Wut und Empörung über Anschlag auf Hamas-Mitglieder

27. Dezember 2009, 15:46
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Drei Tote bei Bombenexplosion im schiitischen Süden Beiruts - Kampfansage von Hisbollah-Chef Nasrallah an "imperialistische Pläne"

Beirut - Wut und Empörung hat im Libanon ein Bombenanschlag in einem schiitischen Vorort im Süden der Hauptstadt Beirut ausgelöst, bei dem in der Nacht auf Sonntag nach neuesten Informationen drei Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden radikalen Palästinenserorganisation Hamas ums Leben gekommen sind. In seiner im Fernsehen übertragenen Ansprache zum schiitischen Ashura-Fest sagte der Chef der in der libanesischen Regierung vertretenen Hisbollah-Bewegung, Hassan Nasrallah: "Unsere Nation ist durch die imperialistischen Pläne der USA bedroht. Wir verurteilen diese Pläne, Kriege und Verbrechen." Bei der traditionellen religiösen Prozession in Haret Hreik riefen die Teilnehmer Slogans wie "Tod Amerika! Tod Israel!"

Hisbollah-Hochburg

Der Sprengsatz war auf einem Parkplatz in Haret Hreik explodiert. Das Viertel gilt als Hisbollah-Hochburg, in der Umgebung des Anschlagsortes befinden sich Kommandozentralen der vom Iran und von Syrien unterstützten Schiitenorganisation und ihrer Miliz. Insgesamt drei Bomben sollen vorbereitet gewesen sein. Eine davon soll explodiert sein, als Hisbollah- und Hamas-Leute sie zu entschärfen versuchten. Nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise vom Sonntag sind drei Tote zu beklagen. Hamas-Sprecher Ayman Taha bestätigte den Tod von zwei Männern, Basel Goma und Hassan Haddad, bei denen es sich nicht um ranghohe Führer der (sunnitischen) islamischen Organisation handeln würde. Fünf weitere Personen erlitten Verletzungen. Unklar sei derzeit auch, wer hinter der Tat stehe.

Die von Israel und den USA als Terrororganisation eingestufte Hisbollah stellt gegenwärtig zusammen mit ihren Verbündeten zehn der dreißig Mitglieder der libanesischen Regierung unter dem pro-westlichen Ministerpräsidenten Saad Hariri. Alle schiitischen Minister stehen der Hisbollah nahe, die mit der christlichen Freien Patriotischen Bewegung von Ex-Armeechef General Michel Aoun und der schiitischen Amal von Parlamentspräsident Nabih Berri verbündet ist. Mit Raketenangriffen ihrer Miliz hatte die Hisbollah im Sommer 2006 eine israelische Militäroffensive provoziert. In dem 34-tägigen Krieg gelang es Israel jedoch nicht, sie zu schwächen. Nach Erkenntnissen des israelischen Militärgeheimdienstes hat die Hisbollah ihre militärischen Kapazitäten seit dem Krieg sogar verdreifachen können. (APA)

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