Autos des Jahres 2009 I: Spatz in der Hand

23. Dezember 2009, 16:57
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Die Autoredaktion von DER STANDARD hat die Favoriten 2009 gekührt. Rudolf Skarics entschied sich für Nemo vor Mito Multi Air vor E T-Modell 4matic

Irgendwann einmal wurde ich Journalist, weil ich Ferrari fahren wollte und mein Gehaltszettel als Konstrukteur in der Voest-Alpine keine Erfüllungperspektive erkennen ließ. Vom Berufsbild des Journalisten hatte ich keine Ahnung, sollte ich auch noch viele Jahre keine haben, da ich bei einer Monatszeitschrift landete, wo es bis in die 90er Jahre hinein recht gemütlich zuging.

Nicht nur ich fand mich zuweilen so genial, dass ich immer wieder unter Schreibhemmung litt, etwas, das ich mir heute nicht mehr leisten kann. Jedenfalls saß ich bereits nach fünf Monaten zum ersten Mal in einem Ferrari. Seit dieser Überdosis G'fühl empfinde ich beim Anblick eines Exoten nicht mehr viel.

Mein heutiger Zugang richtet sich im Wesentlichen nach der Frage, ob man in einem Auto auch wohnen kann. Die kompakteste Möglichkeit, ein Auto als Familienmitglied zu sehen, stellt der Citroën Nemo Kombi 1,4i (ab 12.490 €) dar, und er ist auch für das kleine Börsl leistbar. Deshalb ist er meine Nummer 1. An dritter Stelle kommt der Mercedes TE 350 CDI 4matic (ab 64.896 €), weil er gleich viel kann wie der Nemo, aber alles besser. Er kostet mit ein paar Extras halt das Fünffache, was ihn für eine längerfristige Verwendung durch mich in jeder Hinsicht disqualifiziert.

Neben meiner Bescheidenheit, die nichts anderes von einem Auto verlangt, als dass es kompakt, preisgünstig, qualitativ hochwertig und vielseitig verwendbar sein muss, gibt es noch die ingenieurmäßige Ebene, die mir Bewunderung entlocken kann. So geschehen beim Alfa Mito (ab 19.860 €) mit Multi-Air-Technik.

Ein alter Maschinenbauer-Traum wurde wahr: Durch eine intelligente Ventilsteu_erung kann die Drosselklappe entfallen, jenes Ding, das in der Ansaugleitung steckt und im Teillastbereich den Wirkungsgrad beschneidet. Der Wagen zeichnet sich tatsächlich durch hohe Dynamik und geringen Verbrauch aus. Deshalb: Platz zwei in meiner persönlichen Auto-des-Jahres-Wahl. Insgesamt summiert sich's bei mir auf 97.246 €. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/25./26./27./28.12.2009)

  • Der Citroën Nemo Kombi 1,4i liegt für Rudolf Skarics vor dem Alfa Mito und dem Mercedes TE 250 CDI 4matic.
    foto: werk

    Der Citroën Nemo Kombi 1,4i liegt für Rudolf Skarics vor dem Alfa Mito und dem Mercedes TE 250 CDI 4matic.

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