Schlechte Zeiten für Blattfresser in Afrika

24. Dezember 2009, 17:32
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Primaten von Erwärmung unterschiedlich betroffen - südafrikanische Affen würden höheren Temperaturanstieg verkraften als ihre afrikanischen Verwandten

London - Sie mögen vergleichbare ökologische Nischen bewohnen, und dennoch werden Alt- und Neuweltaffen unterschiedlich stark von der Erderwärmung betroffen sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universitäten Bournemouth, Roehampton und Oxford, die ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Animal Behaviour" präsentieren.

Generalisten unter den Primaten - also Tiere mit einem unterschiedlich zusammengesetzten Speiseplan - können sich leichter an Veränderungen anpassen als Nahrungsspezialisten, und das gilt insbesondere für Blattfresser. Afrikanische Spezies wie Gorillas oder Stummelaffen, die sich hauptsächlich von Blättern ernähren, werden von der Klimaerwärmung besonders stark betroffen sein; schon ein Temperaturanstieg um "nur" zwei Grad Celsius könnte existenzgefährdend werden. Im Vergleich dazu würde ein solcher Temperaturanstieg südamerikanischen Primaten mit vergleichbarer Lebensweise keine Überlebensprobleme bereiten. Sie würden erst ab einem Anstieg von rund vier Grad Celsius in Bedrängnis kommen.

Faktoren

Die Gründe liegen im unterschiedlichen Grad der Zersplitterung an passenden Lebensräumen auf den beiden Kontinenten, möglicherweise spielt aber auch die Evolution eine Rolle: Altweltaffen dürften sich dadurch, dass sie schon wesentlich länger in Afrika leben als ihre Verwandten im erst später besiedelten Südamerika, stärker an spezielle Lebensräume angepasst haben, sind dadurch aber auch anfälliger für Veränderungen geworden.

Die Vorhersagen der Forscher basieren auf Analysen der ökologischen Rahmenbedingungen der untersuchten Arten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Ruhezeiten, die die Tiere zur Erholung einlegen müssen, gelegt. Je länger die Tiere zum Schutz vor der Hitze rasten müssen, desto weniger Zeit haben sie für die Futtersuche (und Blätter sind keine sehr ergiebige Kost, müssen also in großen Mengen verzehrt werden), aber auch für die Pflege sozialer Bindungen. "Die Überlegung, dass die Ruhezeit der Tiere zum Schlüsselfaktor für ihr Überleben wird, ist bisher nicht bekannt gewesen", meint Studien-Hauptautorin Amanda Korstjens von der Bournemouth University.  (red/pte)

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    Eine Familie Schwarz-weißer Stummelaffen

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