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Verurteilung ist "Trendumkehr" der chinesischen Regierung

25. Dezember 2009, 14:59

Merkel bedauert Einschränkung der Meinungs-und Pressefreiheit - UNO: Urteil "neue und schwerwiegende" Beschneidung der Meinungsfreiheit

Die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Navanethem ("Navi") Pillay, hat das Urteil gegen den chinesischen Bürgerrechtskämpfer und PEN-Präsidenten Liu Xiaobo als eine "neue und schwerwiegende" Beschneidung der Meinungsfreiheit in der Volksrepublik China heftig kritisiert. Die Verurteilung Lius wegen "Subversion" und "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft durch ein Pekinger Gericht werfe ein denkbar schlechtes Licht auf die jüngsten Ankündigungen der chinesischen Regierung, mehr für die Achtung von Menschenrechten zu tun, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Menschenrechts-Hochkommissarin. Die 69-jährige südafrikanische Spitzenjuristin war bis 2008 Richterin am Haager Internationalen Strafgerichtshof.

EU: Urteil "unverhältnismäßig"

Die USA und die EU haben die sofortige Freilassung Lius gefordert. Harte Bestrafungen von Menschen, die die Demokratie zu stärken versuchten, seien "völlig unangemessen", hieß es. Die Volksrepublik China habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterzeichnet und sich damit verpflichtet, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewährleisten. China müsse diesen Pakt einhalten. Die Europäische Union hat die Verurteilung des prominenten chinesischen Bürgerrechtsaktivisten Liu Xiaobo kritisiert. Die Verhängung einer elfjährigen Haftstrafe gegen den 53-Jährigen in Peking sei "unverhältnismäßig", erklärte die schwedische EU-Ratspräsidentschaft am Freitag.

Merkel: "Bestürzung" über Urteil

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und mehrere Mitglieder ihrer Regierung drückten "Bestürzung" über das Urteil aus. "Ich bedauere, dass die chinesische Regierung trotz großer Fortschritte in anderen Bereichen die Meinungs- und Pressefreiheit immer noch massiv einschränkt", erklärte Merkel am Freitag in Berlin. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich in einer ersten Reaktion "tief besorgt" über die Verurteilung des Dissidenten.

Human Rights Watch: "Trendumkehr"

Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International (AI) zeigte sich zutiefst besorgt über das Urteil und dessen Auswirkungen auf die anderen Unterzeichner der sogenannten "Charta 08". Die Verurteilung Lius zeige, dass die chinesische Regierung keine Diskussion über die Regierungsform toleriere, erklärte Amnesty. Die Organisation für die Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die Führung in Peking auszuüben. Mit dem Urteil werde ein Trend umgekehrt, für sogenannte Anstiftung zur "Untergrabung der Staatsgewalt" mildere Strafen zu verhängen, konstatierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Die politische Entscheidung über diese harte Strafe sei offenkundig an höchster Stelle getroffen worden. (APA/red)

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12 Postings
Roger Sturm
00
26.12.2009, 10:27


Alles was aus China kommt boykottieren. Ist für uns alle besser.

Newspeech
12
25.12.2009, 18:50
Merkel bedauert Einschränkung der Meinungs-und Pressefreiheit - UNO: Urteil "neue und schwerwiegende" Beschneidung der Meinungsfreiheit

Ach ja,der chinesische Pendant des § 130 ist für die ehemalige FDJ-Propagandasekretärin eine Beschneidung der meinungsfreiheit?Langsam werden diese US-Vasallen nur mehr peinlich...

NONE
10
25.12.2009, 21:41

Hab grün gegeben auch wenn ihr Vergleich überzogen war. Aber die westlichen Regierungen müssten erst einmal selbst im Hof kehren - diesem Grundtenor kann ich zustimmen.

Nur - schweigen kann man nicht. Schweigen heisst akzeptieren.

Para Dox
21
26.12.2009, 00:50

Stimmt, wir sollten in der EU zuerst die Todesstrafe abschaffen und die Arbeitslager schließen.

Joseph EU
00
26.12.2009, 01:32
BRAVO

der war gut !

jean val jean
00
25.12.2009, 18:30

wie schafft man es, so ein riesenreich zu unterdrücken? mit dauerhaft und todesstrafen?

Michael B
00
25.12.2009, 19:21
Brot und Spiele.

Immerhin hat China das Jahrhundertproblem der Dauerhungersnöte praktisch behoben, und Olympische Spiele gab es z.B. 2008, in der Hoffnung auf eine liberalisierende Wirkung.
(So eine Wirkung ist aber schon 1936 nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil. Die internationale Anerkennung bestärkt jede Diktatur im Beharren auf ihrem Kurs.)

egal9
20
25.12.2009, 16:04
Hat Merkel sich zum offenen Brief von ARD/ZDF geäußert?

http://www.heute.de/ZDFheute/... 05,00.html
(Infobox unten)
Hat Merkel sich zu den fast 2000 willkürlich verhafteten in Dänemark geäußert?

Das macht das Urteil in China nicht besser, aber die westliche Kritik daran ist einfach nur heuchlerisch.

Oder was ist mit den Geheimgefängnissen für Migranten in den USA?
http://zas-correos.blogspot.com/2009/12/g... n-usa.html

ipunkt
00
25.12.2009, 17:28

dass es einen unterschied zwischen ein paar stunden festnehmen und 11 jahre wegsperren gibt, ist ihnen aber schon klar?

egal9
00
25.12.2009, 17:43
Fast eine Woche Haft. Journalisten abgehört...

http://www.taz.de/1/zukunft... e-luemmel/

Wie gesagt: Wo ist der Aufschrei der westlichen Politiker?
Wo ermahnen deutsche Politiker die USA zur Einhaltung der Menschenrechte (zB wegen Guantanamo)? Erwägt da irgendwer Sanktionen, so wie es bei China des öfteren gefordert wird?

Quantitativ besteht ein Unterschied zwischen 11 Jahren Haft und einer Woche. Qualitativ nicht wirklich.

tom2312
00
26.12.2009, 08:09

Qualitativ nicht wirklich?

Ich wünsche nicht einmal Ihnen, dass Sie es mal ausprobieren müssen.

Und ich schlage allen Europäern, die den „Westen“ so repressiv finden, in China einzuchecken. Die haben angeblich den Hunger abgeschafft ... und Babys gibt’s dort sogar zu kaufen.

Para Dox
00
26.12.2009, 00:49

Bist du so du*m, oder stellst du dich so du*m. Die Vergleiche, die du anstellst sind lächerlich und eines intelligenten Menschen nicht würdig.

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