Die Psyche des Zauberers

23. Dezember 2009, 20:14
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Ein Begleitbuch zur großen Retrospektive im Filmmuseum: "Chaplin. Eine Biographie" des Psychoanalytikers Stephen Weissman

Charlie Chaplin und die Figuren, die er verkörperte, haben die Menschen berührt. Sehr viele Menschen. Vielleicht liegt das ja an seiner Kindheit, dachte sich Psychoanalytiker Stephen Weissman. Seine Biografie des eigentümlichen Humorzauberers will zeigen, dass der Junge aus dem Londoner Armenviertel in seinen Filmen an erlittenen Traumata anknüpft.

Wenn der Tramp ein blindes Mädchen retten will, ist das kein Zufall. Und selbst den Watschelgang könnte er sich beim alkoholkranken Vater abgeschaut haben. Charlie, der eine Schule nur kurz von innen sah, hatte vor allem eines: Authentizität. Er konnte Armut zeigen und dabei zum Lachen bringen. Und keiner lachte über die Armut.

Seien wir ehrlich: Charlie ist auch ein dankbarer Fall für die Couch. (Alois Pumhösel / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24./25./26./27.12.2009)

 

  • Stephen Weissman, "Chaplin. Eine Biographie". € 23,60 / 402 Seiten. Aufbau, Berlin 2009
    foto: aufbau

    Stephen Weissman, "Chaplin. Eine Biographie". € 23,60 / 402 Seiten. Aufbau, Berlin 2009

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