Russland senkt Zinsen zum zehnten Mal im Jahr 2009

25. Dezember 2009, 13:36
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Auf 8,75 Prozent - Anschub für Kreditvergabe an Realwirtschaft bisher nicht erreicht

Moskau - Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat die russische Zentralbank ihren Leitzins zum zehnten Mal in diesem Jahr gekappt. Der Refinanzierungssatz für die Banken sinke mit Wirkung ab Montag um einen viertel Prozentpunkt auf historisch niedrige 8,75 Prozent, teilte die Notenbank am Freitag mit. Der Schritt solle wachstumshemmenden Einflüsse entgegenwirken und den Erholungstrend der Konjunktur stärken.

Ein Anschub für die Kreditvergabe an die Realwirtschaft sei aber bisher nicht erreicht worden. "Wir haben keine maßgebliche Verbesserung bei den Kreditaktivitäten der russischen Banken erkennen können", erklärten die Währungshüter. Seit April hat die Notenbank den Leitzins von 13 Prozent schrittweise gesenkt. Experten rechnen auch für das kommende Jahr mit weiteren Zinssenkungen.

Schwerste Rezession seit einem Jahrzehnt

Russland erholt sich allmählich von der schwersten Rezession seit einem Jahrzehnt. Russland werde aber nur langsam aus der Krise finden, sagte Präsident Dmitri Medwedew am Donnerstag. In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt wahrscheinlich um mindestens 8,7 Prozent schrumpfen. Dies wäre das größte Minus seit 1994, als Russland unter den Nachwehen des Zerfalls der Sowjetunion litt. Im kommenden Jahr sei dann wieder mit einem Wachstum von 2,5 bis 5,0 Prozent zu rechnen, sagte Medwedew.

Der Präsident warnte aber zugleich, dass der weltgrößte Energie-Exporteur sehr anfällig für Konjunkturkrisen bleibe, wenn die Wirtschaft nicht unabhängiger von der Öl- und Gas-Industrie werde. "Ohne Modernisierung hat unsere Wirtschaft trotz des Reichtums an Naturrohstoffen keine Zukunft." (APA/Reuters)

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