derStandard.at-Interview

"Frage mich, was wir dort verloren haben"

Anna Giulia Fink, 7. Jänner 2010, 09:02
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    Heike Groos ist nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan von Deutschland nach Neuseeland gezogen.

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    "Die Taliban, egal welcher Stamm, sind alle sehr zäh, wild entschlossen und sie kennen sich in der Gegend aus. Die Russen haben es nicht geschafft, da schafft es auch kein anderer."

Die Bundeswehrärztin Heike Groos über ihren Einsatz in Afghanistan und warum "das Schutzgefühl der Soldaten zivile Opfer rechtfertigt"

Bei der Truppenplanung in Afghanistan will sich der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nicht den Forderungen aus den USA beugen. Guttenberg kündigte an, bei der Afghanistan-Konferenz Ende Jänner in London zwar mit konkreten Zahlen aufzuwarten, gegebenenfalls aber auch Erwartungen zu enttäuschen. Die von den USA geforderten weiteren 2500 Soldaten nannte der Politiker "nicht realistisch". Derzeit stationiert sind rund 4300.

Heike Groos diente zwei Jahre als Bundeswehrärztin am Hindukusch. Als die fünffache Mutter 2003 als Oberstabsärztin nach Afghanistan ging, dachte sie an eine Friedensmission. "Mir war klar, dass ich in Kriegsgebiete geschickt werden kann", sagt Groos. "Aber als man mich nach Afghanistan geschickt hat, hat man mir nicht gesagt, dass dort Krieg ist." Groos darüber, warum sie die Mission für gescheitert hält und inwiefern "das Schutzgefühl der Soldaten zivile Opfer rechtfertigt".

***

derStandard.at: Humanitärer Einsatz, Kriegsähnlicher Zustand, Stabilisierungseinsatz: Beim deutschen Einsatz in Afghanistan dreht sich viel um Semantik. Waren Sie im Krieg?

Heike Groos: Ja, das war ich. Nach dem elften September 2001 war klar, dass ich nach Afghanistan gehen würde, aber das hat sich damals ganz anders angehört als es dann in Wirklichkeit war. Anfangs war es noch so, dass die Leute froh waren, dass der Krieg vorbei war, und wir als UN-Soldaten, die den Frieden stabilisieren wollen, angesehen wurden. Wir haben etwa Soldaten und Einheimische medizinisch versorgt oder Schulen gebaut. Die Leute waren friedlich und froh, dass wir da waren. Mit dem Anschlag auf einen Bus mit Bundeswehrsoldaten im Juni 2003 hat sich die Situation dann verschärft. Das war der Beginn einer großen Anschlagsserie, die bis heute weitergeht. Damit ist die Situation umgeschlagen; dann hat man sich wirklich im Krieg befunden. Man konnte nirgends mehr sein, ohne bis auf die Zähne bewaffnet zu sein, mit Helm, Panzer und Schussweste. Da wurde geschossen, gekämpft, da sind dauernd Menschen gestorben. Seit 2003 ist dort Krieg.

derStandard.at: Wie haben Sie sich den Einsatz vorgestellt?

Heike Groos: Wenn man Soldat ist, wundert man sich nicht, wenn man in den Krieg geschickt wird. Man wundert sich auch nicht, wenn Menschen sterben. Mir war klar, dass ich in Kriegsgebiete geschickt werden kann. Aber als man mich nach Afghanistan geschickt hat, hat man mir nicht gesagt, dass dort Krieg ist. Bis heute wird in Deutschland nicht von Krieg gesprochen; das Mandat hat sich noch immer nicht wirklich geändert, bis auf unbedeutende Kleinigkeiten. Was so schwer zu ertragen ist, ist, dass man keinen Sinn sieht. Wir wissen, dass dort Krieg ist, aber wir wissen nicht, warum und was wir dort tun sollen. Keiner kapiert, was dort los ist, und da kann man dann auch nicht voller Überzeugung dafür sterben.

derStandard.at: Voller Überzeugung sterben?

Heike Groos: Nach dem, was man liest, wissen die Amerikaner selbst nicht mehr genau, warum dieser Krieg eigentlich ist, wen man eigentlich unterstützt und warum. Wenn man keinen Sinn darin sieht, was man dort tut, ist es noch schrecklicher, wenn dabei Menschen verletzt oder gar getötet werden. Wer sind die Taliban eigentlich, woran erkennt man die, wie kann man die unterscheiden und worum geht es eigentlich? Und da geht es nicht nur mir so, die meisten sind da komplett ratlos. Vorgestern schrieb mir ein Soldat, dass er "angesprengt" wurde. Was ist denn das überhaupt für eine Formulierung? Das Wort gab es in unserer Sprache doch gar nicht. Schlimm ist auch, dass es keine Unterstützung gibt: Nicht nur, dass uns von Seiten der Politik oder Bundeswehrführung keiner erklärt, welchen Auftrag wir eigentlich genau haben. Dafür werden wir aber hingeschickt, ohne für diesen Einsatz richtig ausgebildet oder vorbereitet zu sein. Außerdem werden wir, wenn wir zurückkommen, nicht mehr aufgefangen in unserer Gesellschaft. Das Motto scheint zu sein: "Ihr seid Soldaten, dann heult nicht rum, wenn ihr im Krieg seid".

derStandard.at: Sie sind Bundeswehrärztin und damit Soldatin. Warum sind Sie nicht mehr in Afghanistan?

Heike Groos: Zum Glück hatte ich nur einen Zeitvertrag unterschrieben, der 2007 zu Ende ging. Ich habe die Zähne zusammengebissen und das durchgezogen. Viele meiner Ärztekollegen tun sich sehr, sehr schwer, weil man als Berufssoldat nicht einfach kündigen kann. Da geht es vielen sehr schlecht; die suchen jeden Weg, um da irgendwie rauszukommen, weil sie es - so wie ich - nicht mehr ertragen.

derStandard.at: Halten Sie den Einsatz der Bundeswehr für gescheitert?

Heike Groos: Ja. Weil sich bis jetzt nichts geändert hat. Im ersten Jahr war das noch eine befriedigende Sache: ein Nachkriegsgebiet, in dem man die Situation stabilisiert. Danach ist aber der Völkerkrieg, um den es im Grunde geht, wieder entflammt. Und da frage ich mich, was wir dort verloren haben.

derStandard.at: Weder Bundeswehr noch die US-Armee sind den Herausforderungen gewachsen?

Heike Groos: Sie sind ihnen auf keinen Fall gewachsen. Ich glaube, die russische Armee ist eine sehr zähe und starke, und auch die haben es damals nicht geschafft. Nicht, wenn man einen konventionellen Krieg zu Ende führen will, also so, dass "am Ende einer gewinnt", wie die Männer sich ausdrücken. Die Taliban, egal welcher Stamm, sind alle sehr zäh, wild entschlossen und sie kennen sich in der Gegend aus. Die Russen haben es nicht geschafft, da schafft es auch kein anderer. Was ist also die Lösung, die da angestrebt wird? Das ganze Land plattmachen?

derStandard.at: Sollten Europäer nur Friedenstruppen schicken?

Heike Groos: Mein Lösungsansatz wäre: Das Land so zu stabilisieren, dass die Leute sich selbst helfen können. Da sind noch so viele Menschen, die verhungern oder an Krankheiten sterben, die es in Europa oder den USA gar nicht mehr gibt. Das klingt vielleicht naiv, aber ich glaube, wer gesund ist, etwas zu essen und eine Arbeit hat, der hat weniger Interesse an Krieg.

derStandard.at: Die Nato-Strategie in Afghanistan: Auf ganzer Linie gescheitert?

Heike Groos: Ja, die ganze Strategie ist falsch.

derStandard.at: Bräuchte es mehr Soldaten in Afghanistan?

Heike Gross: Wenn man dort etwas tun will, dann bräuchte man mehr und dann müsste man es anders machen. Aber das ist jetzt nicht geplant, der Plan ist der, mehr hinzuschicken und so weiterzumachen.

derStandard.at: Wie ist der Ruf der Bundeswehr in Afghanistan?

Heike Groos: Aktuell kann ich das nicht sagen. 2007, als ich dort war, waren die Deutschen noch sehr gut angesehen im Vergleich zu Engländern und Amerikanern, die total unbeliebt waren - nicht nur aus dem jetzigen Krieg, sondern aus der Geschichte heraus. Mir haben die Afghanen immer versichert, dass sie zu den Deutschen ein gutes Verhältnis haben.

derStandard.at: Was sich mit dem Luftangriff in Kundus geändert haben wird.

Heike Groos: Das nehme ich stark an. Es kann leicht sein, dass sie keine Unterschiede mehr machen zwischen Deutschen oder Amerikanern. Genauso wie die Soldaten irgendwann keinen Unterschied mehr machen bei den Afghanen. Je aggressiver wir auftreten, desto weniger machen sie einen Unterschied bei den Soldaten. Dann wird es noch gefährlicher für uns. Und dann müssen wir uns erst recht fragen, warum wir eigentlich da sind und was das Ziel ist. Ich finde, das sollte langsam deutlich ausgesprochen werden. Wenn wir die Taliban bekämpfen wollen, müssen wir uns beispielsweise in Pakistan einmischen. Wenn es um Drogen oder Korruption geht, müsste die Strategie wieder eine andere sein. Nur diese Strategie verstehe ich nicht.

derStandard.at: Verfolgt man die Diskussion rund um den Luftangriff, scheint es weniger um Aufklärung zugehen, als darum, innenpolitisch zu punkten.

Heike Groos: Ja, und das Traurige daran: Hier wird aus den verschiedensten Motiven heraus gehandelt und der kleine Soldat in Afghanistan, der badet das dann im Endeffekt aus.

derStandard.at: Oberst Klein soll bei der Anordnung des Angriffs gegenüber den US-amerikanischen Einsatzkräften bewusst gelogen und von einem Feindkontakt gesprochen hat, der nicht stattfand. Wie erklären Sie sich sein Handeln?

Heike Groos: Das ist eine wirklich schwierige Frage. Aber eines weiß ich ganz sicher: Kein deutscher Soldat würde einen Befehl aussprechen, ohne dass er das mit Deutschland vorher tausend Mal rückversichert hat.

derStandard.at: Missverständnis oder Notwendigkeit: Wie sieht "der kleine deutsche Soldat" Ihrer Einschätzung nach den Angriff?

Heike Groos: Ich bin Mitglied in einem Internetforum (In Gedenken an die Gefallenen), in dem Soldaten diese Frage diskutieren. Da ist man sich einig, dass der Oberst das richtig gemacht hat. Die Soldaten fühlen sich von ihm beschützt und halten es für unglaublich, dass er dafür derart ins Kreuzfeuer geraten ist. Dann gibt es auch solche, die sagen, dass die Amerikaner solche Dinge andauernd machen, da aber kein Hahn danach kräht. Oder dass den Deutschen immer vorgeworfen wurde, dass sie sich so zurückhaltend verhalten, so halbherzig, und dass sie nicht so richtig rangehen an die Sache. Und jetzt machten sie mal was und dann sei das auch falsch. Da gibt es die verschiedensten Stimmen. Es ist schwierig, von außen zu sagen, wenn man nicht dabei war. Und hinterher sind eh immer alle schlauer.

derStandard.at: Sie sagen also, dass das Schutzgefühl der Soldaten zivile Opfer rechtfertigt?

Heike Groos: Das ist auch wieder eine schwierige Frage. Im Endeffekt würde ich aber sagen ja. Weil ich denke, dass in Afghanistan, wo seit so vielen Jahren Zivilisten sterben, und auf der ganzen Welt hat das keine Sau interessiert. Und jetzt auf einmal interessiert es die Leute? Seit 2002 sterben dort andauernd Soldaten und Zivilisten, nur hat das niemand mitbekommen. Und jetzt auf einmal gibt es diese Riesenwelle - zufällig genau vor der Wahl. Das ist schon merkwürdig. 2002 war ich dabei, als in Kabul eine Autobombe hochgegangen ist. Dabei sind 70 Afghanen schwer verletzt oder getötet worden. Das war noch nicht einmal in den Nachrichten. Wir haben uns damals im Lager dazu bereit gemacht, mit dem Zug auszurücken, aber wir durften nicht, weil unser oberster Kommandeur gesagt hat, es sei zu gefährlich. Das hat uns gewundert und auch erregt, weil wir eigentlich ausrücken und helfen wollten. Daraus wurde kein Politikum, das kam nicht einmal an die Öffentlichkeit.

derStandard.at: Es macht aber wohl einen Unterschied, ob sich ein afghanischer Selbstmordattentäter in die Luft sprengt oder ob ein Angriff von Deutschland aus befohlen wird?

Heike Groos: Natürlich macht es das. Es gehört nie zum guten Ton, wenn Zivilisten sterben.

derStandard.at: Die ISAF-Regeln besagen ausdrücklich, dass der Schutz der Zivilbevölkerung Priorität haben muss.

Heike Groos: Ich denke, Herr Oberst Klein hätte das nicht gemacht, wenn er nicht gedacht hätte, dass es dringend notwendig sei, um seine Soldaten zu schützen.

derStandard.at: Sie schreiben, Ihr Buch sei für Sie eine Art Therapie gewesen, um das Erlebte zu verarbeiten. Zusätzlich sind Sie nach Neuseeland gezogen ...

Heike Groos: Es kommt immer wieder. Irgendwie war es gut, dass ich das Buch geschrieben hab, weil ich mich dadurch wieder damit auseinandergesetzt habe. Auf der andere Seite bekomme ich auf das Buch so viele Reaktionen, dass es mich nicht in Ruhe lässt. Ich hab mir das mit dem Buch von der Seele geschrieben, was auch gut war. Vielleicht hätte ich es nicht veröffentlichen sollen (lacht). Mit schreiben sehr viele Soldaten, aber auch andere.

derStandard.at: Was schreiben die Soldaten?

Heike Groos: Die schreiben alle, dass sie mir danken, dass ich mich getraut habe, das alles öffentlich zu sagen, dass ich ihnen aus der Seele spreche, dass es ihnen genauso geht, dass niemand zuhört, sich niemand für sie interessiert und ihnen niemand hilft. Und dass man ihnen auf einmal in der Öffentlichkeit zuhöre. Der Fischer Verlag hat mich beauftragt, ein zweites Buch zu schreiben mit den Stimmen all dieser Soldaten, die mir jetzt geschrieben haben, das im März oder April erscheinen soll. (fin, derStandard.at, 7.1.2010)

Kommentar posten
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Prof. Alois
 
10
17.1.2010, 13:16
Das Gefühlsleben einer Bundeswehrärztin

Hat sie das wirklich so gesagt?:
"Mein Lösungsansatz wäre: Das Land so zu stabilisieren, dass die Leute sich selbst helfen können. Da sind noch so viele Menschen, die verhungern oder an Krankheiten sterben, die es in Europa oder den USA gar nicht mehr gibt".

Wie stellt sich diese gutherzige Dame das Stabilisieren vor? Abziehen und es einmal die Taliban versuchen lassen?
Oder doch damit leben, dass dieses Stabilisieren vom Westen vorangetrieben wird - und von anderen hintertrieben wird, wo es nur geht. Mit allen unschönen Begleiterscheinungen, die soetwas hat.

Sie mag eine gute Ärztin sein. Logisch denken kann sie nicht.

Der Alte vom Berge
10
14.1.2010, 21:57
Diese Frage...

...stellen sich zuviel Zuwenige.

Noch. ^^

Emil+ Andabak
 
13
11.1.2010, 13:35
Einsatz in Afganistan

Zwei Aspekte sind hier bemerkenswert: Die Dame spricht offen und somit unumwunden ueber alle Hintergruende des Einsatzes. Ihre Auswanderung nach New Zeland ist der Beweis dafuer, dass in Deutschland fuer Kritiker, d.h. die jenige die die Dinge beim Namen nennen, kein Platz ist. MfG. Emil Andabak

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
Es ist auch zu beachten,

dass durch die westliche präsenz (nur ohne kriegsverbrechen) in afghanistan viele menschen vor gewalttätigen extremisten oft auch weltweit, auch in europa geschützt werden können.

h 90
10
10.1.2010, 05:07

und wieso?
9/11 hat ja kaum was mit Afghanistan zu tun. Geld hattens mangels Drogenhandel auch keinen.

Raphae1
00
10.1.2010, 01:47

Schön wär's. In Wahrheit nehmen die Terroranschläge seit Kriegsbeginn zu.

Franz Klug
10
Wieviel Afghanen haben bis jetzt im Ausland Anschläge verübt?

Wie kommen Sie darauf, dass die westliche Truppenpräsenz uns vor afghanische Terroranschläge schützt? Mir ist bis jetzt nicht aufgefallen, dass bei den großen Anschlägen: 11.11., London und Madrid, ein Afghane dabei gewesen wäre.
Der jüngste Anschlagsversuch: ein Nigerianer!?
Der Einmarsch in Afghanistan war eine typische amerikanische Cowboyaktion mit Unterstützung von kriegslüsternen Blairs und Konsorten.
Statt vor dem Einmarsch zu klären: was das Ziel ist, wie lange man bleibt, wie man mit den verschiedenen Warlords/Stämmen umgeht, was man mit den Gegnern macht?: ist man blind hineinmarschiert.
Jetzt sitzt man in der Falle und produziert gegenseitig Menschenverstümmelungen u. Tote.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
11
13.1.2010, 23:12
Nach unbestrittenen meldungen

waren unter der brutalen taliban-herrschaft viele attentäter-ausbildungsstätten gerade in afghanistan. Deshalb mussten die bedrohten westlichen länder massnahmen ergreifen - in dem fall anscheinend eher zu recht.

isidor vom billa
12
" Nach dem elften September 2001 war klar, dass ich nach Afghanistan gehen würde..."

Warum eigentlich? Wieso war sie als deutsche Ärztin betroffen? Und wieso Afghanistan?
Falscher Beruf, falsches Kriegsgebiet und falscher Grund!

h 90
11

aber richtig gute Bezahlung.

Sven Dirks
02
Unsinn

Als Frau Groos draußen war gabs 90 Euro am Tag Zitterprämie, das ist alles.

Fürs Geld haben wir das wahrlich nicht gemacht.

Und es liegt wohl in der Natur des Idealismus, das dieser angesichts der Realität irgendwann verschwindet und der Resignation oder der Verwzeiflung Platz macht.

LG

Sven

h 90
10
10.1.2010, 05:05

also 2700 pro Monat extra.
Welche anderen Zulagen gabs sonst noch und wieviel hat man dann in Summe? Wenn man da im Ausland ist, vielleicht auch Netto statt Brutto?

seapoint
11
Es gehört nie zum guten Ton, wenn Zivilisten sterben.

Bundeswehrärztin? Das ist der Ton der deutschen Bundeswehr.

Bienenkönigin
10
Niemand hatte irgendetwas in Afghanistan verloren,

aber alle haben sich von den Bush-USA in das vorhersehbare Desaster treiben lassen, allesamt Zauberlehrlinge, für die es offenbar keinen rettenden Meister Goethe gibt. Den Deutschen kann man nur zum beschleunigten Rückzug raten, helfen kann man unter Kriegsbedingungen ohnehin nicht.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
00
helfen

kann man , nur wie?

Franz Kohlegger
10
Wer darf nun wen hassen?

Die Frau Dr. bekommt Zustimmungsbriefe von den Soldaten fuer ihre extremen Ansichten. Sie glaubt auf diese Weise den GUTEN Soldaten eine Stimme zu geben.

Was sie vielmehr macht ist die vielen BOESEN Soldaten zu entlarven. Sich in der Ferne von der Politik verraten zu fuehlen reicht nicht um Zivilistenopfer rechtfertigen zu duerfen.

Die Afghanen hassen weil sie einen anderen Soldaten arg zurichteten? Schon moeglich, dass solche Gefuehle aufkommen. Genauso wie ich die Fr. Dr und ihre Soldaten in Afghanistan dafuer hasse, dass sie die Genfer Konventionen und sonstige Regeln mit Fuessen tritt - und dabei sich im Recht glaubt.

Prof. Alois
 
00
17.1.2010, 13:21
In welcher Hinsicht wäre die Genfer K onvention missachtet worden?

Dieser Gedanke ist neu.

T.h. omas
01
11.1.2010, 22:36
Normalerweise schätze ich Ihre Kommentaren, aber

"...Sich in der Ferne von der Politik verraten zu fuehlen reicht nicht um Zivilistenopfer rechtfertigen zu duerfen. ..." ist recht einseitig.
Was glauben Sie, von zu Hause aus derartige Bewertungen oder Festlegungen treffen zu können, was für welche Rechtfertigung reicht und was nicht?
Soldaten haben einen ehrbaren Beruf. Und man ruft schnell nach ihnen, wenn mal wieder irgendwer meint, mit Gewalt anderen seine Meinung aufzwingen zu müssen.
ZivileOpfer sind ein übler Beigeschmack, aber man sollte diese nicht ubnübrlegt den Soldaten ankreiden, die überleben wollen, sondern immer nach denen fragen, die Soldaten entsenden.
Wenn die entscheider über Krieg und Frieden nach der Entscheidung selbst ihre Uniform holen müssten, wäre es friedlicher.

Toni Mayr
00
10.1.2010, 00:42

Aber wenn die bösen Deutschen Soldaten nicht von der Regierung nach Afghanistan entsendet worden wären, gäbe es keine zivilen Opfer. Zumindest von Deutschen verschuldete nicht!

Prof. Alois
 
00
17.1.2010, 13:26
Genau! Nagel auf den K opf getroffen!

Es gäbe vermutlich noch viel mehr zivile Opfer. Aber die Deutschen wären nicht schuld dran.

Ich frag mich immer, was gewesen wäre, wenn der amerikanische Präsident im Dezember 1940 etwas zurückhaltender in seiner Unterstützung für die Gegner Nazideutschlands agiert hätte. Schließlich muss man sich nicht in die Probleme anderer einmischen. Das macht nur Kummer. Wie man sieht.

a b4
12
Die Ärztin gab ein TV Interview

Sie erzählte, dass der Haß auf die Afghanen in ihr entstand, als sie die ersten eigenen Soldatenopfer sah. So läuft das ab. Jeder Soldat wird zum Hasser des Feindes und handelt dann hasserfüllt. Da braucht sich keiner wundern und diese Erkenntnis ist die Erkenntnis eines Naturgesetzes. Der Krieg ist das größte Kriegsverbrechen und wer ihn beginnt der größte Kriegsverbrecher. Der Haß der Afghanen braucht daher gar nicht viel diskutiert werden und auch nicht über der Haß jener, die sich mit den Afghanen solidarisieren. Die sind genauso Menschen wie die Soldaten, haben dieselben natürliche Voraussetzungen zum Hassen, und hassen so wie sie gehaßt werden.

Prof. Alois
 
00
17.1.2010, 13:31
Moralisch betrachtet haben Sie völlig recht

Evolutionstheoretisch betrachtet verzapfen Sie haarsträubenden Unsinn. Da zählt nur, was sich durchsetzt. Bei natürlichen Voraussetzungen
(andere stehen meistens nicht zur Verfügung). Helfen Sie mir! Was soll ich glauben?

Perpetual Traveller
111
Das Grundproblem ist..

..die Frage, ob es allgemein zulässig sein soll, daß Länder angegriffen werden können, weil einem anderen Land die dortige Regierungsform/Kultur nicht gefällt.
Falls ja, ist auch jeder Terrorist legitimiert, der westlich-demokratischen Ideen nichts abgewinnen kann und folgerichtig versucht, gegen solche Länder vorzugehen.
Falls nein, was hat der Westen in Ländern wie Iraq oder Afghanistan (oder in Zukunft Yemen oder Iran oder ...) zu suchen?
Z.Z. sieht die moderne Version des Demokratievollzugs so aus, daß wir Bomben auf Andersdenkende/-regierende schmeißen, und uns dann wundern, wenn die Hinterbliebenen/ Freunde/ Gesinnungsgenossen derselben das persönlich nehmen und auf Rache sinnen...Kreuzzüge von heute?

Christian S
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Für diese schwierige Frage

gibt es eine einfache Antwort, die vielen Menschen vollkommen einleuchtet: JA!!!
Denn wir sind die Guten mit dem einzig richtigen Regierungssystem. Also können wir das Gute und Wahre mit Waffengewalt in andere Länder exportieren ohne uns allzuviele Gedanken über mögliche Opfer machen zu müssen.

Diese armen Menschen mit völlig falscher Lebensführung müssen uns sogar noch dankbar dafür sein, dass wir uns mit so viel Liebe und Geduld darum bemühen, unsere einzig richtigen Werte in ihre Herzen hineinzubomben. Wer sich gegen so viel Gutes wehrt, MUSS von Natur aus sehr, sehr böse sein. Anders kann man sich so viel Undank gar nicht erklären. Darum sind alle Feinde des richtigen Pfades naturgemäß Terroristen, die vernichtet gehören.

Raphae1
00
10.1.2010, 01:57

Aber nein. Wir sind doch gekommen um Freiheit und Demokratie zu bringen. Freiheit mussten wir dafür leider zuhause einsparen und wir bleiben auch noch dort, wenn die absolute Mehrheit der Afghanen einen Truppenabzug fordern. Soviel zur Demokratie in Afghanistan.

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