Britischer Pfarrer rechtfertigt Ladendiebstahl

22. Dezember 2009, 13:54
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Tim Jones rät, große Handelsketten zu beklauen

In deutlichem Widerspruch zu den zehn Geboten steht der britische Priester Tim Jones. Der Pfarrer der Gemeinden St. Lawrence und St. Hilda in der Grafschaft York äußerte in seiner Sonntagspredigt Verständnis für Ladendiebe.

"Sie sollten allerdings keine kleinen Familienbetriebe bestehlen, sondern große, landesweit vertretene Unternehmen. Außerdem sollten sie im Gedächtnis behalten, dass die Kosten in Form höherer Preise an uns alle weitergegeben werden", zitiert der "Guardian" den Kirchenmann.

Der ehemalige Gefängniskaplan Jones erwähnte in seiner Predigt das Beispiel eines Haftentlassenen, der an die Tür des Pfarrheims klopft, weil er hungrig ist und seit Wochen keine Unterstützung erhalten hat: "Wenn er bettelt, kann dies gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen, wenn er, weil ihm keiner Geld leiht, zu einem Kredithai geht, begibt er sich in sklavereiähnliche Abhängigkeit. Das Gehalt eines Priesters reicht auch nicht aus, um die Bedürfnisse aller zu decken.

Unter diesen Umständen rate ich Menschen, die von der Gesellschaft so übel im Stich gelassen wurden, nicht zu Raub oder Prostitution, sondern zu Ladensdiebstahl."  Jones´ Vorgesetzter Richard Seed distanzierte sich von der Predigt: "Die anglikanische Kirche rät weder zu Ladendiebstahl noch zu anderen Gesetzesbrüchen" sagte der Erzdekan von York. (bed/derStandard.at, 22.12.2009)

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