Gesetzentwurf

Mehrheit im US-Senat stimmt für Gesundheitsreform

24. Dezember 2009 21:59

60 Senatoren stimmten für die Reform, 39 dagegen - Jetzt muss der Entwurf des Senats mit dem des Repräsentantenhauses übereingestimmt werden

Washington - Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der Senat die umstrittenen Pläne von US-Präsident Barack Obama für eine umfassende Gesundheitsreform gebilligt. 60 Senatoren der demokratischen Partei Obamas stimmten am Donnerstag für den Entwurf, die 39 Senatoren der Republikaner dagegen. Dem Votum über die größten Veränderungen im US-Gesundheitssystem seit Jahrzehnten war ein monatelanges politisches Gezerre im Kongress und eine heftige öffentliche Debatte vorangegangen. Die Gesundheitsreform ist Obamas wichtigstes innenpolitisches Ziel.

Das Repräsentantenhaus hatte bereits im November einen eigenen Gesetzentwurf zu der Reform verabschiedet. Mit dem Senatsvotum können nun die Beratungen über eine Angleichung der beiden Entwürfe beginnen. Anschließend müssen beide Parlamentskammern erneut dem endgültigen Gesetzestext zustimmen.

"Wir sind nun unglaublich kurz davor, eine Gesundheitsreform in diesem Land zu realisieren", sagte Obama nach dem Senatsvotum. Die Herausforderung bestehe nun darin, die Arbeit zu Ende zu bringen. Die Umsetzung der Reform ist für den Präsidenten äußerst wichtig und könnte seine politische Zukunft entscheidend beeinflussen. Die Popularität des Präsidenten hat unter der erbitterten Debatte über das Vorhaben bereits deutlich gelitten.

Republikaner kündigen Widerstand an

Der führende Republikaner im Senat, Senator Mitch McConnell, kündigte indes weiteren Widerstand gegen die Reform an. "Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei", sagte er. Gemeinsam mit seinen Kollegen wolle er daran arbeiten, dass der Entwurf nicht zum Gesetz werde.

Teil der Reform ist die erste allgemeine und staatlich unterstütze Krankenversicherung in den USA für mehr als 30 Millionen bislang unversicherte Bürger. Damit würde der Versicherungsschutz auf 94 Prozent aller US-Bürger ausgeweitet. Zudem sollen im Zuge der Reform branchenübliche Vorgehensweisen unterbunden werden, wonach etwa Menschen mit Vorerkrankungen der Versicherungsschutz verweigert werden kann. Die Republikaner kritisieren unter anderem die staatliche Einflussnahme auf das Gesundheitswesen durch das Vorhaben. Zudem werde die Wahlfreiheit der Patienten eingeschränkt. Auch die Kosten sind den Republikanern zu hoch.

Es war das erste Mal seit 1895, dass der Senat am 24. Dezember  zu einer Sitzung zusammenkam. Während der Anführer der Demokraten in der Kammer, der Senator Harry Reid, versprochen hatte, den Entwurf bis Weihnachten absegnen zu lassen, hatten die Republikaner das abschließende Votum so lange wie möglich hinausgezögert. Schließlich stimmten sie jedoch einem Votum in den frühen Morgenstunden zu, um den Senatoren zum Weihnachtsfest die Reise nach Hause zu ermöglichen. (Reuters)

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Mostbluzer
05.01.2010 11:22
uiui obama

bei so einem gewaltigen werk und vielen fallstricken wird obama in die geschichte damit eingehen.
wohl aber kaum positiv, wenn auch gut gemeint.

http://infokrieg.tv/2010_01_0... ollar.html

Eine Analyse der endgültigen Fassung des Obamacare-Gesetzes im Senat durch das Haushaltsbüro des Kongresses hat ergeben dass Familien, welche inmitten einer tiefen Rezession über die Runden kommen müssen, mehr als 88.200 Dollar pro Jahr verdienen und keine vom Arbeitgeber bezahlte Krankenversicherung haben, durch eine jährliche Zwangssteuer mit rund 15.000 Dollar belastet werden sollen.

das gibt der wirtschaft den gnadenschuss und drüben werden sie auf "unser" niveau runtersacken.
gerecht wärs..gutgehen wirds in usa so nicht

Johannes Morla
 
27.12.2009 10:57
Langsam, aber zäh ....

Obama ist langsam und kann wohl auch nicht anders als langsam und kompromissbereit vorgehen, doch er ist zäh. Ein solche Gesundheitsreform habe 10 Präsidenten bisher versucht und keinem ist nur irgendetwas gelungen. Obama aber schaffte es, denn jetzt ist der Ball gelaufen, auch wenn es noch weitere Geplänkel geben wird.

Odo
27.12.2009 14:12
Präsident Obama hat sich bisher an den Verhandlungen über die Gesundheitsreform im US-Kongress doch kaum beteiligt. Insofern gebührt die Ehre eher den Spitzen der Demokraten im US-Kongress.

Außerdem haben die Demokraten die größte Mehrheit einer Partei im US-Kongress seit 30 Jahren. Ohne diese Riesenmehrheit wäre es auch dieses Mal nichts geworden mit einer Gesundheitsreform.

siu
28.12.2009 00:06
nun tun Sie nicht so, als ob Sie wissen würden, was hinter den kulissen abgeht...

Odo
27.12.2009 06:00
Auch der dritte Termin für die Unterzeichnung der Gesundheitsreform wird wohl nicht zu halten sein.

Erst wollte Präsident Obama die Gesundheitsreform spätestens am 15. Oktober 2009 unterzeichnen, dann spätestens Ende 2009. Nun sollte es vor seiner Rede zur Lage der Nation ("State of the Union") Ende Jänner/Anfang Februar 2010 sein. Aber auch bis dahin wirds wahrscheinlich nichts werden mit der Unterzeichnung.

http://www.politico.com/news/stor... 30925.html

Im übrigen ist ja die Medienberichterstattung über die Gesundheitsreform schon interessant. Vor drei Monaten hieß es noch, die Ablehnung der "Public Option" wäre ein schwerer Rückschlag für Obama.

http://derstandard.at/125380814... -abgelehnt

Heute plötzlich ist eine Reform ohne "Public Option" ein großer Erfolg für Obama.

Walter KURTZ
 
03.01.2010 12:31

Ein wichtiger Termin könnte übrigens der 19. Jänner werden: da findet die Nachwahl in Massachussetts statt. Auch wenn die Chancen der GOP gering sind, eine Niederlage wäre für die Demokraten und Obamacare absolut fatal, obwohl die Ironie kaum zu toppen wäre, wenn ein Republikaner den Sitz von Ted Kennedy erbt und Obamacare noch in letzter Sekunde verhindert...

A. E. Neumann
27.12.2009 11:14

Politik ist die Kunst des Möglichen. Nicht des Bestmöglichen. Alles, was Obama in diesem Bereich zusammenbringt, ist gut für 98% der Amerikaner.

Ingrimm
26.12.2009 04:19

Richtige Menschenfreunde, die Republikaner. Wer sich nix leisten kann, soll halt endlich sterben. Bei uns laufen schon ähnliche Bewegungen (Sichwort 2-Klassen-Medizin), und der Alpenland-Bush HaCä wird sicher nix dagegen haben...

A. E. Neumann
27.12.2009 11:16

Einfach lächerlich, unser kommunistisches System mit dem der Amerikaner zu vergleichen. Sie finden unser System der weißen Kuverts und des Schwarzgeldes besser als ein transparentes System, dass die wahren Kosten transparent macht und nicht hinter dubiosen Umverteilsystemen versteckt?

elle(s)
27.12.2009 23:09
aja,

und dass die republikaner mit ihrer mehrheit zu beginn der bush-präsidentschaft auf teufel komm raus schulden gemacht haben, auch im gesundheitswesen, und nichts dabei fanden, das land mit massiven schulden zu belasten ist auch ein tolles, funktionierendes system in ihren augen?
und jetzt sind sie gegen jegliche verbesserung für den kleinen amerikaner: flip-floppers allesamt!
oder wissen sie das alles vielleicht gar nicht?
*kopfschüttel*

x x3
27.12.2009 16:42
Nun ich finde unser System,

bei allen seinen Mängeln, bei weitem erstrebenswerter.
Gesundheitssystem, 5 Wochen Urlaub, Altersversorgung, Arbeitsnehmerschutz ...
Im us-amerikanischen Modell hingegen vermag ich keinerlei Vorteile für die große Masse der Bevölkerung zu erkennen. (Für einige wenige natürlich schon).

slartibartfaß der Umwandler
27.12.2009 16:10

ha ha. troll.

ja unser system ist besser, da jeder zum arzt kann. drüben nicht, drüben gibts leute, die sich ihre gebrochenen haxen selber schienen, weils sonst zu teuer wäre.

rüber mit ihnen, bei uns haben sie nichts verlosren !

Suppentrulli
25.12.2009 18:39

Obama sollte seinen Friedensnobelpreis zurückgeben und ihn jemandem überlassen, der ihn verdient hat. Beispielsweise Liu Xiaobo.
http://derstandard.at/125928266... Liu-Xiaobo

contains sugar
25.12.2009 18:40

guter vorschlag!! °U°

Obama - ein gescheiterter Präsident
25.12.2009 17:16

Staatsbankrott, Hyperinflation, Massenarbeitslosigkeit, Chaos in Afghanistan usw. Obamas Nachfolger in drei Jahren ist nicht zu beneiden, wenn er dessen Scherbenhaufen aufräumen muß. Das kommt davon, wenn man einen Politiker ans Ruder läßt, der außer Reden vom Teleprompter ablesen nichts vernünftiges zustande bringt. Die jetzt bejubelte Gesundheitsreform ist auch nur ein Rohrkrepierer wie alles was Obama fabriziert.

x x3
27.12.2009 16:33
Nun, soweit ich informiert bin,

ist Obama Nachfolger eines gewissen G.W. Bush, der mit
W.G. Harding um den Platz des am wenigsten erfolgreichen US-Präsidenten aller Zeiten konkuriert.

Und als dessen Nachfolger ist er in der Tat nicht zu beneiden.

das ist fix
26.12.2009 17:40


ihr obama-bashing ist nicht angebracht, wo er doch so gut blanko-schecks ausstellen kann - wenn auch ungedeckt...
*ironie-modus off*

http://www.ftd.de/politik/i... 54234.html

Max Nolte
25.12.2009 23:27
Wohl gegen einen

Türpfosten gerannt ? Obama muss den Dreck aufräumen, den sein Vorgänger über 2 Amtsperioden hinterlassen hat.

Herzerzog Johann
25.12.2009 20:56
Und täglich grüßt das Murmeltier ...

Tritt eine Idee in einen hohlen Kopf, so füllt sie ihn aus - weil keine andere da ist, die ihr den Rang streitig machen könnte.

LOL!
25.12.2009 18:09

Obama ist der Nachfolger des Ruineurs!

Luigi Bunt
25.12.2009 13:41
Wieso zahlt sich nicht jeder seine Versicherungsprämien selbst.

Typisch angewandter Sozialismus.

metacomet
25.12.2009 21:22
ganz einfach luigi

stellen sie sich vor sie sind krank oder haben einen unfall und brauchen lange zeit viele teure behandlungen, plötzlich schreibt ihnen die krankenkasse: sorry luigi, die kosten für ihre behandlung übersteigen ihre beitragszahlungen bei weiten und daher zahlen sie sich gefälligst die arzt und behandlungkosten von jetzt an selber. sie haben nicht soviel geld? na aber warum sollen jetzt die anderen für sie zahlen????

haben sie es jetzt verstanden?

Luigi Bunt
25.12.2009 22:34

sie dürften das versicherungsprinzip nicht ganz durchschaut haben.
jedenfalls finde ich jeder sollte die polizze abschließen, die er für richtig hält (etwa eine, wo der von ihnen beschriebene extremfall nicht möglich ist).

Independent Living
26.12.2009 09:11
Wer hat das Versicherungsprinzip durchschaut?

Private Krankenversicherungen in den USA (in Teilen auch Österreich) lehnen Menschen mit Krankheiten ab, oder, wenn es für die Versicherungen zu teuer wird, entlassen Sie aus Versicherungen.

Die Gesundheitsreform will gerade dieses Übel beseitigen, und Menschen mit einer "preexisting condition" eine private Versicherung per gesetz ermöglichen.

Österreich hat eine gute Grundversorgng, weshalb diese diskriminierende Behandlung von Privatversicherungen von Menschen mit einer "preexisting condition" nicht wirklich schlagend wird.

krokokater
 
25.12.2009 21:12
Insiderbericht über US-Krankenversicherung

http://www.pbs.org/moyers/jo... atch2.html

Nur damit einem in Erinnerung gerufen wird, wie selbstlos und nuuuuur im Interesse der Kunden die Versicherungswirtschaft agiert.

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