Große Kaliber für ÖEHV-Junioren

22. Dezember 2009, 11:57
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Österreichs Eisarbeiter-Nachwuchs trifft bei der U20-A-WM in Kanada auf Schweden, Russland, Tschechien und Finnland - Klassenerhalt "wird sehr, sehr schwer"

Wien - Zum dritten Mal messen sich um die Jahreswende Österreichs Eishockey-Junioren mit der Elite. Die Mannschaft von Dieter Werfring trifft bei der U20-A-WM in der kanadischen Provinz Saskatchewan in der Gruppe B auf Vizeweltmeister Schweden, den WM-Dritten Russland, Tschechien und Finnland.

Gegen die Alterskollegen der vier Eishockey-Topnationen sind die Österreicher im Brandt Centre von Regina nur Außenseiter und ebenso in der drohenden Relegation (in Saskatoon), dennoch hoffen sie auf den ersten rot-weiß-roten Sieg in der Geschichte von Junioren-A-Weltmeisterschaften und den Klassenerhalt, der noch nie gelungen ist.

Österreich war bei der seit 1977 ausgetragenen Junioren-A-WM davor erst zweimal erstklassig. 1981 mit Konrad Dorn, Helmut Petrik und Günther Koren sowie 2003/04, nachdem Thomas Vanek, Oliver Setzinger, Thomas Koch und Daniel Welser die ÖEHV-Junioren nach oben geschossen haben. Bei der WM war aus dem Top-Quartett altersbedingt aber nur noch der nunmehrige NHL-Star Vanek dabei, sowie der damals 16-jährige Youngster Andreas Nödl, mittlerweile ebenfalls NHL-erfahren. Die von Herbert Pöck betreute Auswahl stieg zwar wieder ab, holte mit einem 2:2 gegen die Ukraine dank eines Doppelpacks von Vanek zumindest den ersten Punkt.

Werfring hofft, dass diesmal der Klassenerhalt gelingt. "Das wird sehr, sehr schwer, wir sind in keinem Spiel der Favorit. Wir haben die härtere Vorrunden-Gruppe, da ist die Qualität sehr stark. Wir wollen uns in das Turnier reinspielen, uns an das Tempo gewöhnen", erklärte der Cheftrainer, der mit der Leistung und dem Tempo im ersten Testspiel gegen die Slowakei (0:4) zufrieden war. Im zweiten Test am Montag gegen die Schweiz (2:5 - 1:1,1:1,0:3, beide ÖEHV-Tore Dominique Heinrich) war ein weiterer Fortschritt zu erkennen. Am Mittwoch wird noch gegen Lettland geprobt.

Die ersten zwei Gegner Schweden und Russland mit dem NHL-erfahrenen Nikita Filatow gelten als stärkste Herausforderer von Gastgeber Kanada, der den sechsten Triumph in Serie anstrebt. Finnland und Tschechien werden eine Spur schwächer eingeschätzt.

Im österreichischen Team sind Verteidiger Stefan Ulmer und Stürmer Andreas Kristler zwei Stützen. VSV-Stürmer Kristler war im Frühjahr bei der A-WM in der Schweiz dabei, Ulmer war in der Vorsaison beim Aufstieg der Österreicher in Dänemark der überragende Feldspieler. Der Vorarlberger gewann sowohl die Torschützenwertung (5 Treffer) als auch die Punktewertung (11 Punkte/5 Tore, 6 Assists). Ulmer, der für die Spokane Chiefs, den ehemaligen Club von Michael Grabner, in der kanadischen Juniorenliga spielt, ist einer von vier Legionären im Team.

Werfring setzt aber auch viel auf die beiden Torhüter Marco Wieser und Lorenz Hirn, die in Dänemark sicherer Rückhalt waren. Mit KAC-Stürmer Markus Pöck, Sohn des ehemaligen Teamchefs Herbert Pöck und Bruder des ehemaligen NHL-Spielers Thomas Pöck, sowie Schweden-Legionär Konstantin Komarek (Lulea) haben auch zwei 17-Jährige den Sprung in die Mannschaft geschafft.

Sollten die Österreicher die Überraschung Klassenerhalt schaffen, würde nächstes Jahr eine besondere Belohnung warten. Denn die nächste U20-WM findet von 26. Dezember 2010 bis 5. Jänner 2011 in Buffalo (und Niagara) statt, und damit dort, wo seit Jahren Thomas Vanek erfolgreich für die Buffalo Sabres in der NHL auf Torjagd geht.

U20-WM in Kanada (26.12. bis 5.1.)

Gruppe A (in Saskatoon): Kanada, Slowakei, USA, Lettland, Schweiz

Gruppe B (in Regina): Schweden, Russland, Tschechien, Finnland, Österreich

Spiele der Österreicher: Russland (26.12./0:00 Uhr MEZ), Schweden (27.12./20.00), Tschechien (29.12./20.00), Finnland (30.12./20.00)

Modus: Die beiden Gruppensieger qualifizieren sich für das Halbfinale, die zweit- und drittplatzierten Mannschaften für das Viertelfinale. Die Teams auf den Plätzen vier und fünf müssen in die Relegation und nehmen die Punkte aus der direkten Begegnung mit. In der Relegation, die in Saskatoon gespielt wird, schaffen die besten zwei Mannschaften den Klassenerhalt. (APA)

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