Deutsche Konjunktur verliert an Fahrt

22. Dezember 2009, 15:36
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DIW-Institut senkt die Prognose für das vierte Quartal leicht - Bisher war ein Wachstum von 0,8 Prozent vorausgesagt worden

Halle - Die Konjunktur in Deutschland kommt nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erst Ende 2010 wieder in Fahrt. Die deutsche Wirtschaft erhole sich nach dem massiven Produktionseinbruch in der Wirtschaftskrise nur zögerlich, teilte das Institut am Dienstag mit. Die Produktionskapazitäten seien nach wie vor nicht voll ausgelastet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2009 um 4,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, 2010 allerdings um 1,9 Prozent ansteigen. 2011 werde das Wirtschaftswachstum 1,8 Prozent betragen.

Angesichts der schwachen Ausgangsbasis nach dem Einbruch werde die Wirtschaft erst in den Jahren 2011 bis 2014 wieder stärker wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt wird laut mittelfristiger Prognose des IWH von 2012 bis 2014 pro Jahr um durchschnittlich 2 Prozent zunehmen. Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland werde anfangs von einer anziehenden Auslandsnachfrage ausgehen, später dann auch vom Inland bestimmt.

Verschlechterung am Arbeitsmarkt

In den kommenden beiden Jahren wird sich nach Einschätzung des IWH die Lage auf dem Arbeitsmarkt als zeitversetzte Folge der Krise deutlich verschlechtern. Kurzarbeit hatte 2009 dazu geführt, Arbeitslosigkeit vielfach zu verhindern. Nach Berechnungen des Instituts wird sich die Arbeitslosenzahl von 3,42 Mio. in diesem Jahr auf 3,97 Mio. im kommenden Jahr erhöhen. 2011 werden sogar 4,13 Mio. Arbeitslose erwartet. Die Arbeitslosenquote werde von 7,8 Prozent auf 9,1 Prozent im nächsten und auf 9,5 Prozent im übernächsten Jahr steigen.

Erst ab 2012 rechnet das IWH damit, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland merklich zurückgehen wird. Ursache dafür sei neben der wirtschaftlichen Erholung auch die demografische Entwicklung. (APA)

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