Fest der Wiederholungen

23. Dezember 2009, 16:27
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Natürlich sucht James Stewart wieder das Gute, feiern Hoppenstedts erneut ihr skurriles Weihnachtsfest und steckt Michel noch immer in der Suppenschüssel - Daneben gibt es auch viel Neues - Ein Überblick

Weihnachten im Fernsehen - das ist vor allem ein Fest der Wiederholungen. Jahr für Jahr spulen Sender das immer gleiche Programm ab - im Wissen, dass die Zuschauergemeinde sich dieser Tage lieber eigenen Familienangelegenheiten zuwendet als fernzuschauen. So auch heuer.

An erster Stelle des weihnachtlich-ritualisierten Fernsehkonsums steht der gute Zweck: Licht ins Dunkel bringt Peter Rapp wie immer bis spätnachts. Dann wartet James Stewart in Ist das Leben nicht schön? (24., 0.50, ZDF). Gut bekannt ist Loriots Weihnachten bei Hoppenstedts (24., 22.10, ARD). Heftig gewollt von alt und jung ist Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (24.: 14.35, WDR; 21.15, RBB. 25.12.: NDR, MDR, SWR, 26.: BR). Mit Wiederholungsritualen werden die lieben Kleinen großgezogen: Pippi geht von Bord (24., 12.25, ZDF), Pippi außer Rand und Band (27., 10.15, ZDF) gehören zu Fixpunkten im Kinderprogramm, ebenso wie Michel in der Suppenschüssel (24., 13.45, ZDF).

Grimm-Märchen

Einen ganzen Stapel an Grimm-Märchen hat ARD neu verfilmt und löst vermutlich die alten DDR-Klassiker endgültig ab: Schneewittchen, Rapunzel, Der gestiefelte Kater (25., ab 14.45), Dornröschen, Die Gänsemagd, Rumpelstilzchen (26., ab 14.45), Die Bremer Stadtmusikanten und Die kluge Bauerntochter, (2.1.: ab 15.30). Kinderherzen höher schlagen lassen Prokofjews musikalisches Märchen Peter und der Wolf (27., 19.00, Arte) und putzige Geschichten mit Lucas, der Ameisenschreck (26., 20.15, RTL2).

Wer sich nicht auf die x-te Wiederholung von Blockbustern wie Harry Potter verlassen will, muss nach Empfehlenswertem suchen. Die Kleinode sind gut versteckt: Timm zeigt drei Teile der BBC-Miniserie The Line of Beauty (24., 20.15, Timm): Kokainverliebter 80er-Jahre Schwulenchic. Ebenfalls eher unweihnachtlich ist Mord im Empire State Building (24., 0.10, Arte): In einer Mischung aus Fiktion und Dokumentation hofiert Regisseur William Karel den Film noir. Gordian Maugg erzählt in Hungerwinter (27., 21.45, ARD) mit visueller Kraft von der Not nach dem Zweiten Weltkrieg.

Erleichterung

Zu schwer? Weihnachtsfolgen mit den Simpsons, (24., 18.00, Pro Sieben) schaffen bestimmt Erleichterung. Schön zu schauen sind Oliver Twist (24., 11.25, SWR; 26.: 15.50, RBB) und Charlie Chaplin: Lichter der Großstadt (24., 21.00, Arte). Schwindelerregend betört 2046 (26., 23.50, 3sat), Richard Linklater macht in A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm Keanu Reeves und Robert Downey zu Trickfilmfiguren (26., 21.55, RTL2). 

Blockbuster

Und wenn schon Blockbuster, dann mächtig: King Kong (26., 20.15, RTL2) wird solchen Bedürfnissen gerecht. Prächtige Naturdokus wecken zu den Feiertagen Jahr für Jahr Fernweh: Das blaue Wunder (24., 19.00, Arte) Expedition Humboldt (25., 19.15, ARD), Löwendämmerung (27., 21.40, Arte) und 13 Folgen mit den quirligen Erdmanns 24., 9.20, RTL).
Welches Gefühl das Weihnachtsprogramm hinterlässt, drückt sich zu Neujahr aus: Kabel eins spielt Und täglich grüßt das Murmeltier. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 24./25./26./27.12.2009)

  • Wer Weihnachten gut überstehen will, sollte bei allem auf die richtige Mischung achten: Pippi ist nie verkehrt (Do, So, ZDF), dazu passt ...
    foto: zdf

    Wer Weihnachten gut überstehen will, sollte bei allem auf die richtige Mischung achten: Pippi ist nie verkehrt (Do, So, ZDF), dazu passt ...

  • ... Prokofjews Opernmärchen "Peter und der Wolf" (So, Arte): mit Computertechnik allerliebst inszeniert von Suzie Templeton.
    foto: arte/© breakthru peter ltd & se-ma-for/mikolaj jaroszewicz

    ... Prokofjews Opernmärchen "Peter und der Wolf" (So, Arte): mit Computertechnik allerliebst inszeniert von Suzie Templeton.

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