Geschenk für die US-Wirtschaft

KrisenFrey, 24. Dezember 2009 17:14

Von der Gesundheitsreform profitieren amerikanische Unternehmen am meisten

Die Mehrheit für die Gesundheitsreform im US-Senat ist ein Weihnachtsgeschenk nicht nur für Barack Obama, sondern für die gesamte amerikanische Wirtschaft. Die gewaltigen Kosten einer Krankenversicherung für die Angestellten ist ein Mühlstein für Tausende US-Unternehmen und hat etwa zum Bankrott von General Motors mit beigetragen. Und kleinere Firmen, die sich keine ordentliche Krankenversicherungsverträge leisten können, haben Probleme, Mitarbeiter zu rekrutieren und zu halten.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Wirtschaftsverbände nicht mehr politischen Druck zugunsten der Gesundheitsreform gemacht und damit dem Widerstand der Versicherungswirtschaft, die tatsächlich zu den Verlierern gehören, nicht mehr entgegengesetzt haben.

Dass die Reform nun dennoch zustande kommen dürfte, ist nicht nur der Popularität Obamas und dem Geschick der demokratischen Kongressführung - vor allem Nancy Pelosi und Harry Reid - zu verdanken, sondern auch der Dringlichkeit der Sache. Man  muss kein Ultralinker sein, um den jetzigen Zustand des  US-Gesundheitssystems für unhaltbar zu halten.

Kurzfristig wird die endgültige Verabschiedung der Gesundheitsreform der US-Wirtschaft nicht viel bringen. Aber schon in einigen Jahren sollten der Wirtschaftsstandort davon profitieren - wenn es durch die neuen Rahmenbedingungen gelingt, die Steigerung der Gesundheitskosten einzudämmen.

Das wird vor allem dann möglich sein, wenn sich in den Verhandlungen zwischen Senat und Repräsentantenhaus über die endgültige Fassung des Gesetzes die in dieser Hinsicht bessere Senatsversion durchsetzt.

Und all jene, die die Reform für zu zaghaft und unzureichend betrachten, können sich gewiss sein, dass dies nicht das letzte Gesundheitsgesetz war. Die jahrzehntelange Lähmung ist überwunden, und die amerikanische Politik hat in einem Schlusselbereich ihre Reform- und Handlungsfähigkeit bewiesen.

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Posting 1 bis 25 von 31
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Thouts
27.12.2009 10:29
Auf diese absurde Korrelation warte ich schon länger.

Zuerst werden die USA als Hinterwäldler hingestellt wegen des anachronistischen Gesundheitssystems. Jetzt wurde ein gewaltiger Sprung gemacht, die Zustände zu bessern. Und jetzt melden sich die ganz Neunmalklugen und sind überrascht, dass es auch Gewinner der Reform gibt. Das ist pervers.

Mucius Valerius Scapula
25.12.2009 14:38

-> Umso erstaunlicher ist es, dass die Wirtschaftsverbände nicht mehr politischen Druck zugunsten der Gesundheitsreform gemacht...

Das ist nicht wirklich erstaunlich, wenn man die amerikanische Seele ein bisschen kennt. Gegen 'sozialistische' Projekte gibt es da eben einen tief verankerten Widerstand. Bzw, sie fürchten sich einfach vor allem, was ihrer Meinung nach 'sozialistisch' oder auch nur staatsgelenkt ist. Das fängt bei Kleinigkeiten wie Anschnallpflicht im Auto an und wird immer stärker, umso größer die Projekte werden. So gesehen ist es ein nicht mehr gar so kleines Wunder, wenn diese Reform zustande kommt.

der tueftler
25.12.2009 13:27
die details und das ganze

man kann sicher am amerikanischen system einige positive details finden und noch viel mehr negative am österreichischen, aber...

für mich ist unstrittig, dass millionen amerikaner keine oder völlig unzureichende gesundheitsversorgung genießen, dass so mancher wegen einer schweren krankheit ruiniert wurde und auch große wirtschaftliche schäden verursacht wurden (kreditausfälle etc.).

ebenso ist für mich eindeutig, dass in österreich zwar deutliche unterschiede im komfort aber viel weniger in der medizinischen qualität der behandlung bestehen. selbst komplexeste operationen werden meist von der kasse bezahlt. sicher, es gibt schönheitsfehler, aber wenn man das ganze vergleicht, besteht ein himmelhoher unterschied!

Artischoke
27.12.2009 12:06

Das amerikanische Gesundheitssystem ist im Vergleich zum Österreichischen pro Kopf wesentlich teurer, obwohl Arme regelmäßig davon weitgehend ausgeschlossen sind und auch in der Mittelklasse in Österreich afaik eine bessere Versorgung geboten wird. Da muss man schon ausgefallene Positionen besetzen um das amerikanische System zu bevorzugen.

Walter KURTZ
 
25.12.2009 18:48

Operationen sind nicht der Maßstab, da sind die Patienten eh willige Übungsobjekte, damit der Herr Primar beim Kassenpatienten keine Fehler machen.
Der Unterschied liegt eher bei Sachen wie Krebs...

Borat Sagdijev
25.12.2009 12:47
privatkonkurse..

..vor der immobilienkrise war die hälfte aller privatkonkurse auf nicht bezahlbare krankenkausrechnungen zurückzuführen.

mit sicherheit ein gewinn für den bürger.

fragt sich allerdings auch, wie sich das auf die innovationskraft des amerikanischen gesundheitssystems auswirkt, schliesslich kamen die meisten bedeutenden medizinischen entwicklungen in den letzen jahren aus den usa.

das liebe urmili
24.12.2009 21:17
Träumerei

Wenn der/die Autor(in) tatsächlich denkt, dass die Gesundheitskosten in einem verstaatlichen System sinken, dann ist er/sie nicht qualifiziert, hier seinen/ihren Senf abzugeben.

Steven Biko
27.12.2009 14:18
Zu hohe Kosten im Gesundheitssystem sind

wahrscheinlich immer, egal ob privatwirtschaftlich oder verstaatlicht, auf, ich sags mal ganz unverblümt, "Betrug" am Käufer begründet.
Dies mein Lieber ist die Armseligkeit an sich !

Der Mensch ist des Menschen Wolf !

oder einfach gesprochen, immer ein Arsch zu den Andern, und wenn es einen selbst betrifft, dann ein Jammerer !

Herzlichst
SB

Jene Grüne Straßenkatze
26.12.2009 11:41
...

Eric Frey (der Autor) ist politisch das, was man landläufig als "neoliberal" bezeichnet; er redet sicher nicht leichtfertig staatlichen Eingriffen das Wort.

Wenn er es doch scheinbar tut, dann wird er gute Gründe haben - und er kann es, weil er nicht religiös an Dogmen wie "privat ist besser als Staat" (oder umgekehrt) glaubt.

btr
25.12.2009 11:56
und der/die neue gesundheitsministerIn ist...

...urmiliIn
gute nacht

also dann ...
25.12.2009 10:02
welch ein blödsinn, da die gesunheitsausgaben in den USA ca. 16 % des BIP

ausmachen - jene in Ö aber nur z.b. 10 % ...
als auch das us-system zu 60 % p r i v a t finanziert wird und dennoch
- die höchste kindersterblichkeits-
- und kriminalitätsrate aufweist.

ein PRIVATES desaster ... so to say.

Thouts
27.12.2009 11:03
Sie merken überhaupt nicht, dass Sie mit Ihrer Besserwisserei.....

langsam den meisten Usern auf den Geist gehen.

Die Kindersterblichkeit ist einem kleinen und überschaubaren Land mit wenigen Bewohnern leichter niedrig zu halten, als z.B. in den USA mit seinen unvergleichbaren Einflußgrößen. Dann sollten aber auch sagen, dass z. B. Österreich schlechter liegt als Deutschland, aber besser als die Schweiz. An dem Beispiel sehen Sie die Fragwürdigkeit eines solchen Vergleichs.

Und noch dämlicher ist die Relevanz der Kriminalität. Die USA haben eine ganz andere Struktur als Österreich. Und was schließen Sie aus der Aufklärungsrate, die in Deuschland erheblich besser ist als in Österreich.

Kurzum: Ihre Zahlen sind willkürlich in ihrer Vergleichbarkeit. Das ist unserös, aber paßt zu Ihrer verdammten Rechthab

H Huber
25.12.2009 20:31

Höchste Kindersterblichkeitsrate? Das bezweifle ich einmel ganz stark.

Höchste Kriminalitätsrate? Da erkenne ich jetzt keinen zwingenden Zusammenhang zur Krankenversicherung.

also dann ...
26.12.2009 08:51
ad. kindersterblichkeit : lesen sie mal die oecd-berichte...nach.

ad kriminalität :
diese hängt - indirekt - mit der arbeitslosen-und Kv zusammen, da eine kleine blinddarmoperation für viele menschen einfach nicht leistbar ist...

Jasper Perky
25.12.2009 09:39

Der/die/das PostingInnen von dir/euch ist schwer zu lesen(innen?).

Winter Max
25.12.2009 05:11

Ach ja, nicht qualifiziert.
Es zeigen aber alle seriösen Analysen, dass der Anteil der Gesundheitskosten am BIP in den USA wesentlich höher ist als in den anderen OECD-Ländern - und das bei einer deutlich schlechteren Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.

Wasserpfeifer
24.12.2009 23:10

ja und privatbanken verursachen keine wirtschaftskrisen...

christian becker
25.12.2009 13:14

Ihren Kommentar finde ich etwas ungerecht, da an dem Desaster ja gerade auch diverseste Landesbanken einen beträchtlichen Anteil hatten.
Banken agieren halt in einem gewissen Rahmen(öffentliche und private Institute). Vielmehr wäre es ja Aufgabe der Politik den entsprechenden regulativ für alle Teilnehmer vorzugeben.

Walter KURTZ
 
24.12.2009 21:46

Das System wird nicht "verstaatlicht", die "public option" bzw medicare erweiterung gibt's nimmer.
Ob's eine Kostensenkung gibt oder nicht ist eine sehr komplexe Frage. Manche Aspekte des Paketes sprechen dafür, manche dagegen.

dr mike
24.12.2009 18:39

Wenn eine "staatliche" Krankenversicherung in den USA eingeführt wird werden successive die Ärzte ihre Jobs aufgeben. Die Honorarhöhen für die Ärzte werden wohl kaum mit jenen der derzeit üblichen durch private Versicheringen vergleichbar sein. Sie werden sehr weit darunter liegen. Ärztehaftpflicht und Ärzterechtsschutzversicherungen sind für jeden US Arzt absolut notwendig und sehr teuer. Diese werden dann nicht mehr leistbar sein. UndkeinArzt in den USA traut sich - zu Recht - ohne diesen einen Finger zu rühren.

Adam Markus
26.12.2009 17:40

und die ärzte machen was? auswandern? zum Arbeitsamt gehen?

Ich bin mir sicher dass sich massenweise junge Absolventen für sichere und ertragreiche Posten finden lassen werden.

Nptfalls kann aber auch Kuba einige Ärzte vorbeischicken :)

Michael B
26.12.2009 13:17
Und statt dessen werden diese Ärzte dann als viel höher bezahlte ........

??

johann potakowskyj
 
25.12.2009 13:01
zumindest damals

als ich sehr oft in den staaten war, waren die arztkosten viel billiger als bei uns. der augenfacharzt z.b. kostete $ 20,00. die kontaktlinsenanpaasung war im preis von $ 99,00 im kaufpreis inkludiert (da war ich viermal beim arzt) es sind nicht die ärzte selbst, die die waren kosten verursachen. wie bei allem verdienen an den krankheiten konzerne (in diesem fall für pharma- medizinische geräte) am meisten.

Kahuna
25.12.2009 18:55
Das muss schon einige Zeit her sein

Mein Augenarzt kostet 120$ pro Untersuchung.

dr mike
25.12.2009 13:16

Mag sein. Ich habe aber schon anderes gehört und wie soll sich das für den Arzt finanziell ausgehen ?
Können sie das ausrechnen ?

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