Das wahre Problem von McDonald's

23. Dezember 2009, 11:31

... oder warum Big Mac jetzt in neuen Kategorien und Marken denken sollte - Ein Gastkommentar von Markenstrategen Michael Brandtner

McDonald's spaltet die Markenwelt. Die einen sehen die neue Hintergrundfarbe (grün statt rot) als gelungene Weiterentwicklung nach McCafe und Co, siehe etwa auch Alexander Berzler im derStandard.at-Interview. Andere sehen McDonald's in der Midlife-Crises. Wieder andere - dazu gehöre auch ich - sehen diese Änderung als total unnötig an. Aber das wahre Problem von McDonald's liegt aus meiner Warte tiefer, viel tiefer.

Das Marken am Zenith-Problem

McDonald's ist heute eine so erfolgreiche Marke, dass die Verantwortlichen in der westlichen Welt immer öfter merken, dass man an Wachstumsgrenzen stößt. Damit kämpfen etwa auch die Markenverantwortlichen der Megamarke Coca-Cola.

Nur mit dieser Situation können viele Verantwortliche in Unternehmen ganz schlecht leben, weil das Wort "Wachstum" extrem positiv und das Wort "Stillstand" extrem negativ besetzt ist. Die typische Reaktion: Man beginnt an der Marke zu basteln, um den "ewigen Wachstumskurs" fortzusetzen. Das können dann neue Angebote sein, Änderungen in der Werbelinie oder natürlich Änderungen am Markendesign.

Zum Schrumpfen verurteilt

Nur leider kann keine Marke "ewig" wachsen. Jede Marke erreicht irgendwann einmal ihren Zenith. Dann beginnt in der Regel sogar der Schrumpfungsprozess, ganz egal was man wie macht. Wenn immer weniger Menschen Limonaden trinken, werden etwa auch immer weniger Menschen Coca-Cola trinken, ganz egal wie viele Sorten Coca-Cola die Coca-Cola-Company auf den Markt wirft.

Dies sollten auch die Verantwortlichen von McDonald's bedenken. Statt an der Marke endlos herumzubasteln, sollte McDonald's heute beginnen, neue Fastfood-Konzepte mit neuen Fastfood-Marken zu bauen oder auch zu kaufen.

Die Weichen für die Zukunft stellen

Sonst ist die Gefahr groß, dass wir in Zukunft einmal Folgendes über McDonald's lesen werden: "Während McDonald's versucht hat, in der Mitte des Marktes 'ewig' zu wachsen, haben clevere Unternehmer am Rande des Marktes mit neuen Fastfood-Konzepten gepunktet. Die Folge: Ein Restrukturierungsprogramm jagt zurzeit bei Big Mac das andere, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen." 

Das sollte nicht sein. McDonald's ist heute als größtes Fastfood-Unternehmen der Welt viel zu sehr auf die Marke McDonalds fokussiert. McDonald's sollte jetzt beginnen, ein Fastfood-Mehrmarken-System zu entwickeln, um auch dann als Unternehmen McDonald's weiterzuwachsen, wenn die Marke McDonald's einmal zum Schrumpfen verurteilt sein sollte. Das wäre eine viel bessere Strategie als das derzeitige Herumbasteln an der Marke. Nicht umsonst meinte einmal Managementlegende Peter Drucker, dass viele Unternehmen ihre Zukunft auf dem Altar der Vergangenheit opfern. (Michael Brandtner, derStandard.at, 23.12.2009)

Zum Autor
Markenstratege Michael Brandtner ist der Spezialist für strategische Marken- und Unternehmenspositionierung in Rohrbach, OÖ, Associate im Beraternetzwerk von Al Ries und Autor des Buches "Brandtner on Branding".

Link
michaelbrandtner.com

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 113
1 2 3
Gilgamesh
00

Wen interessiert schon eine Farbe, wenn die Filiale am Handelkai absolut inkompetent und unfreundlich ist?

theconny
00
27.1.2010, 09:02

Gnade! Kann denn niemand diese Serie stoppen? Dieser Marketing-Besserwisser, der jedes Unternehmen als "Nummer Eins" positioniert (bald gibt es nur noch Häuptlinge und keine Indianer mehr:-), sollte sich in den Keller setzen und über Alternativen für sich selbst nachdenken...

Horst Wejr
00
18.1.2010, 18:54

Das Gegenteil ist der Fall siehe Deutschland Massive Umsatzeinbußen für Burger King & Co und Mc wächst wieder durch die Cafes.

Was passier Burger King will nun auch auf Cafes umstellen *gg* - der Weg war also richtig.

speedbrain
02
28.12.2009, 21:44
hätte da eine idee, herr b.:


gründen sie doch eine hascheeknödlsiederei und vergeben sie weltweit franchise lizenzen.

mit dem geeigneten marketingkonzept aus ihrer feder wird rohrbach bald oak brook als fastfood olymp abgelöst haben.

und wenns dann einmal wirklich gut rennt, so verscheppern sie den laden einfach an den mittlerweile durch und durch auf ethno-food spezialisierten mcd und setzen sich irgendwo in den unendlichen weiten des böhmerwalds zur ruhe.

somit ist ihnen gedient und auch uns.

oh yeah, just eat 'em!
00
25.1.2010, 13:55

Wo siehst du bei McD bitte Ethno-Food? Los Wochos und Co., wo einfach eine andere Sauce verwendet wird? LOL.

verwunderlich1
22
28.12.2009, 20:33
Brandtner bellt und die Karavane zieht vorüber...

"Michael Brandtner ist der Spezialist für strategische Marken- und Unternehmenspositionierung in Rohrbach, OÖ,"
Schwach bis hilflos der Artikel. Schicken Sie diesen Schwachsinn doch McDonald, bevor sie ihn veröffentlichen. Die lachen sich schief!

yoy yoy
01
28.12.2009, 21:01
ROHRBACH Towntown, Eastpark, Westend, Nordline, Southside?


Wenn der schon aus der Provinz kommt, dann soll er sich wenigstens anders nennen - zB. Michael Brandy, Michele Branduardi, Brandade (fra.: provinzialisches Stockfischgericht) oder so halt!

Wenn er sich schon als „Vermarktungsstratege" verkaufen will.

yoy yoy
02
28.12.2009, 20:30
Zuerst „Red Bull", dann „McDonalds" erklären wie man´s richtig macht...

Da gehört eine grosse Portion Rotznäsigkeit dazu!
welche „Versager" nimmt sich Mister Oberg´scheit als nächstes vor? „Coca Cola"? „BP"?, „Ferrari"?, „MasterFood"? „Unilever"? „Procter & Gamble"? ..... -

H O L L Y W O O D ? ? ? ? ?

peter schmidt
 
03
27.12.2009, 18:35
ach ärgerlich

und ich dachte mit jus hätte ich das studiert wo ich wenigstens nach den ärzten am meisten gscheit reden kann :(

Speedle
00
27.12.2009, 13:44

Von mir aus kann die Marke McDonald den Bach runtergehen.

samba cat
00
26.12.2009, 23:16
irgendwie hab ich

bei brandtners artikeln immer spontan das bild vom hund und dem mond vor augen.

Empfindlich
15
26.12.2009, 13:12
Und mir sowas verdient man Geld

Diese "Analyse" hätte mein siebenjähriger auch schreiben können. Weder Newswert noch Erkenntnis dahinter, nur alte Hüte. Und sowas gilt dann als Markenguru?

Heimwerkerkönig
 
03
26.12.2009, 13:08
Einzig positiv an McDonalds ist...

... deren extrem pingelige Hygienevorschrift.
Da können sich die wie Pilze aus dem Boden schießenden Dönerbuden (für deren Besitzer meist gilt: Wer nichts wird, der wird Wirt.) ein Beispiel nehmen.
In Graz wurden vor nicht allzu langer Zeit diese orientalischen Fastfood-Hütten auf ihre Hygiene untersucht - mit absolut katastrophalem Ergebnis.

Nachtwerker
 
00
26.12.2009, 12:54
Gesundes Fastfood:

www.govegdiner.com

Grüß Euch Gott!
00

sieht gut aus, aber einfach nur vegetarisch ist auch nicht der inbegriff von gesund.

Dr. G.Hütte
02
25.12.2009, 18:48
Dreifache Diskrepanz

Das Produkt (nehmen wir an Big Mac) schaut in der Werbung prächtig aus.
Das tatsächliche Produkt ist ein trauriges "zerdepschtes Laberl"
Der Preis mag für den "WerbeMac" zwar stimmen aber für das "zerdepschtes Laberl" nicht.
Am Ende das ist das der einzige Problem von McDonalds: Immer grössere Entfernung zwischen Werbung und Erlebnis. So produziert man Frust und verliert Kunden.

cana
00
21.1.2010, 22:05

na sicher schauts in der werbung besser aus, aber das "problem" ist kein der burger-industrie eigenes. schau dir die fertiggerichte unserer schispringer o.ä. an. furchtbar was man da aus der mikrowelle zieht. da ist der big mac, zumindest in den meisten fällen, um einiges näher am idealbild der werbung dran.

Böser
00
26.12.2009, 20:47
Das tatsächliche Produkt ist ein trauriges "zerdepschtes Laberl"

selber schuld wenn man es ohne murren nimmt

LCMSMS2
14
25.12.2009, 15:43
"Andere sehen McDonald's in der Midlife-Crises"


Midlife CrisIs ist korrekt, nicht CrisEs. Crises ist Plural.

Hauptsache dagegen
00
26.12.2009, 12:15
crysis

für bessere grafik

King Of Kronenzeitung
01
25.12.2009, 02:41

Ein Reobäcka ;-)

saint vitus
03
24.12.2009, 12:53
nur weil das fleisch das ama-gütesiegel hat

kann es ja trotzdem zb aus der ukraine kommen.

das verstehen eben die leut nicht.
kann jeder auf der ama-website nachlesen, macht aber keiner.
bitte, macht nur so weiter, wenns für euch passt.
fw!

Sweatshopper
02
26.12.2009, 02:06

ama gütesiegel steht weder für artgerechte haltung noch biologisches futter. es sagt also genau gar nix aus.

al valió
01
24.12.2009, 10:27
"McDonald's sollte jetzt beginnen, ein Fastfood-Mehrmarken-System zu entwickeln"

Äh, hat derstandard.at ein technisches Problem und holt jetzt 10 Jahre alte Artikel aus dem Archiv?

Oder gibt es in Rohrbach eine alternative Realität wo es die Ende der 90er-Jahre begonnene und großartig gescheiterte Mehrmarken-Strategie der Burger-Bude nie gegeben hat?

"McDonalds' Partner Brands"? "Boston Market"? "Chipotle Mexican Grill"? "Donatos Pizza"? "Pret A Manger"? Noch nie gehört?

Inzwischen hat sich McDonald's von diesem viele Jahre dauernden und Unmengen an Geld verschlingendem Experiment wieder erholt. So weit ich weiss ist man die letzte dieser Fremdmarken/Beteiligungen Ende 2008 losgeworden - wohl zusammen mit den "Markenstrategen" und "Beratern" die ihnen das eingeredet haben.

darthy .
00
26.12.2009, 21:34
tatsächlich

gibts im ganzen bezirk rohrbach keinen mcdonalds..

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 113
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.