Frauenhaus Amstetten nicht "aushungern"

23. Dezember 2009, 12:43
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Appell des Frauenhäuser-Netzwerkes an niederösterreichische Landesregierung für "menschenwürdigen" Finanzierungsvorschlag

Wien - Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser hat an die niederösterreichische Landesregierung appelliert, den seines Erachtens "menschenunwürdigen" Finanzierungsvorschlag für das Frauenhaus Amstetten noch einmal zu überdenken. "Gerade jetzt vor Weihnachten bitten wir einzulenken, und nicht bei den schwächsten der Gesellschaft zu sparen", so Geschäftsführerin des Frauenhäuser-Netzwerkes Maria Rösslhumer.

Im Land Niederösterreich hätten seit dem Sommer mehrere Männer ihre Frauen umgebracht, der Fall Fritzl sei nur die Spitze des Eisberges gewesen. "Jetzt ist nicht der richtige Moment, um sich zurückzuziehen und das Amstettner Frauenhaus auszuhungern", so Rösslhumer. Gewalt in der Familie zerstöre Beziehungen, Familien und Individuen. Sie sei ein gesellschaftliches Problem von enormen Ausmaßen und ziehe auch beträchtliche volkswirtschaftliche Kosten nach sich. Nur durch adäquate Hilfe für Frauen und Kinder, die den Hauptteil der Opfer ausmachten, könne Gewalt vermindert werden, betont die Geschäftsführerin.

Besonders wichtig sei die Unterstützung der Kinder. "Wenn sie in ihrer Kindheit Gewalt erleben, haben Buben und Mädchen ein höheres Risiko später selber zu Tätern oder Opfern zu werden. Kinder sind unsere Zukunft, sie brauchen unsere Hilfe", appelliert Rösslhumer.

Zum Netzwerk der autonome österreichischen Frauenhäuser gehören 26 Einrichtungen. Diese konnten in den vergangenen drei Jahrzehnten zehntausenden Frauen und Kindern helfen. (red)

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