Anschlagspläne in Ankara

27. Dezember 2009, 17:17
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Vizepremier Arinc im Visier türkischer Offiziere

Istanbul - Der Dauerkonflikt zwischen Militär und Regierung in der Türkei hat über die Feiertage einen neuen Höhepunkt erreicht. In der Nacht von Freitag auf Samstag durchsuchte eine Sondereinheit von Staatsanwaltschaft und Polizei die Räume des militärischen Nachrichtendienstes in Ankara und nahm anschließend acht Offiziere vorläufig fest. Am Sonntagnachmittag rückte die Staatsanwaltschaft erneut an, um die Computer des Nachrichtendienstes zu untersuchen.

Anlass für die Razzia beim Militär ist ein Vorfall vom 19. Dezember. Damals alarmierten Personenschützer von Vizepremier Bülent Arinc die Polizei, weil zwei ihnen verdächtig vorkommende Personen das Haus von Arinc observierten. Bei einer Personenkontrolle stellte die Polizei fest, dass es sich bei den beiden Personen um Angehörige des Nachrichtendienstes handelte. Arinc ging daraufhin vor die Presse und beschuldigte die Offiziere, sie hätten vermutlich ein Attentat auf ihn vorbereitet. Die Militärführung bestreitet die Vorwürfe und sucht selbst seit Monaten nach einem Leck im eigenen Nachrichtendienst. (jg/DER STANDARD, Printausgabe, 28.12.2009)

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