Die soziale Spannung steigt

22. Dezember 2009, 11:45
41 Postings

Laut Bericht eines Think-Tanks: Soziale Spannungen und Kriminalität nehmen zu - Schuld ist die Politik - Nur eines wird besser: Das Internet hebelt die Zensur zum Teil aus

Chinas soziale Probleme nehmen zu. Und die Kriminalitätsraten steigen. Zu diesem Schluss kommt ein Report der Chinese Academy of Social Science (CASS) - ein chinesischer Think Tank. Das berichtet die Website der BBC.

Obwohl die Zahl der Arbeitsplätze im vergangenen Jahr gestiegen ist, sind soziale Konflikte dem CASS-Bericht zufolge 2009 häufiger geworden und diese Entwicklung sollte Politikern eine Warnung sein.

Die Autoren zufolge habe die Enttäuschung und Verbitterung der Bevölkerung aufgrund von Machtmissbrauch und Ungerechtigkeiten in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Der Bericht untermauert diese These anhand von vier breiten Protestbewegungen in diesem Jahr - darunter sind Taxi-Streiks und Demonstrationen in Zentral-China im Juni.

Die Unruhen in der Provinz Xinjiang, wo rund 200 Menschen starben, wurden nicht in die Untersuchung mit einbezogen.

Mehr Kriminalität

Die Kriminalitätsrate ist dem CASS-Bericht zufolge ebenfalls gestiegen. Zwischen Jänner und Oktober dieses Jahres waren es mehr als vier Millionen berichtete Kriminalfälle. Das sind um 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Dem Bericht zufolge sind politische Entscheidungen für diese Entwicklung mit verantwortlich. Diese hätten die Teilhabe mancher Bevölkerungsteile an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung verhindert. 

Der Einkommensunterschied zwischen ländlichen und städtischen Gebieten ist weiter gestiegen. Das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre wurde auf Kosten der Landbevölkerung, des Umweltschutzes und des sozialen Zusammenhalts erreicht. 

Allerdings gibt es auch positive Nachrichten: Obwohl die Behörden versuchen Medien verstärkt zu zensurieren, wird das Internet mehr und mehr zur Publikation von Missständen genutzt. Wie die BBC berichtet sind in den vergangenen zwölf Monaten beinahe ein Drittel der wichtigen Geschichten im Internet publiziert worden. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Unruhen in Urumqi in der Provinz Xinjiang haben die Autoren des CASS-Berichtes nicht in ihre Studie aufgenommen.

Share if you care.