Dennis Brutus 1924-2009

27. Dezember 2009, 19:34
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Südafrikanischer Lyriker und Anti-Apartheid-Aktivist

Kapstadt - Der südafrikanische Lyriker Dennis Brutus starb am Samstag 85-jährig in Kapstadt. Brutus hatte über Jahrzehnte hinweg mit Worten gegen die Apartheid gekämpft.

Brutus wurde 1924 im damaligen Rhodesien als Sohn von südafrikanischen Lehrern geboren. In Südafrika wurde er später selbst Englisch-Lehrer und engagierte sich schon früh politisch. So wirkte er an der Gründung des Südafrikanischen Sportverbands mit, der sich als Gegengewicht zum offiziellen Verband der weißen Minderheit etablierte.

1961 floh Brutus nach Mosambik, wurde aber von dort wieder abgeschoben. Bei einem Fluchtversuch aus Polizeigewahrsam wurde er beinahe erschossen. Brutus war Mitte der 1960er Jahre zusammen mit Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert.

Im Gefängnis entstanden die Gedichtbände "Sirens, Knuckles, Boots" sowie "Letters to Martha and Other Poems from a South African Prison". Darin verarbeitet er seine Erfahrungen auf sehr persönliche Weise.

Nach seiner Freilassung emigrierte Brutus 1971 in die USA, wo er bis 1983 um die Anerkennung seines Asyls kämpfen musste. An der Northwestern University und der University of Pittsburgh lehrte er Literatur und Afrika-Wissenschaft.

Bis 2006 legte Brutus zahlreiche Lyrikbände vor, darunter "A Simple Lust", "Stubborn Hope" und "Salutes and Censures". Vor drei Jahren brachte der Verlag Haymarket den Sammelband "Poetry and Protest" heraus. (APA / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2009/ red)

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