Bundesgeschäftsführerin der Grünen wird Unternehmensberaterin

23. Dezember 2009, 07:27
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Michaela Sburny kehrt Bundespolitik "für immer" den Rücken

Wien - Die mit Jahresende scheidende Grüne-Bundesgeschäftsführerin, Michaela Sburny, will nun in der Privatwirtschaft mit einer eigenen Beratungsfirma ihr Glück suchen. Pause hat Sburny keine eingeplant, sie startet Anfang kommenden Jahres mit einem Unternehmen für Organisationsberatung, Training und Coaching. Eine Rückkehr in die Bundespolitik schließt die 50-Jährige aus und scheidet ohne Groll: "Es ist gut für die Grünen und gut für mich." Sie bleibt aber in ihrer Ortsgruppe in Langenlois ehrenamtlich aktiv.

Zu ihren größten Erfolgen in der achtjährigen Amtszeit als Bundesgeschäftsführerin mit einer Unterbrechung (von 1998 bis 2001 und von 2004 bis 2009) zählt Sburny die Strukturierung der Partei von einer "sehr lebendigen Bewegung zu einer schlagkräftigen Organisation" - und damit die "Stabilisierung" der einstigen 4,8-Prozent-Partei am Rande des Rausflugs aus dem Nationalrat auf zehn Prozent. Als Tiefpunkt empfindet sie die Listenerstellung für die Wahl 2008 durch den Bundeskongress, bei der sie so weit zurückgereiht wurde, dass sie kein Nationalratsmandat mehr schaffte.

Die Grünen sieht Sburny nach einer schwierigen Umstellungsphase nach dem Rückzug des langjährigen Parteichefs Alexander van der Bellen für die bevorstehenden Landtagswahlen gut aufgestellt. Vor allem für Wien und die Steiermark gibt sie sich optimistisch. Durch Vize-Parteichef und -Klubobmann Werner Kogler seien die Grünen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik stark aufgestellt. In Wien hält Sburny sogar eine Regierungsbeteiligung für möglich, denn die "Zeit der SPÖ ist abgelaufen".

Den rechten Parteien attestiert sie nüchtern ein "Potenzial" trotz oder gerade wegen der österreichischen Geschichte, die nicht aufgearbeitet worden sei. "Damit müssen wir leben." Mitschuld seien aber auch die Großparteien, die durch Rechtsruck und Annäherung an die Rechten vieles "salonfähig gemachen haben". Sie sieht aber trotz dieses "Potenzial" gerade bei den Jungen die Chance, diese zu gewinnen. "Da müssen wir rein." (APA)

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