Ford-Tochter Volvo wird chinesisch

23. Dezember 2009, 13:40
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Der US-Autokonzern hat den Ver­kauf der schwedischen Tochter an den chinesischen Hersteller Geely unter Dach und Fach gebracht

Detroit/Peking - Nach der Saab-Technik geht auch die Ford-Tochter Volvo an China. Damit stärken sich die Autobauer der Volksrepublik für ihre internationale Aufholjagd mit europäischer Technologie. Das größte Privatunternehmen der Branche in China, Geely , sicherte sich am Mittwoch die schwedische Traditionsmarke Volvo. Der fünftgrößte chinesische Autokonzern BAIC kündigte eine aggressive Exportstrategie auf Basis der Saab-Technologie an.

Vertragsabschluss im ersten Quartal

Volvo wechselt im zweiten Quartal den Besitzer. Im ersten Quartal sei der endgültige Vertragsabschluss geplant, kündigte Ford nach der Einigung über letzte Streitfragen vor allem bei Patenten und der Übertragung technologischer Konzepte an. Der US-Konzern will sich vollständig aus der vor zehn Jahren eingekauften Tochter zurückziehen. Die Geschäftspartner gaben zunächst keinen Preis bekannt, in Verhandlungskreisen war jedoch von 1,8 bis zwei Mrd. Dollar (1,261 Mrd. bis 1,40 Mrd. Euro) die Rede. Ford hatte ursprünglich 6,5 Mrd. Dollar bezahlt, kann die Mittel jetzt jedoch gut für den Schuldenabbau gebrauchen. Nachdem der Konzern anders als die Saab- und Opel-Mutter General Motors (GM) sowie der andere heimische Rivale Chrysler die Krise aus eigener Kraft ohne staatliche Hilfen überstanden hat, will er bis 2012 wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Chinas Branchenführer Geely ist seit langem auf der Suche nach moderner Technik, um seine Modellpalette aufzurüsten und stärker in den internationalen Wettbewerb einzugreifen. Technologisch klafft noch eine erhebliche Kluft zwischen den Autobauern der kommunistischen Volksrepublik und ihren ausländischen Konkurrenten. China hat die USA aber nicht zuletzt mit Hilfe staatlicher Subventionen in diesem Jahr als größter Automarkt überholt und dürfte diese Führungsposition im kommenden Jahr weiter ausbauen. Der Absatz in den USA brach dagegen 2009 auf den Stand von 1970 ein. In der größten Volkswirtschaft wurden im Krisenjahr 2009 nur noch 10,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und für 2010 zeichnet sich nur eine schleppende Erholung ab.

Überkapazitäten belasten

Volvo ist von den beiden schwedischen Traditionsmarken die weitaus erfolgreichere. Das Unternehmen verkaufte im vergangenen Jahr viermal so viele Autos wie Konkurrent Saab und setzte insgesamt 375.000 Fahrzeuge ab. Insgesamt leidet die seit Jahren darbende Branche allerdings unter erheblichen Überkapazitäten. Marktforschern zufolge werden allein in Europa derzeit jährlich sieben Millionen Fahrzeuge zu viel produziert.

Der Daimler-Partner BAIC, der bei Opel nicht zum Zug kam, will mit dem Kauf der Saab-Technologie die Entwicklung international wettbewerbsfähiger Modelle beschleunigen. Konzernchef Xu Heyi schätzte die Zeitersparnis gegenüber einer hauseigenen Forschung am Mittwoch auf vier bis fünf Jahre. BAIC werde in den kommenden drei Jahren knapp fünf Mrd. Dollar in den Bereich stecken, sagte er. Die Saab-Technik werde umgehend in die Produktion integriert. Xu nannte zugleich aus Expertensicht recht ehrgeizige Produktionsziele für die kommenden Jahre. 2011 soll eine neue Fabrik mit einer Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen fertiggestellt werden, im selben Jahr will der Konzern 100.000 Exemplare der im Haus entwickelten Modelle absetzen.

BAIC zahlte 200 Mio. Dollar für die Rechte an den Produktionsplattformen für die drei modernsten Limousinen-Reihen der Schweden und zwei Motorsysteme. Was mit den Resten der Traditionsmarke geschieht, ist noch offen. Die niederländische Edel-Schmiede Spyker hat zwar weiterhin Interesse, in einem ersten Anlauf wurde sie sich aber nicht mit General Motors einig. (Reuters)

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    Ford-Chef Alan Mulally will Volvo wieder loshaben.

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