EU-Obdachlose sollen heimfahren

Maria Sterkl, 22. Dezember 2009 17:06
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    Foto: apa/pfarrhofer

    Abends wird der Speisesaal zum Schlaflager: die provisorische "Gruft II" in der Lacknergasse

Rückkehrhilfen und eine zweite "Gruft" für EU-BürgerInnen: So will Wien seine Obdachlosen von der Straße kriegen

In den letzten Wochen sind die wohnungslosen UnionsbürgerInnen wieder ins Blickfeld geraten: Da ihnen die Obdachlosenheime versperrt sind, hatten sie sich im besetzten Audimax der Uni Wien einquartiert. Nun ist der Hörsaal geräumt - im Gegensatz zu den schneebedeckten Parks in Wien.

Eine Lösung musste her: In Form eines Speisesaals, der nachts mit Matten belegt wird, ist sie nun vorerst geschaffen. Im Caritas-Tageszentrum Lacknerstraße in Wien-Währing zog Montag abend das erste Dutzend Obdachlose aus dem Audimax ein. Mithilfe eines "Toleranzparagraphen" im Wiener Sozialhilfegesetz sei das möglich, erklärt Peter Hacker, Geschäftsführer des FSW - nicht ohne hinzuzufügen, dass die Milde des Paragrafen sich der Härte des Winters verdankt. "Wien kann nicht alle sozialen Probleme Europas lösen", erklärt Hacker. Soll heißen: Kommt Frühling, kommt neues Problem. An einer permanenten Lösung für den nächsten Winter werde gerade gebastelt.

Extra-Gruft für nächsten Winter

Und die hat zweierlei Gesicht. Denn einerseits ist die Lacknergasse nach Wunsch der Wiener Caritas nicht nur Sofortmaßnahme, sondern "eine provisorische zweite Gruft", wie Generalsekretär Alexander Bodmann betont. Räumlichkeiten für eine dauerhafte Fortführung dieser "EU-Gruft" werden gerade gesucht. Dort soll es dann ausnahmsweise möglich sein, wohnungslose EU-BürgerInnen einzuquartieren. 

Zur Heimreise bewegen

Andererseits ist die Stadt Wien bestrebt, Obdachlose zur Rückkehr zu bewegen: Wohnungslose sollen dort versorgt werden, wo sie herkommen. Da zum Versorgt-Werden aber immer zwei gehören, stehen zusätzliche Schritte an: Karitative Vereine vor Ort müssen überzeugt werden, in Wien Gestrandete aufzunehmen. Und vor allem gilt es jene, die auf der Straße leben, erst zur Abreise zu bewegen. Mittels Rückkehrhilfen solle das geschehen, sagt Bodmann - also Beratung, die in der Regel mit finanziellen Anreizen verbunden ist.  Denn eines habe die Erfahrung gelehrt, sagt Hacker: "Jemanden einfach in den Zug zu setzen, das spielt es nicht. So sponsert man höchstens den öffentlichen Verkehr".

Nie im Leben zurück

Geld annehmen fürs Heimfahren? "Nie im Leben", ist sich Gospar sicher. Seit acht Monaten lebt der Jazzmusiker in Wien - in der Hoffnung, hier zumindest ein wenig besser vom Musizieren leben zu können als zuhause im westrumänischen Oradea. Die ersten Wochen schlief er in der "Vinzirast", deren Alkoholiker-Klientel ihm bald zuviel wurde. Zwei Monate wohnte er bei der Freundin. Mit der Trennung begann das Leben auf der Straße und schließlich im Hörsaal.

Zu gut gekleidet

Letzte Nacht schlief Gospar erstmals am Boden des Lacknergassen-Zentrums. Er wirkt gut gelaunt, ist frisch geduscht und gekleidet - schlechte Voraussetzungen für einen Straßenmusiker, wie Gospar erzählt. "Ich mache höchstens sieben Euro am Tag. Andere, die irgendein Düdldü spielen, kriegen haufenweise Geld." Nicht auf Qualität kommt es an im Straßenmusikbusiness, sondern auf die passende Kleidung. "Wer dreckig ist, kriegt am meisten Geld", sagt Gospar in gepflegtem Englisch mit deutschen Einsprengseln.

"Sicher werde ich hin und wieder meine Familie besuchen. Aber in Rumänien will ich nie wieder leben." Seit der Wende liege vieles im Argen. "Die Macht liegt bei den selben Leuten wie im Kommunismus. Sie haben ein anderes Gesicht, aber korrupt sind sie so wie vorher." Für KünstlerInnen gebe es keine Unterstützung, und die Gagen seien lausig. Er werde es weiterhin hier versuchen.

Erste Nacht reibunglos

Von den 80 Audimax-Obdachlosen sind nur 15 in der Lacknergasse angekommen: "Menschen einen Zettel in die Hand zu drücken, ist wohl zu wenig", meint Bodmann in Anspielung an die Vorgangsweise der Uni Wien bei der Hörsaal-Räumung. Erich Grabner, Leiter des Tageszentrums, ist überzeugt, dass noch weitere kommen werden. Bis zu 40 Schlafplätze bietet der Speiseraum, die erste Nacht verlief reibungslos. "Um Mitternacht hab ich noch einmal reingeschaut", sagt Grabner. "Die haben geschlafen wie die Babys." (Maria Sterkl, derStandard.at, 22.12.2009)

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Genius Toxic
31.12.2009 07:22
Ich stelle mir vor, Vermögende erhalten einen Erlagschein vom Magistrat, mit der Aufforderung etwas für Obdachlose zu spenden.

Alle mit Vermögen über 3000000.- € werden öffentlich gelistet und deren Spende auch.

Die mit 5% oder mehr Spende werden nicht veröffentlicht.

Ich habe mir ausgerechnet, da bleibt wegen der Magistratskosten für die Verwaltung nichts über.

Aber die größeren Spenden lösten einen Streit aus, welchem Amt das Geld zusteht.

Chocoholic
23.12.2009 19:15
Ich verstehe eines nicht: die EU schafft es, die Kruemmung einer Gurke oder die Laenge einer Banane oder die Verwendung von Gluehbirnen fuer ganz EU zu bestimmen/verbieten, aber schafft es nicht, gerade in diesen Sozialleistungen von allen

die gleichen Angebote zu verlangen? Egal, wo sich daher ein Obdachloser oder eine Obdachlose in der EU befindet, sollten a> Notunterkuenfte, b> Notverpflegung (Essen etc.) und c> aerztliche Notversorgung vorhanden sein.

Das kann doch um Himmels Willen nicht so schwer sein? Viele der Obdachlosen wollen nicht, dass jemand in ihr Leben eingreift und sie zwangsbeglueckt mit einer Wohnung, die sie nicht erhalten koennen, weil sie eben aufgrund einer Krankheit oder anderen Umstaenden absichtlich aus dem Leben gefallen sind . Klar wenn derartige Unterstuetzung angenommen wird, sollte sie auch da sein, aber es geht hier um Notfallhilfe, wenn es eben so kalt draussen ist, dass das im Freien schlafen einfach nicht mehr moeglich ist.

Chefermittler - Frauenheld
23.12.2009 17:03
Ein paar winterfeste Container mit Stockbetten aufstellen und bei

niedrigen Temperaturen öffnen. Suppen ausschenken.

Kostet nichts und hilft enorm.

Kathi 89
13.12.2010 18:46
...

haben Sie eine ahnung, wie viel alleine das aufstellen von containern (die eine heizung und ein WC haben und wo es auch nicht reinregnen soll) kostet????

Srta. Ofelia
29.12.2009 10:39

Bei niedrigen Temperaturen den Container öffnen ? Habe ich das jetzt richtig verstanden ??

Lord Chaos
27.01.2010 10:35


Öffnen im Sinn von zugänglich machen.

fannyfein
27.12.2009 22:19
kostet nix?

je nach anzahl der container... für ca. 80 Personen... und die heizkosten... ich tippe auf ein ca. 1/2 Mio. Eur. inkl. Personal und allem drum und dran.

Proconsul
25.12.2009 18:36

Gute Idee!

Fangen sie bitte gleich damit an!!

Chefermittler - Frauenheld
26.12.2009 13:26
Besitze weder Container noch Stockbetten noch Grund auf Wiener Boden.


Würde mir erwarten dass Grün oder Rot sowas einfallen würde. Ginge bestimmt schneller was weiter.

Aber die haben halt andere Sorgen...Binnen-I zb. oder wie man Frauen per Quote nach oben schummeln kann. Da bleibt für idR. männliche Obdachlose nichts übrig.

Def. Izit
28.12.2009 12:57
ROT? Das rote Wien blokiert seit Jahren ein Winzi-Dorf

Susanne_B
28.12.2009 08:12

die haben wohl eher andere Sorgen - Sanitärräume zB. Oder stellen Sie die container zB in den Burggarten und die Obdachlosen sollen dann hinter die Bäume ...? Einfach container aufstellen, klingt zwar nett, da fehlt aber so einiges: zB auch Strom, Heizung, Wasser ....

Chocoholic
26.12.2009 17:50
Ich habe Ihnen fuer Ihr oberes post gruen gegeben.

Hier allerdings dann ueber Binnen I und Frauenquote herzufallen, als gaebe es nicht tatsaechlich ausreichend zu kritisierende Punkte finde ich aber wirklich unfair. Also ob Frauen nur dann Rechte haben duerften, wenn der letzte Mann nicht mehr obdachlos ist.

Chefermittler - Frauenheld
26.12.2009 19:59
Danke für grün. Warum aber fällt sowas nicht

den ob der Audimax-(Sandler)-Räumung hochempörten Grünen ein bzw. warum wird diese Idee nicht umgehend von der Fr. V. aufgegriffen?

(Geschlechter)Quoten sind ein wunderbares Beispiel für die Verlogenheit der grünen Linken: politisch korrekter 6ismus - betrieben von den Vorkämpfern GEGEN 6ismus! Das zergeht auf der Zunge...

Übrigens: welche - Männern zugestandene - Rechte werden Frauen denn vorenthalten?

Hierzulande.

Njörd
23.12.2009 16:33
Die bisherigen Kriege waren schlimm.

Nur bedeutet das noch lange nicht, dass es nie mehr zu einem Krieg kommen wird.
Die Statistik sagt jedenfalls, dass Österreich viel eher wieder in einen Krieg verwickelt wird als zum Beispiel
die Schweiz.
Innenpolitisch und innergesellschaftlich herrschen in Österreich unübersehbare Risse. Es kann durchaus zu Unruhen innerhalb des Landes bis zu einem Bürgerkrieg kommen wenn man so weitermacht wie bisher und alle Warnzeichen wie hohe Arbeitslosigkeit, gesellschaftliche Differenzen, Streitigkeiten bei den Parteien und vieles mehr ignoriert. Österreich ist ein Vielvölkerstaat in einem kleinen Land und das birgt Sprengstoff. Die aufgegebene Neutralität, der Anschluß an die EU und das schwache Heer sind weitere Gefahrenquellen fürs Land.

Lord Chaos
27.01.2010 10:40


Geschichtsbücher haben sie offenbar bisher vermieden. Hohe Arbeitslosigkeit? Lesen Sie bitte kurz einmal über die 30er Jahre. dasselbe jahrzehnt ist auch ein Beispiel was Streit unter den Parteien wirklich bedeutet. Und wenn die derzeitige Bevölkerungsstruktur Bürgerkriegsanfällig sein soll, hätte die k.u.k. Monarchie in einem Dauerkriegszustand existiert.

Was ich vergesse: Um Argumente oder Diskussion geht's ihnen gar nicht, sie wollen in die ach so goldenen Zeiten zurück, EU-Bashing betreiben und Österreich wieder als Grossmacht (?!).

Der, der es besser weiß
25.12.2009 21:45

Was meinen Sie mit "VIELE Völker"? Sind für Sie Tiroler und Steirer und Wiener eigene Völker oder wie meinen Sie das?

Ich finde Österreich ist (Gott sei Dank) relativ homogen.

Proconsul
25.12.2009 18:37

Bürgerkrieg in Österreich?

Wohnen sie in einem U-Boot??

El Clandestino ****
23.12.2009 16:18
Da war noch was

Eine EU Gruft gibts doch schon so lange.....heißt u.a. Ceuta

Fingerzeig
23.12.2009 14:38

Den meisten, die hier posten, kann ich nur sagen:
Ihr tut mir leid.
Merkt ihr nicht, auf welche Wellenlänge man euch schon gebracht hat ?
Merkt ihr nicht, daß man euch schon geistig auf eine Wirtschaftskrise der schlimmsten Art vorbereitet hat, und auf eine politische Umwälzung, die ihr selbst nicht wollt und die letztendlich in einen Krieg münden muss ?

Soviel mitleidlose und haßerfüllte Kommentare in einer Zeitung wie dieser zu lesen zeigt mir deutlich, auf welchem Weg sich Österreich befindet.
Aber ich nehme an, zumindest ein Teil von euch geht sonntags in die Kirche und kommt sich gut vor, wenn er 50 Cent in den Klingelbeutel wirft, und der andere Teil wärmt sich in seinem kollektiven "Ausländer"hass.

Betrachtet euch geohrfeigt.

Srta. Ofelia
29.12.2009 10:42

Mann, jetzt bin ich gerührt. Ihr posting zwei Tage vor Weihnachten, ein tolles timing um uns zu zeigen was für ein herzensguter Mensch sie wahrscheinlich sind.

from hell°°°Y°°°
23.12.2009 18:50

darum lebt, als wäre es der letzte tag ...

lasst euch nicht unterkriegen... das leben ist zu schön. auch wenn 2010 die wirtschaftkriese erst richtig zuschlägt, wir werden auch das überstehen wenn wir weiter an uns und an unsere fähigkeiten glauben. lasst euch nicht entmutigen, freut euch auf neue herausforderungen, seid glücklich und froh.

in diesem sinne, frohe weihnachten und glückliches neues jahr°°°Y°°°

Wienbär
23.12.2009 16:00
Dem ist nichts hinzuzufügen

eagle13
 
23.12.2009 15:24
Leider haben sie recht und die Frage ist nur wann die Schole gebrochen wird. Denn es ist immer schön zu sagen die anderen sind es und seit 1989 dreht das Rad sich wieder zur Vernichtung.

jeff5
23.12.2009 15:18
ich hoffe, du lebst wenigstens selbst danach, dann kannst du wirklich deine meinung kundtun.

aber nicht nur von anderen fordern und selbst nichts machen.

Feindschicht
23.12.2009 14:21
zweite Gruft

zweite Gruft, ok ! aber dann vor häupels wohnung , mal schauen wie ihm das taugt

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