Wenn Klima-Milliarden verschwinden

KrisenFrey, 27. Dezember 2009, 10:44
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    foto: reuters

Entwicklungsgelder an arme Länder werden meist vergeudet oder gestohlen – das droht auch beim Klimaschutz

Der einzige vorzeigbare Erfolg des Klimagipfels in Kopenhagen war die Zusage von hunderten Milliarden an Unterstützung für die armen Länder durch die Industriestaaten. Doch dieser Erfolg ist nicht nur fragwürdig, sondern auch gefährlich. Denn sollten diese Gelder je fließen, dann werden sie genauso von  Korruption und Misswirtschaft betroffen sein wie alle Formen der Entwicklungshilfe.

In Theorie ist die Idee von massiven Geldflüssen von Nord nach Süd für den Klimaschuzz eine gute. Der Erdatmosphäre ist es egal, ob in Europa oder Afrika CO2 eingespart wird. Aber in unterentwickelten Ländern geht es viel billiger, denn dort ist die Energieeffizienz von Fabriken  und  Fahrzeugen niedriger. Außerdem könnte mit vergleichsweise geringen Mitteln die Abholzung der Wälder durch Ausgleichszahlungen an die Bevölkerung gestoppt werden Eine eingesetzte Million Euro kann in Kenia oder Indonesien viel mehr zur Treibhausgasreduktion beitragen als in Österreich.

Theoretisch. Denn in der Praxis erreichen von außen kommende Gelder in solchen Staaten ihr Ziel kaum. Sonst wären Länder, die jahrzehntelang riesige Summen an Entwicklungshilfe erhalten haben, nicht immer noch bettelarm. Wenn es gut geht, kommt die Hälfte der Mittel tatsächlich an. Der Rest wird verschwendet oder verschwindet in dunklen Kanälen. In der Praxis geht oft 80 Prozent verloren, manchmal sogar alles.

Verschwendete Hilfsgelder sind nicht nur vergeudet, sie schaden auch der Wirtschaft dieser Länder. Sie geben Anreiz für Korruption und drücken den Leistungswillen der Bevölkerung. Sie lassen den Wechselkurs steigen, was die Exportchancen verringert. Und wenn die Eliten um die Beute ringen, werden sie zum Anlass für Machtkämpfe und Militärputsche.

Entwicklungsgelder können genauso schädlich sein wie Erdöleinnahmen, die zum berüchtigten „Ölfluch führen“, der rohstoffreiche Länder wie Nigeria oder Angola in bitterer Armut hält, sagt etwa der Entwicklungsökonom Paul Collier.

Wenn in den kommenden Jahren hunderte Milliarden aus den USA, Europa und Japan an Geldern für Klimamaßnahmen in den Süden fließen, dann wird auch das den gleichen Effekt haben.

Und wenn dann Berichte über vergeudete oder gestohlene Milliarden zurück in den Norden kehren, dann wird die Empörung darüber dem Klimaschutzgedanken  noch viel mehr schaden als die jüngst entdeckten Emails, in denen Klimaforscher davor warnen, die letzten, weniger bedrohlichen Temperaturentwicklungen öffentlich zu machen, weil dies den Willen zum Handeln untergraben würde.

Aber es gibt Hoffnung. Der Großteil aller Hilfszusagen wird nie ausgezahlt, sondern bleibt Zahlen auf dem Papier. Solches Geld kann auch nicht verschwinden. Aber dem Klimaschutz nützt es nichts – und kann  Verbitterung in den Empfängerstaaten über die Verlogenheit des reichen Nordens schüren.    

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 70
1 2
Silvio Lackner
00
10.1.2010, 23:52
Hoffentlich gibts jetzt noch mindestens 7 solche Winter wie heuer, weil mit Ratio kann man den Klimafanatikern ohnehin nicht kommen.

Aber wahrscheinlich würden sie selbst eine EIszeit in Mitteleuropa immer noch mit der Klimaerwärmung erklären. Des Kaisers neue Kleider live.

Erzpiefke
 
11
29.12.2009, 10:29
Hier stimme ich mit ihnen vollkommen überein,

wobei ich gegen jedwede Anti-CO2-Politik bin.

servierwagen
00
11.1.2010, 15:29

Und... warum?

Heavyweather
10
29.12.2009, 00:09

Na und warum leiten dann nicht einfach Organe der UNO Projekte...
In der UNO sollte es doch halbwegs sauber zu gehen.
Auch kleine, lokale Projekte mit Mikrokrediten sind nicht so stark korruptionsanfällig.

Übrigens: Die Standard Zensur ist ärgerlich!
 
00
28.12.2009, 14:51
Zur Korruption gehören immer zwei -

Das sollte auch dazugesagt werden.
Es ist halt für die großen Konzerne billiger, eine kleine Elite zu bestechen, als ordentlich Steuern zu zahlen.

das ist fix
01
28.12.2009, 12:27


Der Handel mit den EUAs sollte sofort eingestellt werden, die EU hat sich ein Eigentor geschossen. Industrien welche viel Energie benötigen sind bereits abgewandert und solange Staaten wie USA, China, Russland, Indien, Austrialien, etc. nicht an einem CO2-Zertifikatshandel teilnehmen hat das Ganze keinen Sinn.

Heavyweather
00
29.12.2009, 00:06

Wenn die eh schon abgewandert sind...

En Sabah Nur - Apocalypse
00
28.12.2009, 12:17

Ich weiss nicht wie es in Colliers betrachteten Ländern ausschaut, aber wer ein Wasserkraftwerk kauft, bekommt meist auch eines. Manche zahlen vielleicht ein bisserl mehr weil irgendein Weisser und Häuptling mitschneidet, aber die 10-20% machen das Kraut auch nicht fett. Da die Projekte viel günstiger sind als wonanders. Und eine anständige Firma lässt sich sowieso auf keine Korruption ein, da fallen auch die 10-20% weg.

mistvieh666
 
00
31.12.2009, 21:46

eine anstaendige firma arbeitet also einfach nicht in der 3.welt. wahrscheinlich haben sie damit sogar recht.
je dunkler desto boeser:
http://media.transparency.org/imaps/cpi2009/
sie sind entweder sehr jung oder es gibt andere gruende, warum sie von der ordnung der welt nicht viel mitbekommen haben.

lessismore
01
28.12.2009, 04:54
"Ölfluch".

Es gibt dann noch Venezuela, Bolivien, und Peru ... Da wirkt der Fluch anscheinend nicht so sehr.

Vielleicht ist ja die Verstaatlichung der Rohstoffe der adäquate Gegenzauber?

das ist fix
02
28.12.2009, 15:42


selbstverständlich stellt die verstaatlichung von wirtschaftszweigen eine lösung dar, es ist ja bekannt, dass die im öffentlichen besitz stehenden banken besonders erfolgreich waren (hgaa, west-lb, lbbw, bayern-lb, etc)
*ironie-modus off*

lessismore
00
28.12.2009, 21:34

Ja, wenn staatliche Banken auf die neoliberale Propaganda reinfallen, daß der Markt effizient sei, dann ist das dumm und ärgerlich, von teuer einmal gar nicht zu reden ...

albert e.
00
28.12.2009, 12:45

Nur nicht in Staaten, wo die Elite Handlanger der Ölmultis sind.

her wig
04
27.12.2009, 20:05
Gratulation.

Gelungene Zusammenstellung der gängigen Vorurteile. Erfüllt damit auch ganz das was in der Werbung angekündigt wird.

lessismore
00
28.12.2009, 21:38

Qualitätsjournalismus.

farbrauschen
00
27.12.2009, 20:00


entwicklungshilfegelder sind zum allergrößten teil nichts anderes als
verdeckte wirtschaftshilfe
für die eigenen dienstleistungs-und produktionsexportierer -
die brunnen bauen firmen aus "spender"ländern,
die waffen liefern die "spenderländer",
die ölquellen werden von "spender"ländern verwertet,
und die örtlichen chiefs lassen sich ihre zustimmung zu all diesen projekten natürlich mit spendergeldern abkaufen...
sie kommen uns aber immer noch bei weitem billiger als zum beispiel unser meischberger, unser grasser, unser huber, unser kulterer, unser graf mensdorf.puilly,..

also möge die gelder dort suchen, wer sie finden will.
aber wer will sie schon finden...

luke skywalker
07
27.12.2009, 17:25
Deshalb Gelder in Erneuerbare Energie - und zwar bei uns und jetzt Investieren


- das ist der einzig echte (und nachvollziehbare) Beitrag fossile Energie einzusparen
- Ein essentieller Beitrag für mehr Energie-Unabhängigkeit
- Geld bleibt im Inland und geht nicht an Ölproduzenten
- so nebenbei wird weniger CO2 produziert

Alle CO2-Steuern werden irgendwo völlig wirkungslos versichern - wenn nicht in Afrika dann in den Budgets der Industriestaaten. Und diese CO2-Steuern werden nachhaltig jegliche Bereitsschaft für eine Energiewende zunichte machen, weil die bei der Bevölkerung (zurecht) als wirkungslose Abzocke erkannt werden.

Heavyweather
01
29.12.2009, 00:12

Das ist geil.

http://www.kitegen.com/en/
http://bit.ly/dF0WK
http://bit.ly/13ir3n
http://bit.ly/8OPWFY
http://bit.ly/WnXMb

Ich möchte solche in AT bauen.
Wenn das Schule macht werden wir zum Energieexporteur.

luke skywalker
00
29.12.2009, 20:50
Hmm ???


Der Beweis für Praxistauglichkeit (man denke nur, was passiert bei Windstille - wie kommt das Teil dann von selber wieder in die Luft wenn Wind aufkommt, .....) muss noch erbracht werden.

Und auch der Beweis dass es zu konkurrenzfähigen Preisen Energie liefern kann ist auch noch fällig.

......

Allerdings ist es faszinierd wie man auf immer neue Ideen kommt, um kostengünstig erneuerbare Energie zu erzeugen.
Halte mich auf dem Laufenden. Würde mir gerne so einen Prototypen ansehen wenn es den in Ö dann gibt.
Oder mich gar an einem beteiligen, wenn man ein stimmiges Konzept hinbekommt.

Heavyweather
00
14.2.2011, 20:40

Ich werde jetzt für AT eine Facebook page aufmachen.
Einfach um für mich und andere die Aktivitäten zu verfolgen (an einem Ort zu sammeln) und vielleicht auch als Basis konkreter Investitionen falls das Ding zu kaufen ist und bei uns eine Genehmigung zu bekommen ist.

Heavyweather
00
14.2.2011, 20:38

Servus.

Der erste fullscale Prototyp (400KW-3MW) vom Kitegen Stem wird seit Dezember in Italien getestet.

Leider musste das Projekt an einen anderen Ort verlegt werden weil ein paar alte Leute Angst hatten die Drachen würden ihnen auf den Kopf fallen...

Auf Facebook gibt es eine intalienische Gruppe mit Videos.

Aber hier ein paar Videos von einem der 3MW Prototypen.
http://www.youtube.com/watch?v=koNmizCxQWs

Am Ende ist auch eine Animation einer GWe Offshore Anlage zu sehen.

Hier ein anderes Kitegen Stem:
Operazione "Viagra"
http://www.youtube.com/watch?v=d2wwWLFGneY

luke skywalker
00
14.2.2011, 21:14
Ja danke für die Infos

Interessantes Video. Leider verstehe ich kein Wort italienisch.
Man bekommt aber ein Vorstellung von der Technik.

Es scheint die ist doch rel. komplex - sonst würde es wohl schon einige Anlagen geben.

Naja, bleibe wohl vorerst bei Photovoltaik.
Ist einfach, rel. langlebig, keine beweglichen Teile, stört keinen, auch mitten im Wohngebiet realisierbar, macht keine Geräusche, .....

Heavyweather
00
15.2.2011, 10:06

Naja, 3MW sind ja auch nicht unbedingt für ein Einfamilienhaus gedacht.
Dünnfilm PV wird hier den Markt erst richtig aufmischen. z.b. von crystalsol.

luke skywalker
00
15.2.2011, 18:52
Hab eh 80m2 Dünnfilmmodule am Dach

Heuer kommt noch was dazu.

Die Module waren billiger, und bringen doch deutlch mehr Jahresertrag als kristalline Zellen in vergleichbarer Lage.
War eine gute Investition - auch wenns finanziell ein Hobby bleibt. Ich meine, das Hobby finanziert sich, bringt aber auch nicht wirklich was.

Heavyweather
00
30.12.2009, 02:41

Nö, das ist kein Problem.
Schau dir mal auf youtube videos von z.B. Skysails an. Das ist ein autonomes Antriebssystem für Schiffe...auf Kitebasis. Wenn genug Wind geht dann fährt ein Mast am Bug aus, davon wird der Drachen automatisch gestartet.
Beim Kitegen Stem gibt es 2 Turbinen die den Drachen hochblasen bis er selbst steht.

Ich bin gerade dabei mit verschiedenen Bundesländern zu reden. Bei der Frage nach der Höhe der Windkraftanlage gibts noch ein paar lustige Reaktionen. Aber es sollte schon klappen.

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