Gerechtigkeit für Barack Obama

27. Dezember 2009, 18:33

Man wird erst am Ende seiner ersten Amtszeit beurteilen können, ob er im Raum zwischen Kairo und Islamabad etwas bewegen konnte

Die Leserinnen und Leser dieser Kolumne werden sich erinnern: Während des Vorwahlkampfes der US-Demokraten wurde hier Hillary Clinton der Vorzug gegeben - unwichtig für die folgenden Wählerentscheidungen, wichtig jedoch für die folgenden Argumente pro Obama.

Als gewählter Präsident der USA wurde er in Europa (und in Österreich) auch von Leuten gefeiert, die hierzulande niemals einem Kandidaten afrikanischer Abstammung ihre Stimme geben würden.

Jetzt, da seine Politik nicht gleich die (naiv) erwarteten Erfolge gezeitigt hat, wird er in den meisten Medien als schwach und ungeschickt heruntergeschrieben. Wobei leider auch über Kommentatoren zu sagen ist, dass sie den Begriff Schwäche immer noch verwenden wie die Altvorderen: „Wets", so nannte sie Margaret Thatcher, sind Politiker, die zuwarten, die verhandeln. Stärke heißt: dreinhauen.

George W. Bush war stark. Aber was hat der Irak-krieg gebracht? Eine Verschlechterung der Lage in Nahost. Obama, der bei seiner Nobelpreis-Rede Gewalt als Ultima Ratio nicht ausschloss, agiert ähnlich wie die Europäische Union: mit Geduld und Diplomatie.
Man kann das Schwäche nennen. Aber der Iran beispielsweise hat vis-à-vis Bush sein Atomprogramm trotz massiver Drohungen der USA genauso weitergetrieben wie jetzt vis-à-vis Obama und Clinton. Man wird erst am Ende seiner ersten Amtszeit beurteilen können, ob er im Raum zwischen Kairo und Islamabad etwas bewegen konnte.

Dann erst wird sich auch herausstellen, ob er den Friedensnobelpreis verdient hat oder nicht.
Denn es reicht nicht, dass ihm (und seiner Außenministerin) in Europa mehr gelungen ist. Das Zwischentief durch den Bau eines ost-mitteleuropäischen Raketenschild hat er wieder verscheucht und den Russen gleichzeitig Gründe genommen, Gegenmaßnahmen via Öl- und Gasleitungen zu ergreifen. Das beruhigt.

Apropos Europa. Die Klimapolitik Obamas ist jetzt schon als positiv zu beurteilen. 1. Sein Vorgänger hat sich strikt gegen jede CO2-Reduktion gestellt. 2. Obama hat die maßgeblichen Ämter der USA mit Klimaexperten besetzt. 3. Er wollte, indem er den Kongress vor fixe Klima-Zusagen gestellt hätte, seine Gesundheitsreform nicht gefährden.

Die ist in der Tat eine enorme Leistung. Verwässert zwar, aber im Kern vom Senat beschlossen gegen eine republikanische Phalanx, die das neue Versicherungssystem als sozialistisch bis sowjetisch bezeichnet. Der Hauptvorwurf: Obama verstaatliche den Menschen.
Noch muss das Repräsentantenhaus zustimmen. Aber wenn das geschieht, ist dem Präsidenten der Start für ein Jahrhundertwerk gelungen, das auf europäischen Erfahrungen aufbauen kann.
In diesem Fall wäre Obama erfolgreicher als Bill Clinton, dessen Frau Hillary über beider Scheitern mit ihrem Versicherungsprojekt am Beginn der ersten Amtszeit nicht gerne redet. Wenn er dann noch Fortschritte in der Umweltpolitik erzielte, hätte Obama auch einige der wichtigsten Wahlversprechen erfüllt.
Doch was aus unserer Sicht richtig wirkt, kann im Blick von US-Bürgern falsch sein. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.12.2009)

Kommentar posten
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Peter Sichrovsky
00
29.12.2009, 15:49
USA-Hass

Interessant diese Meinungen, es gibt wohl kaum ein Medium, in dem so ein Hass gegen die USA verbreitet wird, was auch sein Gutes hat, es zeigt ein realistisches Spiegelbild der heimatlichen Fratze gegen ein Land, das uns in der demokratischen Entwicklung 100 Jahre voraus aus

Ava Tar
10
29.12.2009, 10:47
LOL

"Das Zwischentief durch den Bau eines ost-mitteleuropäischen Raketenschild hat er wieder verscheucht"

jaja ... 1 Tag später: http://derstandard.at/125928279... en-kontern

übrigens wird hier zensuriert wie in China.

Albert Valentin
00
28.12.2009, 18:15
Blindheit

Der Verfasser ist mit einer bemerkenswerten Blindheit für die Realität geschlagen. Obamas Präsidentschaft wird den Interessen Israels geopfert. Seine große Rede in Kairo wurde durch die arrogante und verbrecherische israelische Siedlungspolitik zu einem Fetzen Papier degradiert. Als Brosamen dafür darf er jetzt eine Gesundheitsreform light durch den Senat bringen, wo ohne oder gegen die Unterstützung jüdischer Organisationen, wie des AIPAC, keine Mehrheit möglich ist. Es wäre höchste Zeit diesem Apartheidsregime jegliche finanzielle und miltärische Unterstüzung zu entziehen. Erst dann wir ein glaubwürdiger politischer Neuanfang gegenüber der islamischen Welt möglich sein.

elle(s)
00
29.12.2009, 00:27
ihre verachtung für israel in ehren,

aber die unterstützung dieses landes durch die usa hat tradition, und daher ist es schwierig, das von einem jahr auf das andere einfach abzustellen.
gedulden sie sich, mit der zeit wird sich das verhältnis usa - israel vl normalisieren. nicht aber, wenn man es extremistisch verlangt.
g e d u l d ist in vielen belangen angesagt! von heute auf morgen verhältnisse zu verändern ist praktisch unmöglich.

asinus
00
28.12.2009, 01:45

Die Botschaft hör ich wohl....

elle(s)
77
28.12.2009, 00:28
ich wiederhole - für whoever:

die 8-jährige bush-administration hat sich durch grenzenlosen kapitalismus und absolute freizügigkeit für die finanzwirtschaft "ausgezeichnet".
die derzeitige krise der seit einem jahr im amt befindliche administration anzulasten, grenzt an entweder dummheit, uneinsichtigkeit oder bewusste manipulation bzw manipuliertwerden durch rechtsrechte medien.
tatsache ist nämlich auch, dass arbeitslosigkeit erst nach einem wirtschaftsaufschwung nachlässt. das stimulus-package ist noch unterwegs, also abwarten.
und wenn die fundamentalopposition aufhören könnte, nur auf sich selber zu schauen und ein wenig konstruktiver agieren würde, könnte in dem land, das ihnen (vielleicht?), mir aus der ferne ganz sicher am herzen liegt, mehr weitergehen.

Weltenbürger Demosthenes
01
28.12.2009, 17:58
Korrekt

Was Sie posten ist korrekt!

Es ist schon erstaunlich zu lesen, mit welcher häme schon im Wahlkampf Europas und auch Österreichs Medien aufjubelten, wenn sie dachten, sie könnten jetzt ENDLICH dem charismatischen schwarzen Wunderwuzzi am Zeug flicken.

Die meist konservativen WASP-artigen Schreiber/innen haben bis heute ihren latenten Rassismus geoutet. Mögen sie alle an ihrem Zynismus ersticken.

lessismore
00
28.12.2009, 04:08

Die ganze Adminstration ist voller Wall Street Boys. Offensichtlich.

elle(s)
00
29.12.2009, 00:28
und?

welche relevanz?

lessismore
00
30.12.2009, 04:23

Denen kann man es anlasten.

Odo
44
28.12.2009, 00:39
"tatsache ist nämlich auch, dass arbeitslosigkeit erst nach einem wirtschaftsaufschwung nachlässt. das stimulus-package ist noch unterwegs, also abwarten."

Der Sinn des Konjunkturpaketes war es aber doch, jetzt ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit auf über 8 % zu verhindern. Das die Arbeitslosigkeit im Zuge des Konjunkturzyklus irgendwann wieder zurückgehen wird ist klar.Aber dazu bedarf es keines 787 Mrd. US $-Konjunkturpaketes. Und jetzt sollen ja noch einmal 150 Mrd. US $ oben drauf kommen zur Belebung des Arbeitsmarktes,womit die US-Regierung selber einräumt,dass das erste Konjunkturpaket nicht die gewünschten Erfolge gebracht hat.

Im übrigen glauben mittlerweile mehr US-Bürger, das Konjunkturpaket habe eher geschadet als genützt.

http://www.rasmussenreports.com/public_co... he_economy

elle(s)
61
28.12.2009, 00:57
aja,

sie müssten eigentlich wissen, was ich von rassmussen halte, dem wahlhelfer von gwb.
oder?

elle(s)
51
28.12.2009, 00:50
das-dass

sollten sie auch beherzigen!
immer noch!
das ist null argument!
wie die wirtschaft funktioniert, ist anscheinend weder ihnen noch mir sonderlich klar.
laut auskunft mehrerer podcasts funktioniert das stimulus package sehr wohl.

hängt wohl davon ab, welche medien man konsumiert, wie schwarz man sieht.
ich gedenke die positive route zu nehmen, anstatt alles negativ zu zeichnen.
ersteres soll manchmal nützen.

elle(s)
70
28.12.2009, 00:34
aua!

im amt befindlichen administration

elle(s)
61
28.12.2009, 00:07
null beweise,

weil's die einfach nicht geben kann.
die nobelpreisgeschichte ist so eine sache. in seiner bescheidenheit hat der präsident selbst eher ein problem damit gehabt. sicher nicht damit gerechnet oder ihn sich gewünscht. lag nicht in seinem bereich.
diese entscheidung kann also nur einem nobelkomitee vorgeworfen werden, nicht aber dem präsidenten, wie sie implizieren.
so gesehen ist ihr posting absolut sinnlos.

robert rittersmann
00
28.12.2009, 11:52

welches Posting?

Odo
14
27.12.2009, 23:58
"Dann erst wird sich auch herausstellen, ob er den Friedensnobelpreis verdient hat oder nicht."

Einen Nobelpreis und jede andere Auszeichnung in irgendeinem Bereich erhält man für erbrachte Leistungen (jedenfalls war es bisher immer so) und nicht dafür, dass man irgendwann unter Umständen eventuell vielleicht einmal möglicherweise etwas vollbringt. Schon alleine aus dem Grund ist die Verleihung des Friedensnobelpreises an Präsident Obama ein Fehler gewesen, völlig egal, ob er in der Zukunft ihn sich noch verdient oder nicht. Wenn Obama in der Zukunft Leistungen schafft, die die Verleihung eines Nobelpreises rechtfertigen, dann hätte man den Preis Obama dann verleihen können und sollen, aber nicht jetzt.

elle(s)
81
27.12.2009, 23:53
auf den nägeln brennen

kann niemandem was. höchstens u n t e r ...

und wie immer: keinerlei beweise, nichts, was nicht auch widerlegt werden kann.

wenn man sich die mühe macht, obama-basher ernst zu nehmen.

FrenchConnection
20
28.12.2009, 15:00
"auf/unter den Nägeln brennen"

Wenn Sie andere korrigieren, sollten Sie zumindest selbst die Deutsche Sprache beherrschen.

Man kann nämlich sowohl auf, als auch unter den Nägeln brennen sagen.

elle(s)
00
28.12.2009, 23:12
ach ja,

die d e u t s c h e sprache, klein, wenn sie's schon so genau nehmen.
außer man schreibt alles klein, was die sache erleichtert.

elle(s)
00
28.12.2009, 23:11
das mag sein,

ist aber veraltet ...
also tun's sich nicht echauffieren.
meiner deutschen sprache geht's gut, danke.

A ndreas Bogeschdorfer
01
28.12.2009, 12:56
auf den nägeln brennen kann niemandem was.

Zünden Sie mal Nagellack an!

Odo
21
28.12.2009, 00:17
"auf den nägeln brennen kann niemandem was. höchstens u n t e r ..."

http://de.wikipedia.org/wiki/Unte... ln_brennen

Wenn Sie sagen, es gäbe keine Beweise dafür, dass Präsident Obama bei den von mir im Posting unten bei den unter a) bis c) genannten Punkten wenig bis nichts erreicht hat, empfehle ich Ihnen einen Blick in amtliche Statistiken. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf dem höchsten Stand seit 26 Jahren, die Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit auf Rekordständen. Das es im Afghanistan-Krieg nicht gut läuft sieht man schon alleine daran, dass Obama vor wenigen Wochen schon zum zweiten Mal in seiner Amtszeit die Strategie gewechselt hat und weitere 30 bis 33.000 US-Soldaten dorthin entsendet.

elle(s)
90
28.12.2009, 01:15
sie checken

offenbar ja nicht mal , dass sie sprachlich ziemlich 'out of date' sind?

Truth Digger
 
05
28.12.2009, 01:26
Peinliche Antwort

Dumm ... ist okay
Arrogant ... ist okay, wenn sonst intelligent/kompetent
Dumm + Arrogant ... idt sehr schwer zu ertragen

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