Deutsche Regierung gegen ARD-Angebot für das iPhone

26. Dezember 2009, 12:13
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Minister Neumann spricht von Wettbewerbsverzerrung und Gefährdung privater Geschäftsmodelle

Die deutsche Bundesregierung hat sich gegen die Pläne der ARD gestellt, ein gebührensfinanziertes Gratisprogramm der "Tagesschau" für das iPhone und andere Smartphones zu produzieren. Staatsminister Bernd Neumann erklärte am Christtag, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss gerade in einer Zeit, in der die privaten Anbieter zum Teil ums Überleben kämpfen, nicht alles machen, was wünschenswert wäre", betonte Neumann. Das gelte unabhängig von der Frage, ob die Staatsverträge ein solches Angebot zulassen oder nicht.

Marktverzerrung vorgeworfen

Neumann warf der ARD vor, einen neuen Markt mit Gebührengeldern auf problematische Art und Weise zu verzerren und neue private Geschäftsmodelle von Anfang an zu gefährden. "Private Medienanbieter brauchen einen gewissen Spielraum für Marktentwicklungen. Haben sie diesen nicht, wird das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft infrage gestellt", erklärte der Staatsminister.

Kritik von Verlegern

Auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hatte die ARD-Pläne bereits scharf kritisiert und sich in einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder und an Neumann gewandt. Kaum hätten Verlage erste Bezahlmodelle entwickelt, um in einer für sie außerordentlich schwierigen Lage die journalistische Qualität weiter finanzieren zu können, dränge das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit einem Gratisangebot auf dasselbe Feld, hieß es in dem Brief.

Keine exklusiven Inhalte

NDR-Sprecher Martin Gartzke hatte dazu erklärt, dass es bei dem neuen Angebot nicht um exklusive Inhalte gehe. "Vielmehr sollen bereits seit Jahren mobil verfügbare Inhalte, die schon seit langem über tagesschau.de/mobil oder wap.tagesschau.de abgerufen werden können, für eine Verbreitung über Smartphones wie das iPhone dargestellt und optimiert werden", erklärte er. (APA)

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