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Setzt auf Aha-Effekte: Ruhr.2010-Chef Oliver Scheytt
Wien/Essen - Die grundlegende Idee - bereits 2001 geboren - war, die 53 Städte des Ruhrgebiets unter einen Hut zu bringen. Ein Slogan, mit dem die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 für sich wirbt, liegt daher nahe: "Wo das geht, geht alles."
Als Ruhrgebiet konnte man sich natürlich nicht um den Titel Kulturhauptstadt bewerben. Aber man nominierte erst so spät wie möglich eine Stadt: "Weil wir eine Einheit sein wollen", sagt Oliver Scheytt, Geschäftsführer von Ruhr.2010, im Gespräch mit dem Standard. Im Februar 2004 fiel die Entscheidung: Essen gewann das interne Match gegen Bochum mit 23:20 Stimmen - und kurze Zeit später die nationale Ausscheidung gegen Köln und Münster. 2006 schließlich wurde Essen als Kulturhauptstadt von der EU auserkoren - zusammen mit Istanbul und Pécs.
"Wir spielen mal Metropole", sagt Scheytt, der kurz vor Weihnachten im Rahmen einer Roadshow in Wien weilte. Essen steht zwar das ganze Jahr über im Zentrum, jede Woche aber darf sich eine der 52 anderen Städte als "Local Hero" präsentieren. Und alle zusammen wollen "neue Bilder" generieren. Bilder des Wandels natürlich. Und man will mit Vorurteilen aufräumen: An der Ruhr stehen beispielsweise 150 Burgen - und Essen ist die drittgrünste Stadt Deutschlands: "Damit werben wir aber nicht. Das ist der Aha-Effekt, wenn man zu uns kommt."
Zur Präsentation in Wien kam auch Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann, der von 2000 bis 2005 das Schauspielhaus Bochum geleitet hatte. Er rühmte die Offenheit der Bevölkerung: "Im Ruhrgebiet gibt es keinen Fremdenhass. Denn fast alle kommen aus der Fremde."
Eröffnet wird Ruhr.2010 am 8. Jänner: Um 18.45 Uhr läuten alle Glocken in allen 53 Städten als Zeichen der Begrüßung. Tags darauf findet auf der ehemaligen Kokerei Zollverein in Essen der offizielle Festakt statt. Als Höhepunkt wird Herbert Grönemeyer seine neue Hymne Kommt zur Ruhr präsentieren. Im Anschluss daran feiert man auf dem riesigen Industriegelände ein zweitägiges Kulturfest - mit hunderten Programmpunkten, einer Lichtinszenierung und einem Feuerwerk. Am 10. Jänner wird ebendort die ehemalige Kohlenwäsche als Ruhr Museum - umgebaut von Rem Kohlhaas - eröffnet: In den Hallen mit den zyklopenhaften Maschinen erzählt man die Geschichte des Ruhrgebiets nach. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2009)
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