TV-Scheich Qaradawi kritisiert Muslime, nicht die Christen

27. Dezember 2009, 17:11
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Keine Forderung auf Einschränkung von Christen im Orient oder gar Hetze gegen Christen

Doha - Um Berichte über die Weihnachts-Schelte des berühmten islamischen Fernsehpredigers Yussuf Qaradawi ist eine Kontroverse entstanden. Spiegel Online hatte gemeldet, dass Qaradawi nicht nur Muslime kritisiere, die sich mit Christbäumen umgäben, sondern dass er auch Christen in der islamischen Welt Weihnachtsfeiern verbieten wolle. Die Meldung wurde von vielen Medien, darunter dem Standard, übernommen.

Quelle: Youtube

In einem Youtube-Video einer Qaradawi-Predigt ist allerdings davon keine Rede. Der Prediger kritisiert darin die Geschäftsleute am Golf, die aus kommerziellen Gründen christliche Weihnachtsdekorationen ausstellten und ihren Ländern den islamischen Charakter nähmen. Qaradawi verweist sehr wohl darauf, dass Muslime in Europa eingeschränkt seien: Eine ausdrückliche Forderung auf eine Einschränkung von Christen im Orient oder gar eine Hetze gegen Christen ist jedoch nicht zu hören, ebenso wenig der im Spiegel erwähnte Bann gegen Kreuze und Glocken. Allerdings ist im Artikel auch von einer "Fatwa" die Rede, wo das alles stehen soll. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 28.12.2009)

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