Heinisch-Hosek befürwortet Burka-Verbot

22. Dezember 2009, 18:54
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Sinneswandel: Frauenministerin sieht derzeit kein diesbezügliches Problem in Österreich - Tragen von Kopftuch müsse jede selbst entscheiden

Wien - Frauenministerin Heinisch-Hosek ist für ein Verbot der Burka, also der Ganzkörperverhüllung von Frauen. Allerdings sei dies derzeit kein Problem in Österreich. Sollte es eines werden, würde sie ein Verbot im öffentlichen Raum prüfen lassen, erklärte sie laut Vorabmeldungen der "Tiroler Tageszeitung" und der Tageszeitung "Österreich".

"Erschwert Zugang zum Arbeitsmarkt massiv"

Noch im Vorjahr hatte die SPÖ protestiert, als sich Wissenschaftsminister Hahn für ein solches Verbot ausgesprochen hatte. "Ich lehne die Burka als Zeichen der Unterdrückung von Frauen ab. Sie erschwert Frauen auch massiv den Zugang zum Arbeitsmarkt", meint Heinisch-Hosek nun dazu.

Gäbe es öfter voll verschleierte Frauen in Österreich, müsse man ein Verbot prüfen. Die Frauenministerin hat auch konkrete Vorstellungen: "Möglich wären etwa Verwaltungsstrafen in öffentlichen Gebäuden."

Gefahr für die Frauenrechte

Zum Tragen von Kopftüchern meinte die Ministerin, die Frauen sollten dies selbst entscheiden. "Ich möchte das nur dann nicht unterstützen, wenn das Kopftuch als Herrschaftssymbol der Männer über die Frau verwendet wird", sagte die Frauenministerin. Sie sieht den Islam dann als Gefahr für die Frauenrechte, wenn er "politisch-fundamentalistisch orientierte Politik" betreibe und zum Beispiel Ganzkörperverhüllung als Mittel der Unterdrückung einsetze.

Front gegen Schleier

Für ein Burka-Verbot hat sich zuletzt die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer ausgesprochen (mehr dazu hier). In Frankreich will die Regierungspartei UMP damit Ernst machen (weiterlesen). Auch in der Schweiz wird darüber nach dem kürzlich per Volksabstimmung beschlossenen Minarett-Verbot diskutiert, in Italien ist die Lega Nord dafür (nachlesen). (APA)

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