Geldwäsche-Bericht blieb ohne Folgen

27. Dezember 2009, 18:16
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Wien - Die BayernLB unterschrieb den Hypo-Kaufvertrag am 22. Mai 2007, am 22. August lieferte Ernst&Young die Due Diligence für die kroatischen Hypo-Töchter, Hypo Bank Croatia (HBC) und Slavonska Banka. Man kam auf zusätzlichen Kreditvorsorgebedarf von 5,5 Mio. Euro. Zudem garantierte die HBC mit 386 Mio. Euro für Kredite der Hypo Group International in Kroatien; es gebe "keine Hinweise, dass diese Strukturen benützt werden, um Engagements mit Ausfallrisiko in der Gruppe zu verschieben", glaubten die Prüfer. Risiko-Strategie gab es nicht, ihre Einführung empfahlen die Berater, "um die deutschen Mindesterfordernisse zu erfüllen".

Dasselbe galt für die Bekämpfung von Geldwäsche (Anti-Money-Laundering, AML). Die Prüfer vermissten Schulungen, regelmäßige Berichte und IT, "die Banken überprüfen ihre Kundenlisten nicht". Sie rieten (in Wien lief der Banken-Ausschuss; auch Ex-Minister und Hypo-Kunde Vladimir Zagorec wurde befragt) zu regelmäßiger Kommunikation über Geldwäsche-Vorfälle mit der Kärntner Mutter. 2006 hatte es in der HBC den ersten schriftlichen AML-Bericht an den Vorstand gegeben. Was aufgefallen war: "Die Überweisung von 1,165 Mio. Euro an den Fußball-Klub HNK Hajduk Split, hohe Zahlungen nach Liechtenstein und ungewöhnlich hohe Transaktionen einzelner Kunden". Aber, so Ernst&Young: "HBC ergriff keine Maßnahmen." (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.12.2009)

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