Nestlé stoppt Produktion in Simbabwe

23. Dezember 2009, 13:59
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Vermeintliche Gängeleien der Behörden

Vevey - Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé und Simbabwe scheinen in einen Konflikt geraten zu sein. Nestlé hat seine Fabrik in Simbabwe vorübergehend stillgelegt. Erpressungsversuche der Behörden machten einen normalen Betrieb unmöglich, gab Nestle bekannt. Präsident Robert Mugabe regiert das heruntergewirtschaftete Land im Süden Afrikas seit 1980 mit harter Hand und steht international unter Verruf. Zahlreiche Länder haben Sanktionen gegen den Machtzirkel Mugabes ausgesprochen, darunter auch die Schweiz.

Anfang Oktober hatte die Milchpulver-Fabrik Nestles ihre Zusammenarbeit mit einem Landgut beendet, welches nach Medienberichten der Gattin des umstrittenen Präsidenten Mugabe gehört. Das soll Mugabe schlecht aufgestoßen sein: Seit Oktober werde das Unternehmen unter Druck gesetzt, Milch von bestimmten Farmen zu beziehen, bestätigte eine Sprecherin von Nestlé auf Anfrage eine Information der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Mittwoch.

Nestlé Simbabwe habe sich diesem Druck aber widersetzt. Am vergangenen Samstag seien Regierungsvertreter und die Polizei auf dem Firmengelände aufgetaucht und hätten die Zufahrt eines Milchlastwagens erzwungen. Nestlé Simbabwe habe die Milch weder gekauft noch verarbeitet, betonte das Unternehmen. Zwei Manager von Nestle seien verhört und gleichentags ohne Anklage wieder freigelassen worden. (APA/sda)

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