Deutschland

Regierung gegen ARD-Angebot für das iPhone

25. Dezember 2009, 16:26

Minister Neumann spricht von Wettbewerbsverzerrung und Gefährdung privater Geschäftsmodelle

Berlin - Die deutsche Bundesregierung hat sich gegen die Pläne der ARD gestellt, ein gebührensfinanziertes Gratisprogramm der "Tagesschau" für das iPhone und andere Smartphones zu produzieren. Staatsminister Bernd Neumann erklärte am Christtag, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden.

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss gerade in einer Zeit, in der die privaten Anbieter zum Teil ums Überleben kämpfen, nicht alles machen, was wünschenswert wäre", betonte Neumann. Das gelte unabhängig von der Frage, ob die Staatsverträge ein solches Angebot zulassen oder nicht.

Neumann: "Private Medienanbieter brauchen einen gewissen Spielraum für Marktentwicklungen"

Neumann warf der ARD vor, einen neuen Markt mit Gebührengeldern auf problematische Art und Weise zu verzerren und neue private Geschäftsmodelle von Anfang an zu gefährden. "Private Medienanbieter brauchen einen gewissen Spielraum für Marktentwicklungen. Haben sie diesen nicht, wird das Nebeneinander von privaten und öffentlich-rechtlichen Medienanbietern für die Zukunft infrage gestellt", erklärte der Staatsminister.

Auch der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hatte die ARD-Pläne bereits scharf kritisiert und sich in einem Brief an die Ministerpräsidenten der Länder und an Neumann gewandt. Kaum hätten Verlage erste Bezahlmodelle entwickelt, um in einer für sie außerordentlich schwierigen Lage die journalistische Qualität weiter finanzieren zu können, dränge das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit einem Gratisangebot auf dasselbe Feld, hieß es in dem Brief.

NDR-Sprecher Martin Gartzke hatte dazu erklärt, dass es bei dem neuen Angebot nicht um exklusive Inhalte gehe. "Vielmehr sollen bereits seit Jahren mobil verfügbare Inhalte, die schon seit langem über tagesschau.de/mobil oder wap.tagesschau.de abgerufen werden können, für eine Verbreitung über Smartphones wie das iPhone dargestellt und optimiert werden", erklärte er. (APA)

 

popokatepetl
01
28.12.2009, 00:32
ogott wie fürchterlich wäre das!

wenn dei leute informationen bekämen, und nicht nur infotainment-nonsense!

unmöglich, oder?
wo kämen wir denn da hin!?

kleeklee
00
27.12.2009, 20:57
Spannend

wird es wenn es Statliche Media und TV-Theken ein A3 Tablett für den Couch Tisch gibt, natürlich mit HDMI Flachbildfernseher Anschluss.

http://tvthek.orf.at

shangl
02
27.12.2009, 20:13
öffentlich rechtliche sender...

...sollen gefälligst die möglichkeit haben ihrem informationsauftrag auf möglichst breitem weg nachkommen zu können...irgendwann hat auch das marktverzerrungsgebrabbel seine grenzen

Peter Binder
01
27.12.2009, 15:57
Willkommen in der wunderen Welt...

...von Schwarz-Gelb

Karl Krammer
10
27.12.2009, 14:26
wieso gibt es staatliche Runkfunkanstalten und keine staatliche Zeitungen?

während in allen anderen Bereichen der Industrie Monopolbildung bekämpft wird, gibt es im Rundfunkbereich eine künstliche Bevorzugung eines Anbieters, indem man ihm erlaubt, Gebühren selbst dann zu kassieren, wenn die Menschen die Dienstleistung überhaupt nicht in Anspruch nehmen. Daß sich die Regierungen eine Propagandaorgel halten ("Rotfunk"), ist nachvollziehbar, aber wieso dann nicht auch eine öffentlich-rechtliche Zeitung, die durch Gebühren finanziert jedem Haushalt zugestellt wird? Die Ausrede "Grundversorgung" würde ja da viel besser ziehen. Die staatliche Nachrichtensite im Internet gibt es ja mittlerweile auch schon. Wird der TV-Konsument für dümmer angesehen als der Zeitungleser?

Tammo Generika
01
27.12.2009, 13:03

Jesus, mir tun die armen privaten Anbieter leid!
In Zeiten, in denen Bertelsmann, Springer und co. "ums Überleben kämpfen"...
Die nächsten Sternsinger sollten den privaten Medienanbietern gewidmet werden, wenn die Finanzierung durch Werbung nicht mehr garantiert werden kann.

Subversive Revolte
01
27.12.2009, 11:02

was bekommt Neumann dafür, die privaten Sender derart in Schutz zu nehmen?

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