Eurotunnel macht Eurostar für Chaos nach Zug-Pannen verantwortlich

26. Dezember 2009, 10:04
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"Evakuierung der liegengebliebenen Züge verzögert"

London/Paris - Das Unternehmen Eurotunnel hat Eurostar für das Chaos nach der Zugpanne im Tunnel unter dem Ärmelkanal verantwortlich gemacht. "Uns wurde zu Unrecht vorgeworfen, falsch gehandelt zu haben", erklärte der Tunnelbetreiber am Freitag. Tatsächlich aber habe das Personal von Eurostar die Evakuierung der liegengebliebenen Züge verzögert, weil es "in völliger Verletzung der Sicherheitsbestimmungen" die Passagiere aufgefordert habe, beim Verlassen der Züge alles Gepäck mitzunehmen. Zudem habe es verabsäumt, wichtige Informationen an die Passagiere weiterzugeben.

Nach heftigem Schneefall waren in der Nacht zum 19. Dezember fünf Züge im Eurotunnel liegengeblieben, rund 2000 Passagiere mussten bis zu 17 Stunden in dem Tunnel ausharren. Eurostar hatte bereits Kommunikationspannen eingeräumt, den Tunnelbetreiber jedoch dafür mitverantwortlich gemacht. Dieser wies nun die Vorwürfe entschieden zurück. Sein Team habe "rasch und professionell" reagiert und alle Informationen an Eurostar weitergegeben. Weder sei es für den Ausfall der Züge verantwortlich, noch für die Kommunikationspolitik von Eurostar.

Eurostar wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern. Das Unternehmen verwies vielmehr auf eine unabhängige Untersuchung zu den genauen Vorgängen und erklärte, dem Ergebnis nicht vorgreifen zu wollen. (APA)

 

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