Radio-Quote für österreichische Musik

23. Dezember 2009, 14:55
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ORF-Programme planen 30-Prozent-Anteil für 2011

Wien - Nach jahrelangen Verhandlungen um den Anteil heimischer Musik in den ORF-Radios hat der ORF kurz vor Weihnachten mit der Musikwirtschaft einen Pakt geschlossen, wurde am Mittwoch per Aussendung bekannt gegeben. Der öffentlich-rechtliche Sender verpflichtet sich demnach, in den nächsten zwei Jahren den Anteil an österreichischen Liedern zu erhöhen - mit dem Ziel, dass bis 2011 rund 30 Prozent der gespielten Musik in allen nationalen und regionalen ORF-Radios aus Österreich kommt.

Weiters soll der Österreichische Musikfonds mit jährlich 100.000 Euro gefördert werden. Die Vereinbarung zwischen ORF und Musikwirtschaft sieht außerdem die Schaffung eines paritätisch besetzten Dialoggremiums vor, das die Entwicklung des Musikmarktes beobachtet und als Kommunikationsplattform zwischen den Parteien dient.

"Der ORF trägt zentrale Verantwortung für die kulturelle Produktion in Österreich und nimmt diese sehr ernst", so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Mit der vorliegenden Vereinbarung bekenne sich der ORF zu dieser Verantwortung und "wird seine Funktion als Plattform für österreichische Kultur in noch höherem Ausmaß wahrnehmen können". Zufrieden ist auch der Vorsitzende der Plattform SOS-Musikland: Hannes Eder spricht von einem "Weihnachtspaket der besonderen Art" und hofft auf den "Beginn einer neuen Ära vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Rundfunk". "Das gute Verhandlungsergebnis wird ein Gewinn für beide Partner sein und in der Zukunft wohl auch Raum für weitere inhaltliche qualitative Weiterentwicklung geben", so Eder.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Deals reagierte ÖVP-Mediensprecher Karlheinz Kopf und zeigte sich in einer Aussendung darüber erfreut, dass der ORF "nicht nur dem Interesse der Hörerinnen und Hörer, sondern auch seinem Programmauftrag" entspreche. "Was in anderen Ländern vielfach selbstverständlich ist, findet nun auch bei uns statt: Der öffentlich rechtliche Rundfunk bekennt sich ausdrücklich zur Förderung heimischer Produktionen."

Die angestrebte Steigerung bezieht sich auf die drei nationalen und die neun regionalen Radioprogramme in einem Kalenderjahr mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten. Der ORF kündigte darüber hinaus an, den Anteil österreichischer Musik auf Ö3 und Radio Wien um zwei Prozentpunkte pro Jahr gegenüber 2008 bis 2011 steigern. (APA)

 

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