Weiterer "Advanced Grant" geht an Jürgen Knoblich

23. Dezember 2009, 13:02
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Projekt "NeuroSyStem" des Wittgenstein-Preisträgers wird mit knapp 2,5 Millionen Euro gefördert

Wien - Die "Advanced Grants" gelten als das "Flaggschiff-Förderungsprogramm" des European Research Council (ERC). Vor wenigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass IST Austria-Professor Nick Barton für sein Projekt "Limits to Selection in Biology and in Evolutionary Computation" eine solche Förderung in Höhe von 1,97 Millionen Euro erhält. Nun ist der diesjährige Wittgenstein-Preisträger Jürgen Knoblich, stellvertretender Direktor am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), an der Reihe. Für sein Projekt "NeuroSyStem", in dem er der Frage nachgeht, wie in einem Pool von Nerven-Stammzellen die Balance zwischen der Selbsterneuerung von Stammzellen und der Bildung ausgereifter Nervenzellen aufrechterhalten wird, erhält er über einen Zeitraum von fünf Jahren knapp 2,5 Millionen Euro.

Forschungsschwerpunkt des seit 1997 in Österreich tätigen Deutschen Knoblich (46) ist die Zellteilung. In den vergangenen Jahren hat er den Mechanismus der sogenannten asymmetrischen Zellteilung geklärt: Anders als bei der üblichen Zellteilung (Mitose), bei der zwei idente Tochterzellen entstehen, teilen sich Stammzellen asymmetrisch. Eine Tochterzelle bleibt eine Stammzelle, die andere wird zu einer spezialisierten Zelle, etwa einer Hautzelle. Wie das genau auf molekularer Ebene funktioniert und welche Gene und Proteine dabei eine Rolle spielen, hat der Wissenschafter am Modellorganismus der Fruchtfliege (Drosophila) aufgeklärt - was von besonderer Bedeutung für die Krebsforschung ist, spielt doch die asymmetrische Zellteilung eine wichtige Rolle bei der Tumorentstehung.

Erst im Oktober hatte Knoblich gemeinsam mit dem Computerwissenschafter Gerhard Widmer den jeweils mit 1,4 Millionen Euro dotierten Wittgensteinpreis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung Österreichs, erhalten. Mit den Mitteln des ERC werden nun zusätzliche Positionen für zwei Doktoranden, drei Postdoktoranden und einen Laboranten geschaffen. (APA/red)


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    Jürgen Knoblich

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