicher, zu einer unglaublichen Beleidigung für den Verstand der Leserschaft wird dieses Gebrabbel jedoch erst durch die wohlwollende Kritiklosigkeit in einem angeblichen Qualitätsmedium.

suboptimal
 
30.12.2009 22:28
Das Wort "ungebührlich" ist ja gleich die erste Bagatellisierung,

der Rest steht unten, weil das Erscheinen meiner Postings sehr gefährdet ist. Meine letzte unzulässige Ungebührlichkeit bestand darin darauf hinzuweisen, dass der Aufdecker der Wahrheit bis jetzt rein gar nichts aufgedeckt hat und dass auch die rückenstärkende Innenministerin das bereits behirnt hat.

"Das hat etwas mit der Qualität der Journalisten zu tun."
http://derstandard.at/plink/125... id15168601
.

nam eda
30.12.2009 10:51

wie kommt er dazu details aus dem privatleben der jungen frau öffentlich zu machen? das finde ich empörend.

Ann Ecker
29.12.2009 19:08
ORF lässt keine Postings zu Adamovich mehr zu!

.. und keine Zeitung traut sich mehr was über den feinen Herrn A. zu bringen.
Was ist los? Der Herr ist nach wie vor Leiter der Kommission, als selbst in dem Zusammenhang verurteilter? Da warte alle still und geduldig, bis der alte seine letzten Weihnachtskekse aufgegessen hat, bevor er was überlegt.
Einzig der ORF bringt heute eine Kampusch Meldung. Und siehe: Dort werden keine Postings gestattet! Klingelt es endlich bei einigen! Unter dem fadenscheinigen Vorwand, der unter anderem in dem Artikel erwähnte Selbstmord von Priklopil erlaube kein Posten. Von Adamovich kein Wort in dem Artikel.
Welche Pietät auf einmal - wo bleibt euer Feingefühl eigentlich sonst, wenn hr auf wehrlosen Leuten rumtrampelt?

Strudelteig
29.12.2009 16:54



Ich verstehe ja, dass man anläßlich eines solchen Verbrechens gerne jemand vor Gericht stellen würde, weil das irgendwie den Rechtsfrieden wieder herstellt.

Der Täter hat sich aber diesem Bedürfnis erfolgreich entzogen, und sich letztendlich selbst gerichtet.

Dieses unbefriedigte Vergeltungsbedürfnis sowie die eklatanten Ermittlungsfehler, die nicht nur die Dauerhaftigkeit dieses Verbrechens überhaupt erst ermöglicht hatten, sondern der Republik eine erhebliche Mitschuld aufbürden, veranlassen die Suche nach neuen Schuldigen, wobei sich als Sündenbock klarerweise die eigene Mutter des Opfers, weil in und von der Öffentlichkeit durch wüste Altherrenphantasien ohnehin schon angepinkelt, als ideal erweist.

graeslein
 
29.12.2009 16:10
Der Justiz ist gar nichts vorzuwerfen, sie war nach der damaligen Rechtslage gar nicht befasst mit den Ermittlungen, die hatte allein die Sicherheitsbehörde durchzuführen.





Jetzt wurden nach beinah 3-jähriger Tätigkeit
auf Anregung der Evaluierungskommission weitere Personen einvernommen, u.a. ein richtiger Vogel, nomen est omen, besachwaltert und vorbestraft, herausgekommen ist nix.

Dass ein Verfassungsrichter möglicherweise eine weitreichende Kompetenz in Verfassungsrecht hat, mag sein, investigativen Spürsinn a la Sherlock Holmes mußte er nicht beweisen.



Mit seinen Äußerungen greift er die durch nichts bewiesenen Verdächtigungen des Wabel und Pöchhackers auf, der die Mutter in die Nähe eines Mordes gebracht hatte, weil der Mutter ein Schotterteicheigentümer bekannt ist. Daraus wurde konstruiert, dass das Kind in diesem Teich versenkt vor sich hinmodert und der Teich umgebuddelt.

Gehts eh noch!

Ann Ecker
29.12.2009 02:43
Wie wärs mit freischalten?

Sie schalten wohl nur frei was Ihnen in den Kram passt, Frau Stuiber und Freunde?
Wo bleiben die Postings?

Ann Ecker
29.12.2009 01:40
Sehr geehrte Petra Stuiber!

Ich werde nie verstehen, wie eine Journalistin wie Sie sich dazu hergeben können, bei so offensichtlichen medialen Übergriffen gegen ein Mißbrauchsopfer und seine Eltern mitzumachen.
Herr Adamovich mag seine Verdienste in der Vergangenheit haben - in diesem Fall hat er definitiv Bockmist gebaut - wie können Sie ihn jetzt noch auffordern, mitzumachen, bei dem Grad seiner Befangenheit?
Adamovich senior würde sich schämen für seinen Sohn. Je länger dieser sich mit nicht zur Debattte stehenden Argumenten verteidigt und mit einer rückhaltlosen Entschuldigung wartet, umso tiefer fällt ein endgültiger Schatten auf den Charakter dieses einst so berühmten Juristen ... von dem fortgesetzten Unrecht an den Opfern mal ganz abgesehen.

magdalena miaz
28.12.2009 21:30

weil ihm der Kragen wegen der Justitz geplatzt war verhöhnt er die Opfer? Welchen Sinn soll das ergeben ?????

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