Flugverkehr in die USA

Vereitelter Anschlag beschert verschärfte Kontrollen

27. Dezember 2009 15:10

USA setzen straffere Sicherheitsregeln in Kraft - Flugzeugbomber ging in Amsterdam durch Kontrolle - Ermittlungen gegen Al-Kaida

Washington/Den Haag/Wien - Nach dem vereitelten Terroranschlag an Weihnachten auf ein voll besetztes US-Passagierflugzeug müssen sich Reisende aus aller Welt bei Flügen in die USA auf längere Wartezeiten und noch weiter verschärfte Kontrollen einstellen. An den Flughäfen der USA und in vielen Staaten Europas wurden die Kontrollen am Wochenende weiter verschärft.

Auch am Flughafen Wien in Schwechat sind am Sonntag die schärferen Kontrollen bei Flügen in die USA rigoros umgesetzt worden: Sämtliche Reisende mussten ihre Schuhe ausziehen und wurden - ungeachtet, ob der Metalldetektor anschlug oder nicht - visitiert. Darüber hinaus wurde das Handgepäck geöffnet und jedes Stück herausgenommen. Naturgemäß bildeten sich durch diese verschärften Sicherheitsmaßnahmen Schlangen an den Kontrollstellen. Die Überprüfungen stießen bei den Passagieren aber allgemein auf Verständnis, die Kontrolleure agierten sehr freundlich.

Attentäter passierte Sicherheitskontrollen in Amsterdam ohne Probleme

Der verhinderte Flugzeugbomber ist vor dem Flug in die USA auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol durch eine Sicherheitskontrolle gegangen, ohne dass an seinem Körper versteckter Sprengstoff entdeckt wurde. Das bestätigte am Wochenende das niederländische Büro für die Koordinierung des Terrorismusbekämpfung (NCTb).

"Bei der Sicherheitskontrolle wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, obwohl sie gemäß der Vorschriften durchgeführt wurde", sagte ein NCTb-Sprecher. Allerdings seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Der Nigerianer war am Freitag mit einer Maschine der niederländischen Gesellschaft KLM aus Lagos nach Schiphol gekommen und wenig später im Transit an Bord einer Maschine der US-Gesellschaft Delta gegangen. Zuvor seien auch seine personenbezogenen Daten ordnungsgemäß an die US-Sicherheitsbehörden durchgegeben wurden, hieß es beim NCTb. Die Amerikaner hätten nach Prüfung der Passagierliste Starterlaubnis gegeben.

Niederländische Parlamentarier forderten inzwischen eine lückenlose Aufklärung aller Umstände des Fluges und des versuchten Anschlags. Die Reputation des Amsterdamer Flughafens als zuverlässiges internationales Luftdrehkreuz stehe auf dem Spiel, erklärte der Abgeordnete der regierenden Sozialdemokraten, Ton Heerts. 

Al-Kaida-Verbindung?

Die USA gehen nach nun einer Verbindung zur Al-Kaida nach. Eine Beteiligung der radikal-islamischen Organisation sei "Gegenstand der Ermittlungen", sagte die Ministerin für Heimatschutz, Janet Napolitano, am Sonntag dem Nachrichtensender ABC. Das US-Präsidialamt ordnete zugleich eine Überprüfung der Sicherheitslisten an, die die Einreise verdächtiger Personen verhindern sollen.

Anklage gegen Verdächtigen aus Nigeria

Gegen den mutmaßlichen Attentäter aus Nigeria wurde unterdessen Anklage erhoben. Demnach soll Umar Faruk Abdulmutallab versucht haben, den Airbus der Fluggesellschaft Delta-Northwest Airlines beim Landeanflug auf Detroit mit Hilfe des hochexplosiven Sprengstoffs Nitropenta (PETN) in die Luft zu sprengen. Er wurde auch von dem sogenannten Schuhbomber Richard Reid verwendet, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben. Laut Anklageschrift hatte der 23-Jährige ausgesagt, er habe den vermutlich in seine Unterwäsche eingenähten Sprengstoff mit Hilfe einer in einer Spritze mitgebrachten Chemikalie zur Explosion bringen wollen. Dabei setzte er seine Kleidung und die Flugzeugwand in Brand, dann wurde er von Passagieren und Besatzung überwältigt.

Den Ermittlern sagte Abdulmutallab, er sei in einem Trainingslager der Al Kaida im Jemen ausgebildet worden. Dort habe er auch den Sprengstoff erhalten sowie genaue Anweisungen, wie und wann er ihn einsetzen sollte. Im nigerianischen Lagos bestieg der Student einen KLM-Flug nach Amsterdam, wo er auf die Maschine nach Detroit umstieg. Im Juni 2008 hatte er nach Angaben eines US-Regierungsvertreters ein Visum für die USA bekommen und obwohl er auf einer Beobachtungsliste der USA stand, hatte er kein Flugverbot.

Spurensuche

Abdulmutallab ist der jüngste Sohn eines angesehenen nigerianischen Ex-Ministers und Bankiers. Er ging nach nigerianischen Zeitungsberichten auf die International British School in der togolesischen Hauptstadt Lomé, zwischen 2005 und 2008 studierte er in London Maschinenbau. Dann lehnten die britischen Behörden nach Regierungsangaben vom Sonntag aber seinen Antrag auf ein neues Visum ab. Britische Ermittler setzten unterdessen am Sonntag die Spurensuche in drei Immobilien des Nigerianers fort.

Schon als Jugendlicher war Abdulmutallab für seine streng religiösen Überzeugungen bekannt, später radikalisierte er sich zunehmend, bis er nach nigerianischen Medienberichten den Kontakt mit seiner Familie abbrach. Sein Vater sei schließlich so besorgt gewesen, dass er die US-Botschaft in Abuja und die nigerianischen Behörden alarmiert habe. Ein US-Beamter bestätigte, dass die Botschaft die Information im vergangenen Monat nach Washington weitergeleitet habe. Im November sei Abdulmutallab dann auf eine Beobachtungsliste mit 550.000 anderen Namen gesetzt worden.

Debatte um Flugsicherheit

Der Vorfall löste in den USA erneut eine Sicherheitsdebatte aus. Mehrere Kongressvertreter kündigten für Jänner Anhörungen unter anderem dazu an, wie der 23-jährige der Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden entgehen und schließlich den Sprengstoff an Bord der Maschine schmuggeln konnte. Der frühere Leiter der Sicherheitsabteilung von Northwest Airlines, Douglas R. Laird, forderte, die Metalldetektoren an Flughäfen durch die umstrittenen Nacktscanner zu ersetzen, die Passagiere bis auf die Haut durchleuchten können.

Als Folge des Zwischenfalls müssen jetzt Passagiere in der letzten Stunde des Fluges vor der Landung sitzen bleiben, berichteten mehrere Fluggesellschaften - darunter British Airways und Air Canada - am Sonntag in London. Außerdem dürfen die Flugreisenden in diesem Zeitraum nicht mehr an ihr Handgepäck. Während des gesamten Fluges sind Gegenstände auf dem Schoß vorerst nicht gestattet. An Flughäfen wird auf Wunsch der US-Behörden an jedem Abflugsteig noch einmal gesondert Handgepäck durchsucht, Reisende werden noch einmal besonders kontrolliert.

Wegen der verschärften Sicherheitsbestimmungen gebe es auf Flügen in die USA Verspätungen, sagte der britische Verkehrsminister Andrew Adonis. Das "erweiterte Überprüfungssystem" gelte ab sofort für Flugreisende, die in die USA reisen und von dort kommen.

Der Zwischenfall hat aber auch einen neuen Helden hervorgebracht: Den niederländischen Video-Produzenten Jasper Schuringa. Im Fernsehen schilderte er, wie er auf den mutmaßlichen Attentäter sprang, ihn niederrang und das Feuer löschte, bevor er ihn gemeinsam mit der Crew fesselte und von den anderen Passagieren isolierte. Im Internet erreichte Schuringa schon nach kurzer Zeit Kultstatus.(APA/AFP/APD)

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GRohnePunkte
27.12.2009 17:43
Im neuen Film Avatar-Aufbruch nach Pandora ...

... wird aktueller denn je die künftige Art des Fliegens dargestellt. Die Passagiere werden am Airport in künstlichen Tiefschlaf versetzt und am Zielort wieder aufgeweckt. In diesem Falle wird das Fliegen auch ökonomischer da man kein Begleitpersonal mehr benötigt, keine Bordtoiletten mehr, keine Verpflegung, kein Handgepäck, gar nichts. Die Liegekojen werden mit 200x50x50 cm bemessen und man wird derartig voraussichtlich bis zu 1500 Menschen sogar noch in einer alten 747 unterbringen können.

Erich Furtner
27.12.2009 19:17
science fiction nicht notwendig

J.Ziegler schreibt zB von Brasilien, dass die Reichen in high-tech bewachten Zonen leben, während die Armen in ihren favelas. Sie müssen ihren Reichtum bewachen, nachdem sie den Bauern das Land weggenommen haben.
Die Analogie zu:
US (und bald EU) high tech Zone, ausserhalb die Armenhäuser der Welt.

Unangenehm in jeder Beziehung, teuer und keine Lösung in Sicht!

Logix
27.12.2009 19:13
Tiefschlaf ist zu gefährlich

Die Fluggäste, also die Verbrecher, könnten aufwachen. Besser ist künstliches Koma.

Vielleicht wäre es aber noch besser, die Passagiere beim Abflug mit Potassiumchlorid einzuschläfern und am Zielort wieder zu beleben. Den Sicherheitsvorkehrungen nach zu urteilen haben wir bei den Flügen ohnehin eine Todesrate der Passagiere von etwa achzig Prozent. Da wäre die Überlebenschance durch die Borderline-Behandlung sicherlich höher.

GRohnePunkte
27.12.2009 19:29
Aufwachen nützt nichts

Was sollten die denn tun? Sie sind in Kojen gesperrt, auf der Liege festgeschnallt wie in der Psychiatrie und haben keine Chance da jemals wieder raus zu kommen. Sie wurden auch am Airport durchleuchtet, Ihre Kleider kamen in den Frachtraum, Sie wurden nackt ausgezogen, vom Airportpersonal geduscht, geröntgt und für die Verfrachtung bekamen Sie eine Art klimatisierten Passagier-Einheitsoverall der Airline angezogen der nach jedem Flug gewaschen und wieder dem nächsten Passagier angezogen wird. Die Liegecontainer werden bereits am Airport fertig gemacht nachdem die Passagiere die Schlafdosis erhalten haben ,daher sind die Standzeiten der Airplane mit 15 Minuten maximum zum Ein/Ausladen der Passagiercontainer auch sehr ökonomisch.

Markus -
27.12.2009 17:00

Wer glaubt, dass die Flughafenkontrolleure unsere Sicherheit garantieren, ist ja angrennt! Die schikanieren lieber 75jährige Omis, anstatt Neger und Araber gezielt zu filzen. Ist ja auch viel weniger Arbeit jemanden zu kontrollieren, der eh nicht gefährlich ist! Braucht man sich nicht anhören, dass man Rassist ist und um den eigenen Job zu rechtfertigen reichts irgendwen rauszufischen!

Avenarius Baumwax
27.12.2009 16:19
kann denn keiner beim standard mehr deutsch??

"USA setzen straffere Sicherheitsregeln in Kraft". das strotzt doch nur so von schiachen anglizismen. zuerst muß es mal heißen: "strengere sicherheitsvorschriften"
und "in kraft setzten"? was soll den das heißen, bitteschön? entweder "treten in Kraft". oder "werden angewandt". "verabschiedet" wurden sie wohl nicht. so schnell schießen auch die amerikaner nicht...

bibliothekar
27.12.2009 20:33

APA/AFP/APD

Avenarius Baumwax
27.12.2009 23:08
nicht verboten!

mich meiner journalistischen erfahrungen entsinnend, kann ich mir schwer vorstellen, dass es für die standard-journalisten verboten wäre, einen presseagenturtext zu korrigieren, bevor er selber verwendet wird.

autobahn a3
27.12.2009 16:14

...Ich weis nicht was da witzig ist..wie unter mir viel geschrieben..!!! Setzt doch euere Kinder in Flugzeug und dann soll was passieren , mal schauen ob die Witzigkeit noch bleibt. !!

Chanandelar Bong
27.12.2009 19:53
Auf die Autobahn

trauen Sie sich ja auch mit Ihren Kindern. Warum nicht in ein Flugzeug ? Sogar am 11.September war fliegen 100.000 mal sicherer als Autofahren.

Illicit Trafficking Database
 
27.12.2009 16:09
USA sind inakzeptable Reiseländer geworden.

Mich erinnert das an Ostblockgrenzen und an die 60er Jahre.
Leute, da kann man eigentlich nur eines raten: meidet solche Länder!
Zukünftig wird man als Passagier dann nackt in eine Zelle mit Videoüberwachung gesperrt, wenn man in das "land of the free" will.

sektionschef vom salzamt
27.12.2009 16:00
müssen jetzt Passagiere in der letzten Stunde des Fluges vor der Landung sitzen bleiben,

ich bin neugierig, wie lange es dauert, bis sich der erste passagier während dieser zeit anmacht..

wird dann wahrscheinlich auch als "vereitelter anschlagversuch" bezeichnet werden.

Peter Ebner1
27.12.2009 17:06
Nackt?

Auch wenn es ironisch klingen mag. Ich hab schon vor Jahren gemeint, einmal kommt die Zeit da werden wir nackt durch den Scanner kriechen und alle unsere Körperöffnungen inspizieren lassen müssen (natürlich nach Geschlechtern getrennt!!). Diese Zeit rückt immer näher. Und auch dass wir eigentlich uns im Flieger am besten gar nicht bewegen dürfen, auch diese Zeit kommt näher. Man wird uns in irgendein Korsett am Sitzplatz festschnallen und beim leisesten Mucks wird uns ein Air Marshall rechtlich völlig legal abknallen dürfen. Es mag ironisch klingen, aber diese Zeit rückt immer näher.....Es lebe die zivile Luftfahrt. Ich glaube diese düstere Zukunft hat al Kaida sehr wohl überlegt mitgeplant.

bibliothekar
27.12.2009 18:53

Die nacktscannerdebatte verpasst?

Kritifaxe
27.12.2009 17:56

nackt ins Röntgen, gell? ;)

yokozuna
27.12.2009 17:53
Interessanter Artikel über Nachtheit bei der Flugkontrolle

http://www.spiegel.de/panorama/... 96,00.html

sixela
27.12.2009 17:10

LOL!

Ich bemitleide Sie für Ihre Albträume!

ghostworld
27.12.2009 16:53

Das lässt sich durch verpflichtenden Einlauf und Katheter in den Griff bekommen.

zimbo
 
27.12.2009 16:50
Die Amis nennen das "urinating in public"

Paul Lobmaier
27.12.2009 15:58
Satirischer Jahresrückblick

Österreich 2009:
http://www.youtube.com/watch?v=HULB2C00RLY

vheissu
27.12.2009 15:32

Transatlantikflüge künftig nur noch so:

http://666kb.com/i/bfbdffl... 2fddmt.jpg

Alf von Melmak
27.12.2009 17:22
Transatlantikflüge künftig nur noch so


Wieso "künftig"? Ist das nicht ein Bild aus dem wöchentlichen Direktflug von US Airways Kabul - Washington DC?

(Die Aufnahme stammt wahrscheinlich aus der Business-class, in der Economy werden die Fluggäste hängend untergebracht.)

gunth3r
27.12.2009 15:59

Ich würde liebend gerne unter Narkose fliegen, dann erspare ich mir diese unerträglichen 6-11 Stunden. Oder 25 nach Australien einfach verschlafen? Das wär' doch was...

Caballito de Mar
 
27.12.2009 15:34
Ist wohl der Zweck, Hauptsache die Flagge hängt dort.

Wayne Schlegel
27.12.2009 15:09
Windeln für Alle...

... und Flüge in die USA dürften sich künftig vor dem Ansturm der Fetisch-Freaks nicht mehr retten können. Pampers sowie ein Katheter befinden sich in der Tasche des Vordersitzes. Das Anlegen wird vom Flugpersonal vor dem Start wie üblich demonstriert. In der Business Class erfolgen Windeln und/oder Katheterisieren durch das Personal, in der First Class zusätzlich durch den/die Flugbegleiter/in der eigenen Wahl.

Übrigens laufen zum 31.12.2009 einige wichtige Bestimmungen des U.S. PATRIOT ACT aus, was Behörden wie F.B.I. und Homeland Security seit geraumer Zeit zu verhindern versuchen. Wie der Fall dieses "zufällig" durchs Sicherheitsnetz geschlüpften Amateurpyromanen diesbezüglich einzuordnen ist, sei eines jeden Intelligenz überlassen.

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