Allrad-Antrieb mit Puls-Gasgriff

27. Dezember 2009, 18:17
  • LED-Lampen, Scheibenbremsen, zwei Elektromotoren, Allrad-Antrieb. Beim PAS er hat man alles gedacht - außer an Kotflügel.
    foto: yamaha

    LED-Lampen, Scheibenbremsen, zwei Elektromotoren, Allrad-Antrieb. Beim PAS er hat man alles gedacht - außer an Kotflügel.

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Yamaha baut nicht nur Musikinstrumente und Motorräder, sondern auch seit Jahren Fahrräder. Die Studie "PAS er" rollt auf 20 Zöllern in die Zukunft

Hans wiegelt gleich einmal ab und meint: "Mit uns hat das nix zu tun", als ich ihm das Bild des "PAS er" unter die Nase halte. Der PAS er ist der Prototyp eines Fahrrades von Yamaha, mit zusätzlichem Elektroantrieb. Der Hans heißt mit Nachnamen Zimmermann und ist Geschäftsführer von Yamaha Motor Austria. Und trotzdem haben beide nichts miteinander zu tun.

Hans versteht meine Aufregung aber sowieso nicht. Für ihn ist das PAS-System ja quasi schon ein alter Hund. Viele kennen zwar die herkömmlichen Musikinstrumente wie Gitarren und Klaviere, die Yamaha baut - letztere heißen ja Bösendorfer und drängen ebenfalls in regelmäßigen Abständen in die Schlagzeilen. Einige kennen auch die zweirädrigen Musikinstrumente, die Yamaha baut, die YZ, WR, R1, FZ und sonstwie heißen und manchen Quell der Freude und manchen Grund für eine Anzeige sind. Aber kaum jemand weiß, dass unter dem Logo der Stimmgabeln auch Fahrräder gebaut werden. Hans aber schon: "Yamaha beschäftigt sich schon lange mit Fahrrädern. Hatte sogar eine eigene Fertigung in Dänemark, die aber aufgegeben wurde." Und damit nicht genug: "Schon vor über 10 Jahren wurde das PAS-System entwickelt. War aber zu früh."

Tretkraft-Unterstützung
PAS steht für Power Assisted Bicycles und ist der Name für die Fahrräder mit einem kleinen Motor und mit einer Batterie, als Tretkraft-Unterstützung. Die PAS-Räder wurden als Antwort auf die Umwelt- und Energieproblematik entwickelt, aber auch in Hinblick darauf, einer ständig alternden Gesellschaft die Mobilität zu erleichtern.

Bis alte Leute mit dem "PAS er" ihre Mobilität erhöhen können, werden aber noch ein paar Lenze ins Land ziehen. Noch ist das E-Fahrrad nicht mehr als eine Studie. Die hat es dafür in sich. Das "PAS er" hat nämlich einen Allradantrieb. Das hintere Rad treibt ein 150 Watt Motor an, der in der Mitte montiert ist, das Vorderrad wird durch einen 100 Watt starken Radnaben-Motor angetrieben. Als Energiequelle dient ein Lithium-Ionen-Akku, der zum Beispiel auf Bergab-Passagen vom vorderen Motor aufgeladen wird.

Mit dem Puls Gas geben
Wie stark der Motor beim Treten hilft, rechnet er sich selbst aus. Dazu misst er die Herzfrequenz des Fahrers und achtet darauf, dass sich dieser nicht übermäßig anstrengt. Die genauen Funktionen werden über das LCD-Display angezeigt und auch dort eingestellt. Und wenn einem das zu kompliziert ist, kann man auch einfach den Gasgriff würgen, wie andere Yamaha-Kunden das ja schon kennen.

Mit dem Vorderrad-Antrieb hat Yamaha schon bei den Motorrädern experimentiert: Die Hard-Enduro WR450F gab es mit Allradantrieb - das Vorderrad wurde über eine Ölleitung angetrieben. Dass sich das System nicht durchsetzte, lag aber nicht am schlechten Grip, als viel mehr am zusätzlichen Gewicht, welches den Fahrern zum Nachteil wurde, wenn sie das Motorrad in besonders selektiven Passagen heben mussten. Zusätzliches Gewicht wird auch ein Thema beim Elektrofahrrad sein. Weniger, weil man es fluchend und mit einer Hand wild gestikulierend aus dem Schlammloch hieven muss, in dem man es nach einem selbstbewusst gesprochenen "Ah, das geht leicht!" versenkt hat, sondern dann, wenn die Akkus leer sind und die nächste energiegewinnende Abfahrt noch Minuten und ein paar Steigungen weit weg ist. Da ist es dann nämlich auch kein Trost, dass dem Display der Saft fehlt, um den Puls von 400 Schlägen pro Minute bei Schrittgeschwindigkeit anzuzeigen. (Guido Gluschitsch)

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Mir ist mein 115PS Yamaha-Außenborder lieber

und mein Fahrad bewege ich ohne Motorunterstützung

www.stirlingmotoren.at

"Zukunft Elektroauto" was sie alles über Elektrofahrzeuge wissen sollten, ein interessantes Buch bei amazon.de gesehen.

Ist mir neu, dass die Traktion bisher die Schwäche der Fahrräder war.
Wozu das Gewicht von 2 Antrieben?

wenn die Traktion schwach wird, ist das meist beim Bremsen, nicht beim Gasen... Anker statt Akku!

So, und was kost des................?

Nun, wenn man den Anningerberg hinauffahrt gibts bei den 19% Serpendinen immer das Problem des durchrutschenden Hinterrads, was einem zu millimetergenauer Körperverlagerung zwingt. Das bedeutet: Hintern zurück, Oberkörper extrem tief übern Lenker. Und in dieser Körperhaltung ist die Beinkraftentwicklung klarerweise schleckter. Es sei denn man hat auch noch Vorderradantrieb. Kein ernstzunehmer MTB-Sportler würde also einen Vorderradantrieb nicht ernst nehmen. Außerdem funktioniert die Wiederaufladung nur mit einem Radnabenmotor...

ein ernstzunehmender mtbsportler steigt vermutlich ab und rennt rauf. die andern haben spass an dieser balanceübung.

Ein Preis wird bei einer Studien schwer anzugeben sein.

es ist ein studie.....sowas "kostet" nicht weil es keinen marktpreis hat

also, ein yamaha c7

ist immer noch ein yamaha c7 - und kein bösendorfer nicht...

Kann ich mit dem Boesendorfer Radfahren?

Wenn der Gepäckträger groß genug ist... ;-)

Danke, ich bleibe beim Auto.

20" Räder und ungefedert!

Das ist ja grausam, schon durchgefallen!
Wenn schon hybrid, dann eher sowas:
http://www.r-m.de/produkte/... id-250-ht/
gibt es auch jetzt schon zu kaufen und nicht irgendwann in ferner Zukunft.
Für was ein Allrad beim Rad gut sein sollte erschließt sich auch nicht richtig.

Na, ja, wieder mal ein typischer Artikel im Bereich Rad beim Standard: Hauptsache irgendwie abgedreht und absurd, weitab jeder Praxistauglichkeit.
Warum werden in diesem Bereich nicht mal Fahrräder getestet, die man auch sinnvoll fahren und einsetzen kann? So wie in den Bereichen Auto und Motorrad auch?

zu diesen Fahrrädern gibt's sicherlich in diversen Pensionistenzeitschriften passende Artikel.

Diese Fahrräder sind ungefähr so sexy wie Treppenlifte.
Sicherlich sehr praktisch, aber wohl kaum interessant für jemanden der es nicht unbedingt benötigt.

Die Zielgruppe für Hybridräder wie Delite ist die selbe wie für die biederen Mercedes T-Modelle oder Toyota Landcruiser.
Bei Autos werden die entsprechenden Modelle vorgestellt, bei Fahrrädern immer nur irgendwelche alltagsuntauglichen Konzepte oder Randgruppenräder.

Wer ein sexy Rad will der fährt nicht Hybrid, sondern MTB oder Rennrad.
Wer schnell sein will, der fährt nicht Hybrid sondern Motorrad. (gibt es inzwischen sogar elektrisch)

Bloß für Leute, die wirklich das Fahrrad nutzen wird hier nichts vorgestellt.
Warum eigentlich?

bitte

ihr bezahltes "web 2.0" engagement bitte ned hier. danke.

Eine Online-Auftritt macht noch kein Web 2.0.

waeh

iss des schiach.

Delite:

ich würde gern sehen was das schaltwerk macht, wenn man hinten raufschaltet.

Kein Problem:

Nicht den Elektromotor mit dem Zahnkranz verwechseln. ;-)

Also ich bin ja auch ein ziemlich fauler Hund und finde daher ein Fahrrad mit Motor sehr fein. Aber wenn das dann so hässlich ist, trete sogar ich lieber selber!

ist das gelbe ding da ihr ernst?

Ja, natürlich!

Wer ein Hybridrad will, der bekommt bei Riese und Müller was ausgereiftes statt einer Studie. (das Delite an sich gibt es schon viele Jahre und es ist recht beliebt)

Ich selbst fahre ein sportliches Delitemodell ohne Hybrid in Wien, es ist das perfekte Alltagsrad, welches die zahlreichen Bordsteine glattbügelt, mit Schutzblech, das man auch bei Nässe fahren kann und mit einem Gepäckträger für die Einkäufe. Natürlich auch mit Nabendynamo und hellsten LED-Licht, etc.

Allradantrieb beim Fahrrad ist wirklich das sinnloseste, was ich bisher gehört habe, zumal bei einem solchen Rad, das offenbar nicht fürs Gelände ist.

Das Ymaha ist allenfalls ein Schönwetter-Sonntags-Rad für schwächliche Bobos mit wenig Ahnung von Fahrrädern. ;-)

In Wien gibts keine "Bordsteine".

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