Walchhofer mit Ansage

27. Dezember 2009, 16:55
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Klare Trainingsbestzeit des Salzburgers in Bormio: "Meine Form, das Material - alles passt perfekt" - Gruber Dritter

Bormio - Michael Walchhofer hat im ersten Training für die Weltcup-Abfahrt in Bormio den Willen zum ersten Saisonsieg deutlich artikuliert. Der 34-jährige Salzburger erzielte am Sonntag auf der eisigen und sehr selektiven "Pista Stelvio" in 2:03,25 Minuten Bestzeit. Nur der Slowene Andrej Jerman (+0,16 Sek.) war in der Lage, mit Walchhofer mitzuhalten, der drittplatzierte Tiroler Christoph Gruber verlor bereits 0,71 Sekunden auf seinen Teamkollegen.

"Dass es in Gröden (Anm.: Platz fünf) nicht so nach Wunsch gelaufen ist, motiviert mich für das Rennen hier noch mehr: Meine Form, das Material - alles passt perfekt, diesmal will ich meine Möglichkeiten voll ausschöpfen", sprach Walchhofer, der 2006 beide Abfahrten auf der 3.270 m langen Stelvio gewann und im Vorjahr Dritter geworden war.

Der Vorjahres-Zweite Klaus Kröll (+1,51), der heuer noch nicht so recht in Fahrt kam (kein Platz unter den Top-Ten), landete als drittbester Österreicher an zwölfter Stelle, vier hundertstel Sekunden hinter Vorjahressieger Christof Innerhofer aus Italien. Mario Scheiber, der zuletzt als Zweiter in Gröden seinen ersten Weltcupsieg nur um 13 Hundertstel verpasste, kam wie der Salzburger Hans Grugger (+1,70) auf Rang 14.

Scheiber hat wie Walchhofer gute Erinnerungen an Bormio 2006, als er zweimal Dritter wurde. "Für alles gibt es den richtigen Zeitpunkt - auch für meinen ersten Weltcupsieg. Ich bin bereit", sagte der Osttiroler.

Auch  Lund Svindal zählt zum engsten Favoritenkreis für das letzte Rennen des Jahres. Trotz schwieriger Anreise nach Italien samt verpasstem Flug und fehlendem Koffer kam der Norweger, der seinen 27. Geburtstag am Stefanitag am Flughafen zubrachte, mit der berühmt-berüchtigten WM-Piste von 2005 auf Anhieb recht gut zurecht und wurde ex aequo mit Innerhofer Neunter.

Gröden-SiegerManuel Osborne-Paradis aus Kanada als 38. und Beaver-Creek-Sieger Carlo Janka als 40. ließen es mit jeweils mehr als dreieinhalb Sekunden Rückstand auf Walchhofer erst einmal langsamer angehen. Die Schweizer brachten jedoch mit Didier Defago (+0,88), Tobias Grünenfelder (+1,06) und Lake-Louise-Gewinner Didier Cuche (+1,12) ein Dreierpaket auf die Rängen vier bis sechs.

Cuche hatte sich vor dem Training eine weitere Spritze zur Betäubung seiner gebrochenen Rippe geben lassen. "Die Verletzung machte mir keinerlei Probleme", betonte der gelernte Fleischhauer nach seiner Fahrt. "Mit Blick aufs Rennen muss ich mir das noch überlegen. Womöglich ist es besser, die gebrochene Stelle auch vor dem zweiten Training wieder mit einer Spritze zu behandeln. Erhalte ich unterwegs einen Schlag, leide ich bis ins Ziel. Im Moment spüre ich nichts, will aber nichts riskieren", erklärte Cuche. (APA/red)

Ergebnisse, erstes Training:

  1. Michael Walchhofer (AUT)  2:03,25 Minuten
2. Andrej Jerman (SLO) +0,16 Sekunden
3. Christoph Gruber (AUT) 0,71
4. Didier Defago (SUI) 0,88
5. Tobias Grünenfelder (SUI) 1,06
6. Didier Cuche (SUI) 1,12
7. Marco Büchel (LIE) 1,26
8. Stephan Keppler (GER) 1,30
9. Aksel Lund Svindal (NOR) 1,47
. Christof Innerhofer (ITA) 1,47
Weiter:
12. Klaus Kröll (AUT) 1,51
14. Mario Scheiber (AUT) 1,70
. Hans Grugger (AUT) 1,70
35. Georg Streitberger (AUT) 3,57
. Joachim Puchner (AUT) 3,57
37. Romed Baumann (AUT) 3,67
38. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 3,69
40. Carlo Janka (SUI) 3,89
50. Andreas Buder (AUT) 4,97
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