Mindestlöhne für Au-pairs steigen

23. Dezember 2009, 13:22

Für 20 Wochenstunden erhalten die Kinderbetreuer ab 2010 zumindest 366 Euro, die Kosten für Au-pairs werden erstmals steuerlich absetzbar

Wien - Au-Pairs erhalten ab Anfang 2010 einen neuen Mindestlohn. Das im Sozialministerium angesiedelte Bundeseinigungsamt hat dem Antrag der Gewerkschaft vida zugestimmt, den monatlichen Mindestlohn für maximal 20 Wochenstunden Arbeitszeit inklusive Arbeitsbereitschaft auf 366,33 Euro anzuheben. Wie bisher muss die Gastfamilie auch Wohnung und Verpflegung bereitstellen, teilte die Gewerkschaft vida am Mittwoch mit. 2009 betrug der Mindestlohn 357,74 Euro.

Kurse zur pädagogischen Qualifizierung, deren Besuch die Gastfamilie vom Au-pair verlangt, müsssen auch von der Gastfamilie bezahlt werden, wurde weiters klargestellt. Seit heuer kann man die Kosten für Kinderbetreuung durch Au-pairs auch steuerlich absetzen, sofern die Au-pair-Kraft einen Babysitterkurs absolviert hat.

Einen bundesweit einheitlichen Mindestlohntarif für Au-pairs gibt es erst seit 2009. Laut dem Hausgehilfen- und Hausangestelltengesetz haben Au-pairs Anspruch auf 15 Monatsentgelte im Jahr. Der Mindestlohn in Höhe von 366,33 Euro entspricht der Geringfügigkeitsgrenze für das Jahr 2010.

Au-pairs, deren Arbeitsverhältnis diese Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreitet, sind laut einer Sonderregelung in der Sozialversicherung nur unfallversichert. Die volle freie Verpflegung und Unterkunft sowie die Beiträge, welche die Gastgeberfamilie für den privaten Krankenversicherungsschutz und den Deutschkurs des Au-pairs aufwendet, werden nicht zum Entgelt gerechnet. Wird die Geringfügigkeitsgrenze aufgrund einer höheren Wochenarbeitszeit überschritten, fällt der/die Beschäftigte nicht mehr unter die angeführten Sonderbestimmungen. Das Beschäftigungsverhältnis ist in diesem Fall voll sozialversicherungspflichtig, die Entlohnung richtet sich nach dem Mindestlohntarif für Au-pairs in der entsprechenden Höhe, so die Gewerkschaft. (APA)

Kommentar posten
18 Postings
amber103
01
Abschaffung der Geringfügigkeitsgenze!

Die Geringfügigkeitsgrenze führte zu einer Schaffung eines zweiten Arbeitsmarktes ohne soziale Absicherung.

Durch die Begrenzung auf 366€, wird auch gleich der Stundenlohn auf ein extrem niedriges Niveau gedrückt.

Gleichzeitig wird damit das Sozialsystem ausgeplündert, da weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer angemessene Beiträge bezahlen, aber beispielsweise voll krankenversichert sind.

Viele Sozialhilfeempfänger werden damit vom 1. Arbeitsmarkt wegsubventioniert, da sie bei Überschreiten der GFG, die Sozialhilfe vollständig verliehren, und zusätzlich auch noch den SV-Beitrag bezahlen müssten. Jede zusätzliche legale Arbeit führt zu einem hohen finanziellen Verlust.



Ingrid Goeschl1
00
25.12.2009, 12:25
Es gibt nicht wenige, die sich Au pairs als billige Putzfrauen halten,

die neben dem Haushalt auch gleich das Büro mitputzen dürfen (ich kenne solche Fälle).

Kontrollen durch die Behörde sind da fast unmöglich, weil die junge Frau ja als Au Pairs angemeldet ist, und Arbeitsgerichtsverfahren werden vermutlich auch fast nie angestrengt, weil die Frauen dazu die rechtlichen Möglichkeiten in Österreich (Beratung bei der Ak oder beim Arbeitsgericht) viel zu wenig kennen bzw. das Land wieder verlassen.

der innere neugebauer
40
23.12.2009, 17:28

von der steuer absetzen? gerecht wär dann daß die die keine steuer zahlen weil ihr einkommen zu niedrig ist für den fall daß sie aupairs anstellen negativsteuer gutgeschrieben bekommen.

Luigi Bunt
00
25.12.2009, 15:56

damit andere dir dein au-pair mitfinanzieren?
nicht schlecht. wer zahlt mit bei meinem benz?

Jim Kirk
01
25.12.2009, 10:05

Ja klar, sonst noch einen wunsch ans christkind?

dagobertus
11
23.12.2009, 14:34

heißt das jetzt, die mädels dürfen sich nichts mehr beim escort-service dazu verdienen?

Petra Bleicek
00
23.12.2009, 16:17

doch, doch. "tänzerinnen" sind die einzige berufsgrupppe, die noch problemlos arbeitsgenehmigungen erhält.

Bruce Willes
145
23.12.2009, 13:38
wer bitte kann sich das noch leisten?

Wen man im gestzlichen Rahmen bleibt und die 20 Stunden pro Woche nicht überschreitet so sind das 15*366 = 5490.- plus Nebenkosten für Kost und Logie ca 150€ pro Monat = 7290.- im Jahr, da kommt dann noch der deutschkurs dazu... Das ergibt bei 46 Arbeitswochen ca. einen Stundenlohn von 8€!!! Absoluter Hammer. Für Reichere aber natürlich kein Problem. Und von wegen Abschreiben (max. Grenze ist soviel ich weiss 2300 für Kinderbetreuung pro Jahr). Ich kenne auch niemanden der das Au-Pair nicht zusätzlich schwarz beschäftigt.... Wieder mal sehr super elegant gelöst. Österreich halt....

Charles Milton Ling
01
31.12.2009, 09:19
8 EUR pro Stunde?

Das finden Sie zu viel? Ich bin sprachlos.

razor blade
01
28.12.2009, 13:12

Sie finden also, ein Stundenlohn von 8€, der zur Hälfte in Naturalien ausgezahlt wird, ist "ein absoluter Hammer"? Von was für einem Stundenlohn leben Sie denn so?

Ingrid Goeschl1
00
25.12.2009, 12:29
"Ich kenne auch niemanden der das Au-Pair nicht zusätzlich schwarz beschäftigt.... "

Genau das ist leider tatsächlich oft der Fall.

Man sollte wirklich überdenken, wie man das so regeln könnte, dass Au pairs wirklich nur die vereinbarte Arbeit machen und nicht risiko- und sanktionslos völlig ausgebeutet werden und entsprechende Strafen bei Abgabenhinterziehung vorsehen.

sociovation
010
23.12.2009, 21:26
Ja, echt schade

dass die Sklaverei inzwischen verboten ist...

danieln
16
23.12.2009, 15:05

@ bruce
die frage wie sich das aupairs leisten sollen hat sie wohl nicht beschäftigt?

Beschäftigungen von denen man leben kann wären halt schon ein hit...

Dein schönster Traum
111
23.12.2009, 14:45
Na...

...am liebsten hättest Arbeitskraft gleich gratis, was?

*würg*

Martin vom Dach
53
24.12.2009, 16:59
na so gibts halt gar keine au-pair-Stelle, weil man sie sich nicht leisten kann

ist das besser für sie?

*würg*

Ingrid Goeschl1
06
25.12.2009, 12:32
Meine Empfehlung, Herr Martin vom Dach:

Putzen Sie selbst, wenn Sie dafür nicht bezahlen möchten.

Es wird Ihnen sicherlich nicht schaden, auch mal selbst Hand anzulegen.

Jim Kirk
15
25.12.2009, 10:08

Na wer sich 366,- im monat nicht leisten kann braucht auch keine aupair.

razor blade
11
28.12.2009, 13:10

wer sich 366 im monat nicht leisten kann HAT auch kein au-pair. BRAUCHEN könnten es durchaus gerade die vielen ganztagsarbeitenden alleinerzieherinnen, die es sich niemals leisten können und die auch zu wenig verdienen, als dass sie was von der steuerlichen absetzbarkeit hätten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.