Nach Audimax-Räumung

Besetzung kostete laut Uni Wien 1,4 Millionen

22. Dezember 2009 09:59
  • Artikelbild
    Foto: standard/cremer

    Nach der Besetzung ist Aufräumen angesagt.

  • IMAS-Umfrage im Detail

Kosten für Renovierung noch nicht abschätzbar - Umfrage der Industriellenvereinigung: Nur acht Prozent für weitere Proteste

Die Audimax-Besetzung, die gestern durch einen Polizeieinsatz ihr Ende gefunden hat, hat der Uni Wien bisher zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro gekostet. Die weiteren Kosten für die Renovierung der Räumlichkeiten sind in dieser Summe noch nicht inkludiert und einstweilen auch noch nicht abschätzbar, sagte eine Sprecherin der Uni Wien gegenüber derStandard.at. Zum Vergleich: Nach dem Beginn der Besetzungen im Oktober hieß es vom Rektorat, dass die erste Nacht und der erste halbe Besetzungstag 100.000 Euro Kosten verursacht hätte.

Nur 15 Prozent "voll und ganz" dafür

Nur acht Prozent der Österreicher sprechen sich für eine Fortsetzung der Proteste an den Unis aus. Das ist das Ergebnis einer für die Industriellenvereinigung (IV) erstellten repräsentativen IMAS-Umfrage, für die 1.103 Personen über 16 Jahre zwischen 18. November und 9. Dezember face-to-face befragt wurden. Protestfreudiger sind Personen mit Matura oder Uni-Abschluss - auch in dieser Gruppe plädieren aber nur 15 Prozent "voll und ganz" für weitere Proteste der Studenten, "bis ihre Forderungen erfüllt sind". Allerdings: Nur jeder fünfte ist der Ansicht, dass es sich bei den Hörsaalbesetzern "im Grunde um Krawallmacher handelt, die gar nicht wissen, was sie wollen".

Dass das Niveau der Universitäten angehoben werden müsse, wird von 24 Prozent der Befragten angegeben. 21 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Studierendenproteste auf Missstände aufmerksam gemacht hätten nun aber ernsthaft und ohne Störaktionen verhandelt werden sollte.

Die ÖH kritisierte in einer ersten Reaktion auf die Umfrage die "tendenziösen Fragestellungen": "Es ist keine Kunst, dass sich 64 Prozent der Befragten für Zugangsbeschränkungen aussprechen, wenn in der Frage nur von "zu vielen Studierenden" die Rede ist, erklärt Thomas Wallerberger vom ÖH-Vorsitzteam.

Hauptgebäude gesperrt

Das Hauptgebäude und das Neue Institutsgebäude (NIG) der Universität Wien sind seit gestern für Studierende geschlossen und sollen bis 7. Jänner gesperrt bleiben, auch zur Hauptbibliothek gibt es bis dahin keinen Zugang. Für manche Lehrende blieben die Türen gestern ebenfalls geschlossen, da ein Personalausweis oder Mitarbeiterausweis von den Securities verlangt wurde. Externe Lehrende haben allerdings keine Ausweispflicht und erhalten auch keinen Mitarbeiterausweis. Von Seiten der Universität Wien heißt es dazu, dass man bemüht sei dieses Problem in den Griff zu bekommen. Sollten die Reparatur- und Renovierungsarbeiten schon eher als geplant beendet sein, werden die Gebäude frühzeitig wieder geöffnet.

Derzeit ist an der Uni Wien noch der Hörsaal C1 am Universitätscampus besetzt. Das wird auch bis auf weiteres der Fall sein, das Rektorat plant hier keine Räumung: "Die Sicherheitsproblematik ist hier nicht in dem Maße vorhanden wie im Audimax. Wir sehen derzeit keinen Grund einzuschreiten, aber natürlich werden wir beobachten, wie sich die Lage weiterentwickelt", sagt eine Sprecherin der Uni Wien.

Demonstration in der Wiener Innenstadt

Am Montag wurde gegen 6.30 Uhr das Wiener Audimax von der Polizei geräumt. Grund dafür, war laut Rektorat die Sicherheitslage im größten Hörsaal der Hauptuni. Ungefähr 80 Obdachlose und rund 20 Studierende befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Audimax. Das Rektorat bat gestern auch die Studierenden um Verständnis, in einem "Offenen Brief" wandte sich die Uni-Leitung an die Studierenden. Darin verwies man darauf, dass die Ereignisse von letztem Mittwoch, die Besetzung von Büroräumlichkeiten mit anschließender Räumung, zu einer Spaltung der Studierenden geführt habe und keine Ansprechpartner mehr zur Verfügung gestanden seien.

Am Montag sammelten sich laut twitter rund 400 Studierende um gegen die Räumung zu demonstrieren. Anschließend fand im noch besetzten Hörsaal am Uni-Campus im Alten AKH ein Plenum statt. (APA/edt/red, derStandard.at, 22.12.2009)

Service:

Die Universität Wien hat für Fragen zur Sperre von Hauptgebäude und NIG Servicehotlines eingerichtet. Für Studierende: 01/4277-10600 bzw. -15101. Für Mitarbeiter: Durchwahl -10001. Hotline zur Bibliothek: Durchwahl -15102 bzw. -15140.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 341
1 2 3 4 5 6 7 8
harald ecke
 
01.01.2010 09:36
Obdachlose in der Bewegung

War 3x 10Std. im Audimax. Sah, dass Obdachlose sich einbrachten.
Szenenwechsel: 28.12.: Alleine am Westbahnhof werde ich von zwei vermeintlichen "Obdachlosen aus dem Osten" erkannt und freundlich angesprochen. Der Eine war Italiener und hätte somit Anspruch, weil §7(a) nicht greift, wenn das Herkunftsland ein Sozioalsystem erhält. Die Zwiete war eine waschechte Wienerin, die , wie ich sehen konnte, fleißig in der Volksküche zu Gange war.
Ich wette, dass beide bei einer ersten Zählung nach der Räumung zu den 80 Obdachlosen aus den östlichen EU-Staaten gezählt wurden!

Fragen Sie mich bloß nicht, was ich damit sagen will!!!!

harald ecke
 
01.01.2010 09:31
Sowas von lächerlich der Betrag gemessen an den Kosten fürs Silvesterfeuerwerk

Am 31.12. Newsflash: 8,5 Mio für Feuerwerke, dazu kosten für Getränke, etc. -Fr. Hr. Österreicher lässt sich die Party einiges kosten. Nimmt man nur die Steuern, die bei diesen Ausgaben anfallen(alleine MwST.), sind die Besetzungskosten vielfach gedeckt. -und kosteten jeden Steuerzahler so gut wie gar nichts. Den Unis fehlen 1, 4 Mio im Budget. Um den Lehrbetrieb qualitativ zu ermöglichen fehlt aber weit mehr. Die Besetzung sollte in der Bevölkerung Bewusstsein dafür schaffen. Diese wiederum hat kein Interesse, ist zu dumm, um zu verstehen, oder von der Klone verhetzt.
Empfehle kreativ und weiterhin international vernetzt die Proteste weiter zu führen und zu versuchen in direkten Kontakt mit Arbeitern zu kommen. Muss nicht mal Besetzg sein

räuspernetherum
25.12.2009 13:27
na toll war wieder mal alles fürn hugo

wenn recht zu unrecht wird widerstand zur pflicht hallo ?! machts da bei niemandem klick oder so ähnlich? anscheinend nicht mehr. tolle zukunft.

yokozuna
24.12.2009 14:26
War die Uni vor der Besetzung sauberer als danach?

Ist die Darstellung von seitens der Uni nicht etwas übertrieben? Die Uni-Leitung hat die Sanierung der Hauptuni so lange verzögert bis es nimmer geht, und wenn es die Besetzung zufällig stattfindet, behaupten sie, dass die Besetzer das Uni-Gebäude kapputt machen.

Thouts
23.12.2009 10:49
Wenn unser Rechtsstatt einer wäre, würde er die Verursacher....

..zur Kasse bitten.

sungun
27.12.2009 09:30
....

Das wäre dann die Politik und die Uni Wien, die die Forschung wichtiger nimmt, als die Lehre.

OttotheBusdriver
23.12.2009 16:42
Genau!

Dann wären Gehrer und Hahn und Schüssel, ... schon längst hinter Gittern wegen Vernachlässigung der Zunkunft Österreichs.

Papiertiger
23.12.2009 11:02
der hahn wird ihre forderung still und ruhig aussitzen wie die der studierenden

Thouts
23.12.2009 11:02
Es heißt natürlich "Rechtsstaat".

Killer Bunny
23.12.2009 10:55

1, 4 Mio ist selbst für den Hahn eine Stange Geld. Obwohl vielleicht hat die Novomatic noch ein bisserl Schwarzgeld übrig. Sind sie eigentlich auch ein überzeugter Rabit Anhänger?

Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
 
23.12.2009 10:25
Hoffentlich hat man die Personalien der 15 verbliebenen Randalierer

aufgeschrieben für die notwendige Schadeneratzklage. Es sind nämlich auch teure elektronische Geräte abhanden gekommen, also glatter Diebstahl.

Papiertiger
28.12.2009 10:24
aha woher beziehen sie ihre gerüchte?

in der uni wurde nix gestohlen und sachbeschädigungen bewegen sich im minimalst bereich.

die einzigen kosten die entstanden sind, sind die auslagerungskosten ins austria center, die auch woanders billiger gewesen wären.

hätte das rektorat früher reagiert, wären außerdem auch die kosten geringer.

ziemlich blöd wenn also das rektorat selbst schuld ist an den kosten. aber übe sowas schreibt die zeitung selten weil man einen schritt weiter denken muss als eine presseaussendung geht...

Ohne Ende
23.12.2009 18:32
hoffentlich

haben die Proteste etwas genützt und zukünftige Bildungspolitik sieht dann anders aus, damit in Zukunft derart unreflektierte und unnötige Postings erst gar nicht geschrieben werden.

Wie würden sie denn die verabsäumten Maßnahmen im Bildungsbereich benennen? Bildungsdiebstahl?

Würden Sie beim Autobahnbau sagen, wir brauchen keine neuen Autobahnen, weil es gibt zu viele Autos?

Würden Sie Fussball verbieten, weil da wird eher randaliert als bei Studentendemos?

Sehen Sie... denken schadet nicht.

uinsel
23.12.2009 10:03

ich hätt gern genau aufgestellt, was da genau welche kosten verursacht hat.

diese schnürdelgerade zahl von 100.000 kommt mir irgendwie nicht glaubhaft vor.

Ohne Ende
23.12.2009 18:39
und wenns 137249,7564 Euro sind?

Ist es genauso egal. Warum?

Die Menge an Denkarbeit die geleistet wurde, nur durch/für vorhanden/besetzten Raum, steht in keiner Relation zu den so genannten "verursachten Kosten".

Krise, Banken, Politikerpensionen, Abfangjäger, krasse(r) Homepages, etc... das Geld der verursachten Kosten scheint ein mediales Konstrukt zu sein, um von den eigentlichen Problemen und Misständen abzulenken.

Diverl
23.12.2009 09:06

Wenn man euch die ÖVP und die Banken wegnimmt seid ihr eigentlich völlig argumentationslos !

clangi
27.12.2009 09:43
glauben Sie diese Zahlen wirklich?

Wie bitte soll denn ein derart hoher Schaden herauskommen?
Und selbst wenn die Wände neu gestrichen werden müssen eine absolut lächerliche Summe wie ich meine!

Sie brauchen Argumente ausserhalb der Banken und der ÖVP?

Nicht schwer - mich würde beispielsweise interessieren, was die absolut informationlose Eigenwerbung des BK Faymann in der Krone seit Wochen kostet!?
Fast täglich eine Einschaltung über eine ganze Seite, wozu?
Wohl nur um dem "Onkel Hans" seinerseits auch einen Gefallen zu tun...

Ohne Ende
23.12.2009 18:40
hätten sie nur die Hälfte

der Buchstaben verwendet, wäre ihr Posting genau so sinnlos.

Angeber ohne Gewehr
23.12.2009 03:56
Vom Audimax ins Standard-Forum

Âlle 15 Ex-Audimax-Besetzer sind offenbar wieder online und haben jetzt das Standard-Forum besetzt. Wenn ich mir die Postings so durchlese, muss ich sogar annehmen, dass ein paar Audimax-Sandler auch wieder dabei sind.

Ohne Ende
23.12.2009 18:43
manche Menschen...

...schaffen es einfach, durch ein paar Zeilen, sich selbst herabzuwürdigen in dem sie andere unnötig herabwürdigen. Ihnen ist das wirklich gut gelungen.

Papiertiger
23.12.2009 11:03
bitte nicht von sich selbst auf andere schließen, danke.

look_s
23.12.2009 01:35
Mit prallen Geldkoffern auf dem Weg ins Audimax: Hahn plant ”perfekte Weihnachtsüberraschung”

gesehen bei salaminews.at :)
http://bit.ly/5TiAwo

Couchsurfer
23.12.2009 01:27
Lächerlich!

Ich habe dafür wie viele andere Vorlesungen online mitverfolgt und z.B. die Unterlagen vom

Systemischen Konsensieren erhalten. Die Rechnung ist pure Augenauswischerei.

Hier sind sie z.B. zum Download.

Mit Genehmigung von erich visotschnig bzw. www.sk-prinzip.net

www.slideshare.net/tiger46

VS.
23.12.2009 00:04
die IV

sollte lieber abfragen wie viele leute dafür sind dass banken mit lachhaften auflagen das zigfache des bildungsbudgets nachgeschmissen bekommen

Southwind
23.12.2009 00:03
Rektorat kostet knapp 1 Million -- pro Jahr

Die fünf Mitglieder des Rektorats der Uni Wien verdienten 5*183.300 = 916500.- Euro im Jahr 2008 Rechnungshof Einkommensbericht: http://derstandard.at/125928195... 30000-Euro

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 341
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.