Bier im Gerede

Bierdemokratie

25. Dezember 2009 01:13
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    Foto: apa/epa/geoff caddick

    Ist es ein guter Wirt, so hat er auch beim Bier eine gewisse Auswahl.

Kann man sich darauf einigen, was für ein Bier man künftig trinken will, fragt Conrad Seidl

Bierkenner bestellen üblicherweise nicht "ein Bier", wenn sie in ein Lokal kommen - sie bestellen ja auch nicht "ein Essen", sondern sehen oder fragen nach, was der Wirt denn zu bieten hat.
Ist es ein guter Wirt, so hat er auch beim Bier eine gewisse Auswahl: Das Allerwelts-Märzen sowieso, seit einigen Jahren hat sich auch das Weizenbier fest auf den Getränkekarten etabliert, alkoholfreies Bier und der Saison entsprechend ein Bockbier werden wohl auch vorhanden sein. Womit sich schon abzeichnet, was man heute trinken würde.
Aber was ist mit der Bierauswahl, die man in ein paar Monaten finden würde? Wer weiß jetzt schon, worauf er zu Ostern Appetit haben wird? Würde man da jetzt schon eine Bestellung aufgeben? Harald Schützinger, ein engagierter Heimbrauer aus dem Mühlviertel, hält das für durchaus möglich. Die Heimbrauer sind es ja irgendwie gewohnt, dass sie sich ein Braurezept heraussuchen, das Bier brauen und dann wochenlang warten müssen, bis das Bier vergoren ist und sie kosten können, ob der Sud auch gelungen ist.

Bier ganz nach eigenem Geschmack

Schützinger wollte es aber umfangreicher angehen: Er hat mit ein paar Freunden die Homepage dasistmeinbier.at eingerichtet, auf der sich Bierfreunde ein Bier ganz nach eigenem Geschmack bestellen können. Soll es ein Helles, Dunkles oder ein Weizen werden? Soll es eher malzbetont oder eher hopfenbetont sein? In der ersten Abstimmungsrunde ergab sich: Es soll ein hopfenbetontes Helles sein.
Nächste Frage: Soll das Bier filtriert sein oder nicht? Und welche Hopfensorten sollen eingesetzt werden? Die Abstimmung ergab: Das Bier soll naturtrüb sein - und es soll von dem kräftigen Herkules-Hopfen die Grundbittere erhalten und von der neu gezüchteten Sorte Citra das Aroma erhalten.
Die nächste Abstimmungsrunde ergab, dass das Bier etwa 4,8 Prozent Alkohol haben soll und mit Pilsner, Wiener und Weizenmalz gebraut werden soll. Jetzt - in der aktuellen Abstimmungsrunde - geht es darum, ob das Bier mit einer untergärigen Lagerbierhefe oder mit einem obergärigen Hefestamm vergoren werden soll.
Gebraut werden soll dieses demokratisch bestellte Bier von Peter Krammer in der Brauerei Hofstetten, die eine hohe Spezialitätenkompetenz hat.  Kosten kann man es dann zu Ostern. (Conrad Seidl/Der Standard/rondo/24/12/2009)

Kommentar posten
21 Postings
Günther Hase
 
13.01.2010 12:45
kleines Update

so wie es aussieht wirds ein obergäriges Altbier ... sorry, Kölsch ;-)

Bin jedenfalls ziemlich neugierig. Wer im Raum Wien lebt und Interesse hat die Zustellkosten zu teilen möge mich anschreiben.

Nur warum der 1% unvermälzte Weizen? Herr Seidl bitte!

Chris_SM
31.12.2009 13:52
Na ja

Die Mehrheit bestellt ein Bier, so wie die Mehrheit im Supermarkt (Einheits)Bier sprich Austromärzen oder ähnliche helle Lager(z.B. Heineken) kauft, und Bier ausschließlich nach Marken unterscheidet. Während es in der Gastronomie tendenziell besser wird, wird es im Einzelhandel dank Bu-Heineken immer schlechter. Folglich nimmt der Marktanteil des Austromärzens noch immer zu.(über 90%).
Das zeigt sich auch darin, dass kaum Bockbiere in den Regalen zu finden sind.

Interessant finde ich, dass dieses "Konsensbier" ein "Zwickelpils" und eben kein Austromärzen ist. Auch im 7* ist ein ähnliches Bier die Nr.1. Weil ich kein großer Pilsliebhaber bin, bevorzuge dort aber das rote Märzen, das Dunkle, das Hanf oder die div. Monatsböcke.

bixente uhudla
 
27.12.2009 18:11

nein...bitte kein demokratisches konsens-bier-da kommt in österreich doch bloß wieder nur ein allerweltsmärzenbier raus(wenn auch natürtüb...)...

ich hätte bitte gerne schön dunkelrotes pale ale,obergärig,nicht zu kalt-viel karamellmalz und schon auch eher sehr hopfig,noch besser ein india pale ale...oder auch mal ein gutes cremiges stout

was die anderen wollen,ist mir egal ;-)

Knochenmann
30.12.2009 11:42

Ist mir zu kommunistisch.

pater hirni
01.01.2010 20:57
sie sind eben mehr experte für wunschvodka im stadtkrämer.

Kvikk Lunsj
27.12.2009 12:28
Bierkenner bestellen üblicherweise nicht "ein Bier",

sondern mindestens zwei.

Knochenmann
30.12.2009 11:42

Mutige bestellen manchmal sogar drei.

alexanderletten
 
26.12.2009 20:36

"Bierkenner bestellen üblicherweise nicht "ein Bier", wenn sie in ein Lokal kommen - sie bestellen ja auch nicht "ein Essen", sondern sehen oder fragen nach, was der Wirt denn zu bieten hat."
Natürlich bestellt man so Bier. Als Gast wird man sich doch nicht, bevor man sich zu Tisch/Bar begibt, nach den gängigen Bieren erkundigen wollen; Der Kellner empfiehlt auf die Bestellung "Bier" aus dem jeweiligen Angebot. Gleiches trifft beim Essen zu:
Hier empfiehlt das Lokal über die Karte das jeweilige Angebot, welches ja auf Verlangen in Form des Essenswunsches ausgehändigt wird.;-)

AttHerInn
27.12.2009 11:44
hmm

weißt Du eigentlich, was Bier ist ?

alexanderletten
 
27.12.2009 13:03

Hab leider keine Ahnung, in welchem Zusammenhang diese Frage Sinn hat.
Diese triviale Handlung -Bier bestellen- bedarf keiner artikulierender Spezialisierung.
Krügerl, Seidel, Halbe, Maß, kleines, großes Bier, oder einfach die Marke/Sorte, falls die Karte schon auf dem Tisch liegt.
Wenn nicht, und darum geht es ja, soll und kann der Kellner Angebote unterbreiten. Wie soll das sonst ablaufen, wenn keine Infos dazu bekannt sind? Ratesspiel? Die Zeit werden Angestellte wohl nicht haben.;-)

bixente uhudla
 
27.12.2009 18:13

also wenn ich in ein neues lokal gehe frage ich schon was für ein bier ausgeschenkt wird(...und gibts nur das brau union g'schloder,dann wird es kein lokal werden,daß ich regelmäßig aufsuchen werde...)

alexanderletten
 
27.12.2009 22:35

Ich bekomme fast immer eine Empfehlung der Sorten bei Order nach Bier. ;-)

Chi-Quadrat
27.12.2009 10:37
Bestellt wird meistens

"ein Seidel/Glas" oder "ein Krügel" Bier.

Löschkandidat
26.12.2009 19:04
Ich habe den verkauf der Steirerbrau an die Brau AG für den ultimativen Sündenfall

gehalten...... bis zum Verkauf der Brauunion an Heineken. Der Angriff der Hollandtomaten"

karlFranz
31.12.2009 15:15
Das Schladminger Bier war früher auch besser.

Chi-Quadrat
26.12.2009 21:06

Murauer und Hirter trinken!

bixente uhudla
 
27.12.2009 18:15

bzw. die walviertler biere wenn man die kärtner wirtschaft nicht unterstützen möchte...

(ok,trinke auch gelegentlich hirter,aber wenn es ein anderes nicht brau-union bier im angebot gibt,stehen die chancen sehr hoch,daß ich nicht zum hirter greife...)

NegR h.c.
28.12.2009 17:54

Murau ist aber nicht sehr in Kärnten, oder?

Chi-Quadrat
28.12.2009 18:32

Hirter ist auch kein Kärtner Bier,
wo liegt das Walviertel, gibt es dort auch Delphine?

Chi-Quadrat
27.12.2009 19:35
Hirter Bier

hat den Segen Gottes

01052004
25.12.2009 13:08
interessant

wichtig ist aber auch: weg von der konzern-einheits-bier-pampe: sauteuer, schmeckt alles gleich...

und ein hohes lob auf die kleinen brauereien (im in- wie im ausland)...

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