Keine Adlerinnen in Vancouver

22. Dezember 2009, 20:49
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Athletinnen scheitern mit Ausschluss-Klage auch vor kanadischem Höchstgericht

Ottawa - Die Olympischen Winterspiele im Februar 2010 in Vancouver gehen endgültig ohne Frauen-Skispringen in Szene. Kanadas Oberster Gerichtshof wies am Dienstag in Ottawa ohne Angabe von Gründen den Antrag auf eine Anhörung ab. Der Supreme Court war die letzte Instanz für die Skispringerinnen, ihren Start in Vancouver juristisch durchzusetzen.

Die Athletinnen hatten, unterstützt vom US-Verband, seit Mai 2008 vor mehreren kanadischen Gerichten vorgebracht, dass die Organisatoren gegen die "Charta der Rechte und Freiheiten" verstoßen würden, sollten sie nur männliche Athleten bei den Spielen teilnehmen lassen. Dies war jeweils mit der Begründung abgewiesen worden, dass die Charta nicht vorschreiben kann, welche Sportarten bei Olympischen Spielen ausgetragen werden. Zudem sei sie nicht auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) anwendbar, das die Wettbewerbe auswählt und festlegt.

Das IOC hatte 2006 eine Aufnahme von Skispringen für Frauen ins Programm für die Winterspiele 2010 abgelehnt und dies mit der Nichterfüllung von Voraussetzungen begründet. Ein wichtiges Kriterium ist unter anderem, dass mindestens zwei Weltmeisterschaften stattgefunden haben müssen, um olympischer Wettbewerb zu werden. Beim Frauen-Skispringen war dies heuer in Liberec seine zum ersten Mal der Fall gewesen. Außerdem sei die weltweite Anzahl an Aktiven nicht groß genug. Die Sportlerinnen bestreiten diese Sicht der Dinge.

Die Aktivistinnen wollen trotzdem weiterkämpfen. "Obwohl wir von der Entscheidung des Höchstgerichts sehr enttäuscht sind, werden wir nicht aufgeben. Es geht hier um Menschenrechte und Diskriminierung. Dies ist ein Fehler, der korrigiert werden muss", sagte Deedee Corradini, Präsidentin von "Women's Ski Jumping USA". Skispringen ist seit 1924 olympisch und einer der wenigen Disziplinen, in denen es nicht Wettkämpfe sowohl für Männer als auch Frauen gibt. Alle neu zugelassenen Sportarten müssen geschlechtliche Gleichberechtigung sicherstellen. Kanadas Supreme Court gibt traditionell keine Begründung für ablehnend beschiedene Anträge auf Berufung.  (red/APA/Reuters)

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    Der Kanadierin Zoya Lynch gelang es bisher nicht, gemeinsam mit ihren Kolleginnen das Startrecht für Olympia zu erstreiten.

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