Nach mehr als vierwöchiger Besetzung - Studenten übergaben Forderungskatalog an Universitätsleitung
Augsburg (APA/dpa) - Die Studenten im bayerischen Augsburg haben
am Dienstag die Hörsaalbesetzung an der Universität beendet. Ein
Sprecher der Studenten sagte nach einer Vollversammlung, bis Ende
Jänner sollen die Protestaktionen zunächst ausgesetzt werden. Die
Leitung der Universität habe einen studentischen Forderungskatalog
angenommen, der jetzt in verschiedenen Kommissionen beraten werden
soll. Der Sprecher der Universität erklärte, die Studierenden hätten
den seit 17. November besetzten Großen Hörsaal ohne Bedingungen
geräumt. Jetzt solle über die geforderten Verbesserungen bei den
Studiengängen und der studentischen Mitbestimmung diskutiert werden.
In verschiedenen Arbeitsgruppen sollen der Optimierungsbedarf in
den Bachelor- und Masterstudiengängen ermittelt und konkrete
Reformvorschläge gemacht werden. In einer Stellungnahme hatte die
Uni-Leitung erklärt, viele Kritikpunkte der Studierenden seien
zurecht geltend gemacht worden. Studierende, Verantwortliche für die
Studiengänge und Vertreter des Prüfungsamts sollen gemeinsam
schnellstmöglich Verbesserungsvorschläge erarbeiten, die nach
Beschluss durch die universitären Gremien dem zuständigen
Wissenschaftsministerium zur Bewilligung vorgelegt werden sollen.
Die Leitung der Universität Augsburg machte darauf aufmerksam,
dass sie auf allen Ebenen den Studierenden in Augsburg Mitsprache-
und Anhörungsrechte eingeräumt habe. Zu Forderungen der Studenten zur
Abschaffung der Studiengebühren erklärte die Uni-Leitung, sie lege
Wert darauf, dass sie zu keinem Zeitpunkt deren Erhebung befürwortet
habe. Der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP)
hatte mehrfach betont, dass der Freistaat an den Studiengebühren
festhalten will. (APA/dpa)