Finanzdienstleister veranlagte Kundengeld für sich

23. Dezember 2009, 11:24
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Geld inzwischen zurückbezahlt, Anzeige erstattet

Graz - Ein oststeirischer Finanzdienstleister hat seit Herbst 2008 Kundengeld für sich veranlagt und für den Klienten einen manipulierten Börsenbericht verfasst, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark am Mittwoch mitteilte. Der Kunde selbst hatte durch Vergleiche den Betrug aufgedeckt und das Geld zurückgefordert, was er auch umgehend ausgehändigt bekam. Anzeige wurde dennoch erstattet, nun wird geprüft, ob weitere Kunden zu Schaden gekommen sind.

Der 41-jährige oststeirische Finanzdienstleister warb im Herbst 2008 mit Unterlagen eines renommierten Anlageunternehmens um Kunden, um deren Gelder arbeiten zu lassen. Dafür wurde eine Rendite von fünf Prozent in Aussicht gestellt. Ein 53-jähriger Oststeirer übergab daraufhin 150.000 Euro an den Oststeirer. Das Geld wurde aber nicht dem Anlageunternehmen übermittelt, sondern vertragswidrig vom Finanzdienstleister selbst verwaltet und angelegt. Um den Kunden in Sicherheit zu wiegen, verfasste er sogar einen manipulierten Börsenbericht des Anlageunternehmens.

In der Zwischenzeit ließ der Kunde eine Überprüfung der Veranlagung durch einen anderen Finanzdienstleister durchführen. Weil die Veranlagung im Unternehmen nicht aufschien, flog der Betrug auf, der Kunde forderte das Geld sofort zurück. Das Anlageunternehmen leitete sofort eine Überprüfung bei der Finanzmarktaufsicht ein, die umgehend die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz erstattete. Noch ehe Beamte des Landeskriminalamtes Steiermark die Ermittlungen einleiteten, erhielt der 53-Jährige die Einzahlung samt der vereinbarten Rendite vom Finanzdienstleister zurück. Weitere Betrugshandlungen seien bisher noch nicht angezeigt worden, so der Ermittlungsbereich Betrug des LKA. (APA)

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