Rothensteiner: "Hypo nicht auf unserer Wunschliste"

22. Dezember 2009, 15:06
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Wien - Raiffeisen Zentralbank-Generaldirektor Walter Rothensteiner äußerte sich am Dienstag sehr zurückhaltend zur Idee, Raiffeisen könnte der strategischer Partner der ÖVAG sein. "Weder die ÖVAG noch die Hypo stehen auf unserer Wunschliste", sagte Rothensteiner heute, Dienstag, in Wien vor Journalisten. Ex-Notenbank-Gouverneur und FIMBAG-Vorstandschef Klaus Liebscher, der diese Idee zuletzt ins Spiel gebrachte hatte, habe damit "nur seine persönliche Meinung kundgetan", so Rothensteiner.

"Wir machen bei Planspielen, die andere über uns machen, nicht mit", betonte der RZB-Boss. Weder die ÖVAG noch die notverstaatlichte Kärntner Hypo Alpe Adria würden in die strategische Ausrichtung der RZB passen. Mit der ÖVAG gebe es zudem viele Parallelen: So seien etwa die Kunden der Investkredit auch Kunden von Raiffeisen, und die VB International sei in vielen Ländern Osteuropas, wo auch Raiffeisen International unterwegs sei. "Ich sehe nicht ein, warum ich mich da so groß anstellen soll", so Rothensteiner. Statt zwei Jahre über Fusionen zu diskutieren, wolle er lieber über Kunden nachdenken.

ÖVAG-Beteiligung

Ein Mitziehen bei einer möglichen ÖVAG-Kapitalerhöhung kann sich Rothensteiner nur vorstellen, wenn das Geld nicht für die Rückzahlung von Staatshilfen verwendet wird. "Ich werde nicht Eigenkapital geben, damit andere ihr PS-Kapital zurückzahlen". Die RZB ist laut Firmenbuch mit 6,1 Prozent an der ÖVAG beteiligt. Bei den letzten zehn Kapitalerhöhungen sei die RZB immer mitgegangen, so Rothensteiner. Die ÖVAG sei nicht so gefährdet wie die Hypo und habe 2010 Zeit, ihr Geschäftsmodell zu überprüfen.

Viel zu früh sei es, darüber zu entscheiden, ob Teile der Kärntner Hypo für Raiffeisen interessant wären. Rothensteiner schließt nicht aus, dass es zum Beispiel irgendwo in Bosnien eine Region gibt, wo Raiffeisen noch nicht vertreten ist, die Hypo aber schon. Rothensteiner verteidigte die Rettung der Hypo: in einigen osteuropäischen Länder sei sie als Systembank zu betrachten. Österreich habe der Fall nicht geschadet, bei den Spreads habe es keine Änderungen gegeben. Gleichzeitig betonte Rothensteiner, dass er wenig Verständnis für die BayernLB und das Land Bayern habe, die als Haupteigentümer die Bank fallen gelassen hätten.

Von den Problemen Griechenlands sei die RZB "überschaubar" betroffen. Die EZB und die EU werden das Land "nicht über die Klinge springen lassen". Es werde Lösungen geben, damit das Euroland nicht ins Schleudern komme. (APA)

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