Tarifverhandlungen für Piloten gescheitert

23. Dezember 2009, 11:49
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Verhandelt wurden neben dem Gehalt auch die Arbeitsbe­dingungen. 2010 drohen Streiks bei Deutschlands größter Fluglinie

Frankfurt - Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Kollektivvertragsverhandlungen mit der AUA-Mutter Lufthansa für gescheitert erklärt. Damit könnte es im kommenden Jahr zu Pilotenstreiks bei Deutschlands größter Fluggesellschaft kommen. Im Jänner sei nun eine Urabstimmung unter den Mitgliedern geplant, sagte ein VC-Sprecher am Mittwoch. Dies werde voraussichtlich etwa vier Wochen beanspruchen.

In der Auseinandersetzung geht es auch darum, welche Flugzeuge künftig von Lufthansa-Konzernpiloten geflogen werden. Mit SN Brussels, BMI und Austrian Airlines hatte Deutschlands größte Airline zuletzt mehrere Gesellschaften im Ausland und eine eigene Tochter in Italien gegründet. Die Gewerkschaft fürchtet, dass das Lufthansa-Management in Zukunft die Piloten der Töchter auch auf Strecken der höherbezahlten Lufthansa-Piloten einsetzten könnte. Die Gewerkschaft hatte von der Lufthansa hier verbindlichen Zusagen verlangt.

Zum weiteren Vorgehen der Gewerkschaft äußerte sich der VC-Sprecher nicht. Auch bei der Lufthansa hielt man sich bedeckt. "Wir arbeiten weiter an einer konstruktiven Lösung und aus diesem Grund kommentieren wir Einzelheiten nicht", sagte eine Sprecherin lediglich.

Lufthansa und VC hatten neben dem künftigen Gehalt der Piloten auch über deren Arbeitsbedingungen verhandelt. Die Gewerkschaft hatte für die rund 4.500 Piloten unter anderem eine Gehaltserhöhung von 6,4 Prozent für zwölf Monate gefordert. Lufthansa sah dagegen im aktuellen Wirtschaftsumfeld keinen Spielraum für Gehaltserhöhungen und forderte stattdessen im Rahmen eines milliardenschweren Sparprogramms Zugeständnisse der Piloten.(APA)

 

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